Stutensee steigt aus Wärmenetz-Projekt aus

Symbolbild

Bild: jarmoluk/pixabay.com

Von Martin Strohal | 27.12.2025 10:38 | 3 Kommentare

2023 wurde mit großen Hoffnungen eine Projektentwicklungsgesellschaft im nördlichen Landkreis gebildet. Deren Ziel war es, eine “Wärmeautobahn” zwischen den Städten zu bauen und maßgeblich klimafreundlich aus Geothermie gewonnene Wärme darüber zu verteilen. Nun ist das Projekt am Ende. Stutensee steigt wie die anderen Kommunen aus.

Im Sommer 2023 hatten mehrere Kommunen im nördlichen Landkreis Karlsruhe zusammen mit den Stadtwerken Bruchsal, Bretten und Ettlingen eine Projektentwicklungsgesellschaft (PEG) gegründet. Stutensee beteiligte sich daran mit einmalig 47.000 Euro.

Tiefengeothermie, gewonnen in Graben-Neudorf und Dettenheim, hätte eine große Rolle dabei spielen sollen, klimaneutrale Energiegewinnung zu organisieren. Die PEG hatte zum Ziel, die Machbarkeit des Vorhabens zu überprüfen.

Das Ergebnis der Machbarkeitsanalyse sei grundsätzlich positiv gewesen, so die Stadtverwaltung. “Im weiteren Projektverlauf konnten jedoch die für die Wärmebereitstellung erforderlichen vertraglichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht in der erwarteten Form realisiert werden”, formuliert es die Stadtverwaltung.

Deutlicher wird der Chef der Brettener Stadtwerke Stefan Kleck in einem BNN-Interview: Die Deutsche Erdwärme, die die Bohrungen in Graben-Neudorf und Dettenheim durchführt, habe zu Beginn an jedem der beiden Standorte eine Leistung von 40 Megawatt versprochen gehabt. Nun, zwei Jahre später, habe sie für Graben-Neudorf nur noch 10 bis 20 und in Dettenheim 20 bis 25 Megawatt zusagen wollen. Die Wärme solle dann möglicherweise ab 2029 an die ersten Abnehmer:innen geliefert werden.

Vor diesem Hintergrund sei der Aufbau eines regionalen Wärmenetzes auf Basis der ursprünglich geplanten Tiefengeothermie derzeit nicht umsetzbar, heißt es in der Ausscheidungsvorlage der PEG. “Hinzu kommt, dass sich
die Ausgangslagen und Interessen der beteiligten Kommunen im Projektverlauf unterschiedlich entwickelt haben, sodass eine gemeinsame Umsetzung im bestehenden Rahmen der PEG aktuell nicht weiterverfolgt werden kann.”

Die Stadtwerke Bruchsal, Bretten und Ettlingen als verbleibende Gesellschafter beraten derzeit über die künftige Weiterführung und Ausrichtung der PEG.

Stutensee erhält gemäß seinem Anteil an der Gesellschaft etwa 8.000 Euro zurück.

forum Kommentare

MfG☆☆

Schön, dass der Chef der Brettener Stadtwerke Klartext redete und die nötigen Infos liefert, aus Stutensee kommt da leider wieder nichts. Im Gegenteil “grundsätzlich positiv sei das Ergebnis der Machbarkeitsanalyse” wurde mitgeteilt. Da würden sich doch die Leser jetzt fragen warum man dann ausgestiegen ist. Herr Kleck aus Bretten hat das begründet. Stutensee ist mit einer einfachen, verständlichen und informativen Pressemitteilung überfordert. Dies durften wir vor kurzem schon beim Problem mit dem Leitungswasser erleben, da kamen die Infos zum Glück von meinstutensee und kanews. Es ist inzwischen wirklich ein Armutszeugnis.

Daniel

Stutensee kann nun auch den Titel “Große Kreisstadt* zurückgeben. Übergeben wir doch einfach alles der Stadt oder dem Landratsamt Karlsruhe.

Strange

Die Stadt ist ein Sanierungsfall. Bin zum Glück nach Linkenheim gezogen. Ich sage euch der Fisch stinkt am Kopf