Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) plant, die ärztliche Bereitschaftspraxis in Blankenloch zum 30. November zu schließen. Eine entsprechende Kündigung der Räumlichkeiten in der Gymnasiumstraße 2a ist bereits bei der Stadtverwaltung eingegangen.

Bereits im Frühjahr 2013 war eine Schließung geplant gewesen. Durch mehrere Gespräche konnte dies damals noch verhindert werden. Jetzt fordert die Stadtverwaltung die KVBW auf, Zahlen zur Inanspruchnahme der Praxis und Vergleichswerte vorzulegen. Außerdem wurde eine Anpassung des Mietzinses angeboten, um die Wirtschaftlichkeit für die KVBW zu verbessern. Landrat und Landtagsabgeordnete waren eingebunden, belastbare Zahlen wurden bislang jedoch nicht vorgelegt.

Notfallpraxen sollen die hausärztliche Versorgung außerhalb der regulären Sprechzeiten gewährleisten. Sie sind nicht Bestandteil der Notfallrettung.

Mit Schließung der Notfallpraxis, wovon aktuell auszugehen ist, geht eine Verschlechterung der hausärztlichen Versorgung in Stutensee und den Nachbargemeinden einher. Patienten müssen künftig entweder die Notfallpraxen in Bruchsal (derzeit noch Zollhallenstraße) oder in Karlsruhe (St. Vincentius-Klinik) nutzen. In Kliniken nutzen die Bereitschaftsärzte eigene Räumlichkeiten; sie sind nicht Teil der Notaufnahme. Für immobile Patienten besteht die Möglichkeit, den zentralen Fahrdienst in Karlsruhe mit derzeit drei Ärzten in Anspruch zu nehmen.

Stadt und Gemeinderat fordern die KVBW auf, ihre Entscheidung zu revidieren, erwarten aber zumindest, dass die Schließung erst nach dem Umzug der Bereitschaftspraxis Bruchsal an die Fürst-Stirum-Klinik erfolgen darf (der Zeitpunkt dafür ist noch unbekannt) und die Bevölkerung darüber umfassend informiert werden muss. Insbesondere soll die Öffentlichkeitsarbeit für die Nummer 116 117 verstärkt werden, die bei der zentralen Rettungsleitstelle aufgeschaltet ist. Dort kann dann entschieden werden, ob ein Bereitschaftsarzt ausreicht oder ob ein Notarzt erforderlich ist.

Es wird davon ausgegangen, die Räumlichkeiten in Blankenloch wieder rasch einer Nutzung zuführen zu können.

Ziel eines Bundesgesetzes zu Stärkung der Krankenkassen ist es, Bereitschaftspraxen nur noch an Kliniken anzusiedeln, um Diagnosegeräte gemeinsam nutzen zu können. Am jetzigen Standort in Blankenloch sei außer Blutbild und EKG nicht viel möglich.

Bildquellen

  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Olaf Matthei-Socha
Werbung