Madeleine Mohrhardt ist auf dem Ponyhof ihrer Eltern in Büchig aufgewachsen. Ohne Leistungssportler in der Familie als Vorbilder zu haben, begann sie mit dem Boxen. In diesem Jahr will sie Weltmeisterin werden.
Aufgewachsen zwischen Pferden, Ponys und Stallgeruch auf dem elterlichen Hof in Büchig – wohl kaum jemand hätte Madeleine Mohrhardt eine Karriere als künftige Profiboxerin vorausgesagt. Doch die 29-Jährige, die alle nur „Maddy“ nennen, liebt Kontraste. Hier das Landleben am Ortsrand von Büchig, dort die grellen Scheinwerfer der Boxarenen, Sponsorengalas und TV-Interviews – zwei Welten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die sie beide mit Leidenschaft lebt.
Mit 15 Jahren zog es Maddy zum Polizeisportverein (PSV) nach Durlach. Einfach mal ausprobieren, dachte sie – und gewann schon nach einem halben Jahr ihren ersten Kampf. Elf Jahre und 33 Siege im Amateurboxen folgten, dazu mehrere Titel: südwestdeutsche und baden-württembergische Meisterin, Vize-Deutsche Meisterin der U21. 2022 wagte sie den Schritt ins Profilager. Im vergangenen Jahr sicherte sie sich den internationalen Deutschen Meistertitel der GBA, der German Boxing Association, im Leichtgewicht. Ihr nächstes Ziel? Ganz klar: der Weltmeistergürtel.
Wenn sie nicht im Ring steht, findet man sie dort, wo alles begann – auf dem Ponyhof ihrer Eltern. Sie gibt Reitstunden, bietet Reittherapie an und arbeitet als Personal Trainerin. „Der Hof erdet mich“, sagt sie. „Nach einem Kampf zurückzukommen und den Stall auszumisten – das ist mein Ausgleich.“
Sportliche Vorbilder gab es in ihrer Familie keine. „Meine Eltern haben erst mal große Augen gemacht, als ich mit dem Boxen angefangen habe“, erzählt sie lachend. Und doch beweist Maddy, dass Weg und Ziel nicht immer vorgezeichnet sein müssen.
Neben der sportlichen Karriere hat sie ihr Studium in Sportpsychologie mit der Note 1,3 abgeschlossen – ein Detail, das sie mit Stolz erwähnt. „Weil Boxer ja immer als dumm gelten“, sagt sie und lächelt selbstbewusst. Ebenso stolz ist sie auf ihre Modeltätigkeit, die ihr die Schlagzeile „heißeste Boxerin Deutschlands“ einbrachte. Für sie kein Widerspruch: „Ich mag es, zu zeigen, dass Stärke und Weiblichkeit zusammenpassen.“
Und so steht Maddy Mohrhardt mit beiden Beinen fest auf der Erde – mal in Gummistiefeln im Pferdestall, mal in Boxstiefeln im Ring.



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