Spöcker Orgel wird erneuert

Orgel ohne Pfeifen

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 06.12.2025 13:07 | Keine Kommentare

Alle zwanzig bis dreißig Jahre müssen Kirchenorgeln überprüft und repariert werden. In der evangelischen Kirche in Spöck laufen diese Arbeiten aktuell. Rechtzeitig zu Weihnachten soll die Orgel wieder spielbar sein.

Ende September haben die Sanierungsarbeiten an der Paul-Ott-Orgel in der Spöcker Kirche begonnen. Mitarbeiter der Orgelfirma Martin Vier haben alle Pfeifen ausgebaut und abtransportiert. Übrig blieb nicht viel mehr als der Holzrahmen.

Bei der Orgel in Spöck handelt es sich um eine elektromechanische Orgel. Die Register, also die unterschiedlichen Klangfarben, werden über Schalter aktiviert, die kleine elektromagnetische Motoren ansteuern. Alles, was mit Tönen zu tun hat, ist jedoch mechanisch. Der Druck auf eine Taste bewegt einen Draht, der sich bis zu den Pfeifen spannt und dort ein Ventil öffnet oder schließt. Der Luftstrom, die Orgelbauer sprechen vom “Wind”, der dann durch die geöffneten Ventile durch die Pfeifen strömt, wird elektrisch gepumpt.

Bei der Spöcker Orgel wurden beispielsweise die Luftbälge aus Leder erneuert. Das Material war brüchig geworden und würde keine dreißig Jahre bis zur nächsten Inspektion überstehen. Auch die Elektrik zur Steuerung des Luftstroms in die richtigen Pfeifen je nach gewähltem Register wurde überarbeitet. Bei den alten Motoren mit dünnen Stromdrähten habe Brandgefahr bestanden, berichten die Orgelbauer der Firma Vier.

Der Spieltisch mit den Tasten wurde komplett ausgebaut und die Tasten aus Ebenholz, die teilweise abgegriffen waren, abgeschliffen und aufpoliert.

Die Orgelbaufirma Vier hat ihren Sitz in Friesenheim zwischen Lahr und Offenburg. Dorthin wurden die vielen Orgelpfeifen zur Reinigung verbracht und in großen Wannen oder in Ultraschallreinigungsbecken gesäubert. Bis Weihnachten sollen sie nach und nach wieder eingebaut und vom Intonateur richtig eingestellt werden. Für alle Register werde es wohl zeitlich nicht reichen, so die Orgelbauer. Aber spielbar werde die Orgel wieder sein.

Die Kosten für Reinigung und Überholung belaufen sich auf etwa 55.000 Euro, so Corina Mayer, im Ältestenrat der Gemeinde für Kirchenmusik zuständig. 15.000 Euro habe die Gemeinde selbst gesammelt, beispielsweise durch ein Konzert und den Verkauf einer CD mit Kirchenmusik aus Spöck. Den Rest habe die Landeskirche beigetragen. Schon 2022 sei das Geld beisammen gewesen. Dann habe gewartet werden müssen, bis der Orgelbauer Zeit hatte.

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