Schülerin will zum Olympischen Jugendlager

Nina Finster

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 10.12.2025 12:07 | Keine Kommentare

Seit acht Jahren spielt Nina Finster Badminton. Was fasziniert sie an dem Sport? Als eine von 40 Nachwuchsleistungssportlerinnen aus Deutschland bekommt Nina die Möglichkeit, am Deutschen Olympischen Jugendlager Anfang 2026 in Mailand teilzunehmen. Derzeit ist sie auf der Suche nach Sponsor:innen.

Acht Jahre ist es her, dass Nina Finster begonnen hat, Badminton zu spielen. Durch eine Freundin sei sie dazu gekommen, erzählt sie. Angefangen hat sie beim Badminton Club Spöck, vergangenes Jahr wechselte sie zum Badminton-Sportverein BSV Eggenstein-Leopoldshafen. Dort trainiert sie mehrmals in der Woche.

“Der Kopf ist das Entscheidende”

Badminton ähnelt auf den ersten Blick dem bekannten Freizeitsport Federball, ist jedoch die organisierte Wettkampfvariante mit festem Spielfeld, Netz, klaren Regeln und Punktesystem. Gespielt wird in der Regel in der Halle gegeneinander auf Sieg.

Was begeistert Nina daran? “Bei dem Spiel ist der Kopf das Entscheidende”, sagt sie. Wenn es mental nicht funktioniere, könne das Spiel ganz schnell in die andere Richtung gehen. Badminton sei außerdem sehr variantenreich. Man müsse viele verschiedene Schläge können. “Die Variation in dem Sport ist richtig cool, auch weil es so schnell ist.”

Einen Liga-Spielbetrieb gebe es nur für Erwachsene, bedauert die sechzehnjährige Friedrichstalerin. Dort helfe sie nur aus. Für Jugendliche gebe es vom Deutschen Badminton Verband (DBV) organisierte Ranglisten mit entsprechenden Turnieren, an denen Nina teilnimmt. Deutschlandweit spielt sie bei Turnieren, aber manchmal auch international. In diesem Jahr seien es 16 Turniere gewesen. Dabei gebe es Einzel, Mix und Doppel. Bei den Deutschen Meisterschaften in Hoyerswerda, die diese Tage anstehen, spiele sie nur Mix und Doppel.

Viermal pro Woche trainiert die Schülerin, die derzeit die vorletzte Jahrgangsstufe vor dem Abitur am Thomas-Mann-Gymnasium besucht. Für andere Hobbys bleibe da keine Zeit. Bis April sei sie noch geritten. Aber das habe sie aus Zeitgründen aufgeben müssen. Dafür ist sie noch einmal in der Woche als Trainerin beim Badminton für Kinder zwischen fünf und acht Jahren im Einsatz.

Ausgewählt für das Deutsche Olympische Jugendlager

Anfang 2026 hat Nina etwas Besonderes vor: Sie darf am Deutschen Olympischen Jugendlager in Mailand teilnehmen. Organisiert wird das von der Deutschen Olympischen Akademie und der Deutschen Olympischen Sportjugend. 40 Jugendliche aus dem Nachwuchleistungssport und Ehrenamt bekommen die “einmalige Chance, in die olympische Atmosphäre einzutauchen”, so die Veranstalter. Nina ist eine der ausgewählten 40 Jugendlichen.

In Italien darf sie Wettkämpfe wie Biathlon, Eishockey oder Skispringen als Zuschauerin beobachten. Zudem warten Workshops zu aktuellen Themen des Sports, Begegnungen mit Entscheidungsträger:innen und gemeinsame sportliche Aktivitäten auf die Jugendlichen.

Für die Teilnahme am Olympischen Jugendlager müsse sie eine Eigenbeteiligung in Höhe von 1.400 Euro leisten. “Dafür suche ich noch Leute, die mich unterstützen würden”, so die Sechzehnjährige. Wer sich beteiligen möchte, kann sie per E-Mail unter nina-finster@gmx.de erreichen.

Bei Olympia werde sie wohl nie spielen, schätzt Nina die Sache ein. Dafür hätte sie ein Sportinternat besuchen und sich ganz dem Leistungssport verschreiben müssen. “Mit Badminton kann man kein Geld verdienen”, sagt sie. Deshalb habe sie einen anderen Weg gewählt. Aber sie wolle auf jeden Fall beim Sport bleiben, als Funktionärin beispielsweise.

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