Starkregenereignisse kommen immer wieder vor und werden in den nächsten Jahren aufgrund der Klimaerwärmung häufiger oder extremer werden. Um möglichen Schäden durch das Wasser vorzubeugen und vorbereitet zu sein, hat die Stadtverwaltung einen Plan zum Starkregenrisikomanagement erstellen lassen. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung wurde dieser der Öffentlichkeit vorgestellt.
Vergangenen Mittwoch erläuterten Baubürgermeisterin Tamara Schönhaar, Bauamtsleiter Johannes Klawe sowie Vertreter des beauftragten Ingenierbüros das Starkregenrisikomanagement in der Blankenlocher Festhalle.
Während bei Hochwasser ein natürliches Gewässer über die Ufer tritt, handelt es sich bei Starkregen um direktes Oberflächenwasser aus Niederschlag. Dieses sucht sich anhand des Untergrunds und des Gefälles seinen Weg.
In eigens erstellten Gefahrenkarten für alle Stutenseer Stadtteile haben die Ingenieure die Überflutungstiefe sowie die Fließgeschwindigkeiten und -richtungen eingezeichnet. Betrachtet wurden jeweils die Szenarien “selten”, “außergewöhnlich” und “extrem”, abhängig davon, wie groß die Niederschlagsmenge innerhalb kurzer Zeit ist. Die Kanalisation wird dabei nicht mit berechnet.
Für öffentliche Bereiche wie Unterführungen und städtische Gebäude haben die Ingieure Risikoanalysen durchgeführt. Dabei ist das Gefahrenlevel bei fast allen Objekten “hoch” und nur in Einzelfällen “mäßig” oder “nicht gefährdet”. Zu letzterem gehören die Standorte der Freiwilligen Feuerwehr in Blankenloch, Friedrichstal und Spöck.
Ein entsprechender Risikosteckbrief wurde am Beispiel des Schulzentrums vorgestellt. Dabei enthalten sind Maßnahmenvorschläge, die im Notfall das Wasser abhalten können wie Dammbalkensysteme oder zumindest Menschen warnen und schützen können wie ein Wassermelder oder die Pflege der Rettungswege.
Stadtverwaltung und Gemeinderat sind bereits über die Risiken und möglichen Maßnahmen informiert gewesen. Privatgrundstücke müssen jedoch vom jeweiligen Eigentümer geschützt werden. So sollten Abflussmöglichkeiten regelmäßig gepflegt werden. Je nach Risikogebiet bieten sich zudem mobile Schutzeinrichtungen wie Schottsysteme oder Sand- bzw. Polymersäcke, erhöhte Stufen oder druckdichte Fenster und Türen an.
Die Gefahrenkarten hatte die Stadtverwaltung an Stellwänden aufgehängt, so dass sie nach dem Vortrag betrachtet und diskutiert werden konnten. Es ist geplant, die Karten auch auf der Website der Stadtverwaltung verfügbar zu machen.


forum Kommentare
>>Privatgrundstücke müssen jedoch vom jeweiligen Eigentümer geschützt werden. So sollten Abflussmöglichkeiten regelmäßig gepflegt werden.<<
Um dann doch von den mit Unrat gefüllten Einläufen des Kanals auf der Straße und dem Aufstauen auf der Straße überrascht zu werden? Wie konnte es dazu kommen? Die Bewohner Friedrichstals in der Hindenburg- und Rheinstraße bedanken sich für die Füllung ihrer Keller. Allen Betroffenen eine ruhige Nacht und starke Nerven.