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Willkommenskultur. Ein geschichtlicher Rückblick

Bild: Dieter H. Hengst

Pressemitteilung von Die PARTEI Ortsverband Stutensee | 20.08.2015 21:00 | 8 Kommentare

Ab etwa 1670er setzte eine Fluchtwelle von etwa einer Viertelmillion Hugenotten aus Frankreich in die protestantisch dominierten Gebiete in Europas ein. (In Spöck lebten zu der Zeit rund 20 Menschen.) Die Hugenotten flohen vor Verfolgung und Gewalt (Hugenottenkriege).

Den aus ihrer Heimat Geflohenen bzw. Vertriebenen ermöglichte Markgraf Friedrich Magnus von Baden-Durlach gerne sich in Welschneureut, Friedrichstal und Palmbach anzusiedeln. Um ihre Ansiedlung zu fördern und zu erleichtern, gab es für die Neuankömmlinge zeitlich befristete Steuerbefreiungen und weitere Vergünstigungen und Unterstützung bei der Ansiedlung durch Bereitstellung von Baustoffen.  Dies förderte die Integration in die heimische Bevölkerung nicht. Neid und Mißgunst waren verbreitet.  Zudem sprachen die Ausländer auch noch französisch, hatten andere Bräuche, andere Kultur, anderes Essen, aßen Knoblauch,…  .  Allerdings mussten sich die Bewohner fügen. Die Hugenotten in Friedrichstal stellten sich im Laufe der Zeit als große Bereicherung heraus (z.B. Tabakanbau.

Bereits wenige Generationen später – im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 – kämpften die Flüchtlingsnachkommen als Deutsche für ihre neue Heimat. Friedrichstal ist ein Beispiel dafür, wie Integration funktioniert. Früher hießen die “Asylanten” Gorenflo, Calmez, Barie, Borell, Herlan, Giraud, Hornung, oder Lacroix. Heute eben ein bisschen anders.

Wir als die PARTEI Stutensee sagen: Daumen hoch Stutensee. Erinnert euch eurer Geschichte und seid nicht so borniert und vernagelt im Kopf wie manche “Patrioten”. Wenn euch einer dieser neuen Flüchtlinge begegnet, dann nickt ihm freundlich zu und sagt “Hallo”.

Quelle: Die PARTEI Ortsverband Stutensee

Bildquellen

  • Friedrichsthal 1795: Dieter H. Hengst

Kommentare

Der gute Herr Markgraf machte dies auch nicht nur aus seiner selbstlosen Art. Die “Flüchtlinge machten aus seinem bis dorthin von der Vegetation bewachsenen Gelände ein fruchtbares und bewohnbares Stück Land. Die “Flüchtlinge” aus Frankreich kamen mit der reinen Absicht in diesem Land Frieden zu finden und nicht wie über 50% aller Asylantragsteller um sich hier von den Asylgeldern und kostenlosen Unterkünften ein schönes Leben zu machen. Also bitte in Zukunft genauer recherchieren und nicht solche Sachen schreiben. Wollte heute mal die ganzen übersozial eingestellten Menschen hören wenn einer den Vorschlag machen würde Asylanten einfach ein Stück Land zu geben und sich selbstständig anzusiedeln. Von Ghettoisierung wäre die Rede, von versuchter Abschottung und Abgrenzung von der restlichen Bevölkerung. Erste Vergleiche zwischen Ghettos und dem dritten Reich würden wieder gezogen werden. So etwas wäre heute gar nicht mehr möglich. Obwohl es vlt eine recht gute Idee wäre. Also bitte schreibt was vernünftiges oder lasst es einfach sein. Die PARTEI meint auf einmal auch sie sind ultrakomisch und witzig mit ihrer kindlichen Art und Weise und sich als politische Partei sehen. Der beste Beweis dafür wie viel die Politik in unserem Land noch wert ist wenn sich solche Spaßparteien auch noch ihren hirnlosen Unfug (siehe den Artikel in der Stutenseewoche über fallende Bierkurse) verbreiten dürfen.

und liebe/r/s michi, wie wäre es selbst mit “bißchen besser recherchieren”?! woher kommen die zahlen, dass 50% der “asylantragsteller” sich “ein schönes leben machen will”? empirische studien? rausgegangen und 50% aller “asylantragsteller” befragt/beobachtet? wer im glashaus sitzt… in diesem sinne “jutn aamt no”!

Fast 50 % der Anträge auf Asyl kommen von Menschen aus dem Balkan. Sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge die nicht wegen Krieg oder Verfolgung zu uns kommen. Dies sind Zahlen aus aktuellen Untersuchungen. Können Sie gerne im Netz recherchieren.

liebe/r/s michi, letzter kommentar von mir zu diesem artikel: 1. verlässliche sowie relevante und verlässliche quellenangaben bitte, 2. konkrete definition, was genau michis meinung nach unter verfolgung fällt und was nicht (hier tun sich dann wohl wahrlich universen an diskutierbarkeit auf… individuelle vs. gruppenwahrnehmung, politische vs. soziologische vs. rechtliche vs. moralisch vs. usw.definition ) 3. lakonische sätze wie “können sie gerne im netz recherchieren” tragen wenig zur glaubwürdigkeit im allgemeinen und speziellen bei, 4. schön’ tach no’

Lieber Michi,
nur kurz notiert:
Der Artikel in der Stutensee Woche, auf den du dich beziehst, wurde vom Rathaus zensiert und verändert. Er ergibt leider keinen Sinn mehr. Einen Hinweis in der jetzigen Ausgabe, der über diesen Fehler informiert, durfte auch nicht gedruckt werden.
Alles weitere, wenn mehr Zeit ist.
MfG

Zunächst: Willkommenskultur für echte Flüchtlinge, ja!

Eine differenzierte Betrachtung ist aber nötig, um Akzeptanz und Toleranz nicht zu gefährden.

Der Beitrag ist aber entgegen seiner vorgeblichen Absicht nicht geeignet, Willkommenskultur herzustellen, da er allzu durchsichtig und in beinahe kindlicher Naivität die Verhältnisse aus dem absolutistischen 17. Jhd. auf die Gegenwart zu übertragen versucht. Die Realität ist heute eine andere, wie selbst Lieschen Müller weiß, die sich beim Lesen veräppelt vorkommen muss.

Damals: Markgraf braucht Untertanen und Soldaten für seine Kriege, nachdem der Dreißigjährige Krieg weite Teile des Landes entvölkerte.
Heute: Kein Krieg geplant und schon gar nicht gegen Frankreich! Mitteleuropa ist dicht besiedelt.

Damals: Hugenotten (frz. für Protestanten) werden in protestantischen Gebieten angrenzender Staaten planmäßig angesiedelt.
Heute: Vornehmlich Andersgläubige aus fernen Ländern. Politik ist offensichtlich längst nicht mehr Herr der Lage.

Damals: Bis auf den Tod verfolgte Familien.
Heute: Überwiegend alleinstehende Männer, ca. 60 % nicht verfolgt. Zitat: “Die Rechtsstellung eines Flüchtlings wurde 8.549 Personen (37,6 %) zuerkannt. Darunter waren 188 Personen (0,8 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden. 0,5 Prozent erhielten subsidiären Schutz und bei 0,9 Prozent wurden Abschiebungsverbote festgestellt.” (Quelle bamf.de)

Damals: Echte Flüchtlinge versorgen sich durch Urbarmachung vorher brachliegender Ländereien selbst.
Heute: Mehrheitlich unechte Flüchtlinge bekommen Unterkunft, Verpflegung, med. Versorgung, Taschengeld, Sozialbetreuung usw. Mit dem Geld http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/asylbewerber-kosten-bis-zu-10-milliarden-euro-13758770.html könnte man in den Herkunftsregionen – da sitzen die, die sich die Reise (Schlepper sind teuer), nicht leisten können – eine viel größere Wirkung und Verbesserung erzielen.

Fazit: Äpfel sind keine Birnen.

P.S.: Stichwort Recherche. Die Hugenottenkriege dauerten von 1562 bis 1598. Durch das Edikt von Nantes verbesserte sich dann für einige Jahrzehnte die Lage. Die eigentliche Fluchtbewegung der Hugenotten setzte dann unter der grausamen Herrschaft von Louis XIV (“Sonnenkönig”) ein.

@Obsthändler: ersetzen sie markgraf durch “wirtschaft” und untertanen mit “fachkraft” dann passt doch wieder alles.

@Obsthändler
Vielen Dank für Ihren Beitrag. Wunderschön die Tatsachen beschrieben die nun hoffentlich auch unseren lieben el gryffo in seiner unersättlichen “Quellengier” befriedigen.

Ich glaube mittlerweile ist zur Flüchtlingsdebatte doch schon alles gesagt. Scheinbar nur noch nicht von jedem. Die Leute die eine Aufnahme von Wirtschaftsflüchtlingen und sonstigen reiselustigen Balkanbewohnern bleiben auf ihrem Standpunkt bestehen und die die dagegen sind natürlich auch. Das Problem bei der ganzen Sache rund um das für und wieder von Flüchtlingsaufnahmen ist nämlich das, dass es uns einfach viel viel zu gut geht. Wenn die ganzen “Gutmenschen” einmal selbst in ernsten Kontakt mit Flüchtlingen kommen würden (z.B. gemeinsam unter einem Dach oder sogar nur zur Nachbarschaft miteinander wohnen müssten)dann würde die sonst so positive Einstellung doch schon erheblich bröckeln.