Vor einem Jahr hat die Deutsche Glasfaser die Nachfrage nach Glasfaser in Stutensee ermittelt. Nun steigt die Deutsche Telekom in die Vermarktung eigener Anschlüsse ein. “Endlich ist es so weit: Der Glasfaser-Ausbau startet bei Ihnen.” Mit diesen und ähnlichen Botschaften wendet sich das Unternehmen an Bestandskund:innen in Stutensee. Mehrere Leser haben sich daraufhin an meinstutensee.de gewendet. Was hat es damit auf sich?
Deutsche Glasfaser: Detailprüfung läuft
Hat die Telekom das Geschäft der Deutschen Glasfaser übernommen? Diana Stiebe, Pressesprecherin der Deutschen Glasfaser, verneint das. Das Vorhaben in Stutensee sei weiterhin in der Detailprüfung. Aktuell könne noch kein Zeitrahmen genannt werden.
GlasfaserPlus baut für Telekom Glasfasernetz aus
Und was sagt die Deutsche Telekom? Für das Projekt in Stutensee ist die GlasfaserPlus zuständig. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und IFM Investors, einem australischen Fondsverwalter, der im Eigentum von Pensionskassen steht und global Pensionsgelder in Infrastrukturunternehmen anlegt, so Anke Piontek, Pressesprecherin von GlasfaserPlus.
GlasfaserPlus selbst vertreibe keine eigenen Produkte und Tarife, sondern konzentriere sich auf den Ausbau des Glasfasernetzes. “Nach dem Open Access Modell bieten wir unser Glasfasernetz allen interessierten Telekommunikationsanbietern diskriminierungsfrei zur Nutzung an”, so Piontek.
Ausbau für 12.500 Haushalte vorgesehen
Für den Ausbau in Stutensee seien 12.500 Haushalte vorgesehen. Er erfolgt nicht komplett flächendeckend. Gewerbegebiete sind nicht dabei. Auch einige Randgebiete wie beispielsweise die Eggensteiner Straße westlich der Bahn oder in Büchig westlich der Kreisstraße fehlen auf der Karte (siehe Abbildung).
Die GlasfaserPlus schließt eine Immobilie während der Ausbauphase nach eigener Aussage kostenfrei an, wenn Kundinnen oder Kunden einen Glasfaser-Tarif bei einem Telekommunikationsanbieter abschließen. Die GlasfaserPlus benötigt in diesem Fall lediglich eine Genehmigung, den Anschluss herstellen zu dürfen, weil die Arbeiten dafür auf Privatgrund geschehen.
Die Beauftragung funktioniert folgendermaßen: Kunden/Kundinnen buchen bei einem Telekommunikationsanbieter wie der Telekom einen Glasfaser-Tarif. Der wiederum nimmt Kontakt mit der GlasfaserPlus auf und kümmert sich um die Genehmigung und die Details.
Bei einer Buchung nach der Ausbauphase würden in der Regel Kosten für den Hausanschluss erhoben, bei der Telekom betragen diese beispielsweise einmalig 799,95 Euro.
Ausbau startet im März 2026
Für den Ausbau in Stutensee habe die Telekom bereits verbindlich angekündigt, das Netz der GlasfaserPlus zu nutzen. Im Dezember hat die Telekom mit dem Vertrieb begonnen. Glasfasertarife können vorbestellt werden.
Der Ausbau startet geplant im März 2026 und soll bis Ende 2027 vollständig abgeschlossen sein.
Stadtverwaltung: “Stehen zur Kooperation mit der Deutschen Glasfaser”
Was sagt die Stadtverwaltung dazu? Diese ist eine Kooperation mit der Deutschen Glasfaser eingegangen und stehe auch dazu, wie sie auf Anfrage mitteilt. “Unser Ziel ist, einen Gesamtausbau für Stutensee zu erreichen.”
“Im Vorfeld unserer Bestrebungen, den Gesamtausbau Stutensees zu erreichen, hatte die Telekom Deutschland GmbH auf keine unserer Anfragen reagiert, sie informierte uns nun über einen Vertriebsbeginn in Stutensee.”
Aus Sicht der Stadtverwaltung sei das zu früh geschehen. “Es sollte bei niemandem, der oder die in der Nachfragebündelung mit der Deutschen Glasfaser einen Vertrag abgeschlossen hat, eine Unsicherheit entstehen, zumal diese Vertragsabschlüsse mit der Deutschen Glasfaser grundsätzlich den Weg für eine Anbindung aller interessierten Haushalte bereitet haben.”
Nach dem derzeitigen Informationsstand der Stadt beziehen sich die Überlegungen der Telekom nicht auf das gesamte Stadtgebiet und gehen daher nicht konform mit dem städtischen Ziel eines umfassenden Gesamtausbaus. Die Vertriebsaktivitäten fänden ohne vorherige Abstimmung mit der Stadtverwaltung statt.
Der derzeitige Planungsstand der Deutschen Glasfaser für Stutensee sehe einen Ausbauhorizont für die Jahre 2027/2028 vor.
Rechtlich sei es möglich, dass ein Telekommunikationsunternehmen für die Aufgrabungen einen Antrag nach dem Telekommunikationsgesetz stellt und aus eigenem Antrieb mit dem Ausbau beginnt. “Es liegt uns bisher kein solcher Antrag vor”, ergänzt die Stadtverwaltung.

forum Kommentare
Heute Mittag klingelte bei uns eine Vertrieblerin der Telekom und teilte mit, dass die Deutsche Glasfaser sich aus dem Geschäft zurückgezogen hat und daher nun die Telekom die Anschlüsse anbietet.
In Blankenloch ebenfalls. Die Stadtverwaltung ist scheinbar nicht im Bilde.
Deutsche Glasfaser – der Name ist schon irreführend – funktioniert landesweit “wunderbar”…..einfach mal googlen. Auch auf dem SWR kamen schon verschiedene Berichte darüber, wer da einen Vertrag abgeschlossen hat, der tappt jetzt erst einmal ein paar Jahre im Dunkeln und muss hoffen, dass es überhaupt umgesetzt wird.
Was die Effektivität und Kompetenz angeht, so scheint allerdings die Stadt Stutensee und die Deutsche Glasfaser gut zusammenzupassen. Ich prognostiziere jetzt einmal, dass diese Verbindung in den nächsten Monaten und Jahren hier noch einige Artikel erzeugen wird, positiv werden diese eher nicht werden, ist zu befürchten.
War ja klar, dass die Telekom in dem Moment hinzukommt, als die Deutsche Glasfaser loslegen wollte. Ohne deren (DG) Engagement wäre rein gar nichts passiert. Als nächstes wird jetzt noch Vodafone in Stutensee besonders günstige Angebote für ihr Kabel-Internet machen und das Chaos ist perfekt.
… genau: Vodafone war vor ca. 3 Monaten schon in Büchig unterwegs um das Kabel-Internet anzupreisen.
Das Verhalten der T*kom in S’see wirkt typisch und ist in vielen Ausbaugebieten zu beobachten. Mit einem schnelleren Ausbauversprechen scheint die T*kom bzw. ihr Joint Venture GlasfaserPlus, nahezu verlorene Marktanteile erobern zu wollen.
Passend dazu: https://www.heise.de/news/Glasfaser-Monopolkommission-warnt-vor-Rueckkehr-alter-Machtverhaeltnisse-11110350.html
– “Wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte vorrangig darauf gesetzt werden, dass zwei oder mehr Anbieter eigene, voneinander unabhängige Glasfasernetze verlegen […]”
– “[…] habe die Deutsche Telekom den Anreiz, Glasfaser strategisch zuerst dort auszubauen, wo bereits alternative Anbieter tätig sind, um diese aus dem Markt zu verdrängen.”
Passend zur mangelden Kommunikation der Stadtverwaltung passt auch die nicht vorhandene Kommunikation der DG.
Nicht der erste Artikel den ich zu dem Thema sehe : Deutsche Glasfaser tritt auf die Bremse – teltarif.de News https://share.google/IpkC6tquIajU8GRVF
Egal ob Telekom, Vodafone oder DG einer sollte ausbauen.