Zukunft der Abwasserentsorgung

Kläranlage Blankenloch

Beitragsbild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 06.08.2025 17:33 | Keine Kommentare

Benötigen Blankenloch und Büchig weiterhin eine eigene Kläranlage, die aktuell sanierungsbedürftig ist? Oder wäre es auch eine Möglichkeit, das Abwasser aus den südlichen Stadtteilen in der Kläranlage Karlsdorf-Neuthard reinigen zu lassen? Dort sind Friedrichstal, Spöck und Staffort angeschlossen. Auf Antrag der Gemeinderatsfraktionen untersucht die Stadtverwaltung die Möglichkeiten.

Alle Fraktionen des Gemeinderats wollen wissen, ob ein Beitritt des Stadtteils Blankenloch mit Büchig zum Abwasserzweckverband Kammerforst und damit die Verschmelzung der städtischen Kläranlage Blankenloch mit der Verbandskläranlage Karsdorf-Neuthard möglich sei und was dafür zu tun wäre.

Der Vorsitzende des Abwasserzweckverbands habe eine grundsätzliche Offenheit für dieses Vorhaben signalisiert, teilt die Stadtverwaltung dem Gemeinderat mit.

Neben finanziellen, organisatorischen und personellen Aspekten müssten hierfür auch technische Auswirkungen untersucht werden. Konkret müsste der Standort der jetzigen Kläranlage am Hasenäckerweg auf ein reines Pumpwerk zurückgebaut werden.

Aus Sicht der Verwaltung sollte die Anlage selbst ausdrücklich nicht in Frage gestellt werden. “Nur durch den Erhalt der Kläranlage am Standort Blankenloch kann die Stadt den Bereich der Abwasserbeseitigung vollumfänglich steuern und somit flexibel auf geänderte Bedürfnisse und Anforderungen reagieren”, so die Stadtverwaltung in ihrer Reaktion auf den Antrag. Der Ansatz einer vertieften interkommunalen Zusammenarbeit mit dem Abwasserzweckverband Kammerforst werde jedoch begrüßt. Zur zukunftsfesten Aufstellung der Abwasserversorgung sollten jedoch auch andere Varianten geprüft werden.

“Uns geht es um die zukunftsfähige Aufstellung der Abwasserbeseitigung Stutensee und dafür sollten alle Optionen ohne Denkverbote gründlich geprüft werden”, so Tobias Walter (CDU/FDP-Fraktion) für die Antragsteller. Der Anschluss von Blankenloch und Büchig an eine andere Kläranlage solle explizit geprüft werden. “Die Zusammenarbeit mit dem Abwasserzweckverband Kammerforst läuft reibungslos, so dass wir die in der Sitzungsvorlage aufgeführten Nachteile eines vollständigen Anschlusses an diese Anlage oder gegebenenfalls auch andere Kläranlagen nicht nachvollziehen können.” Die politische Steuerung und Kontrolle sei über die Verbandsversammlung möglich.

Aktuell steht die Kläranlage in Blankenloch vor umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.

“Sollte sich der Gemeinderat entgegen der Empfehlung der Verwaltung – zusätzlich zur organisatorischen Überprüfung – auch für eine Überprüfung des Erhalts der Kläranlage oder des Rückbaus am Standort Blankenloch aussprechen, so ist das Projekt „Sanierung und energetische Ertüchtigung der Kläranlage“ zunächst zu pausieren, bis eine entsprechende Betrachtung durchgeführt ist”, so die Stadtverwaltung.

Ergebnisse der Untersuchung sollen im ersten oder zweiten Quartal 2026 vorliegen.

In der Kläranlage Blankenloch wird nur das Abwasser von Blankenloch und Büchig aufbereitet. Die nördlichen Stadtteile Friedrichstal, Spöck und Staffort sind seit den 1970er bzw. 1980er-Jahren an die Kläranlage in Karlsdorf-Neuthard, betrieben vom Abwasserzweckverband Kammerforst, angebunden.

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