Landtagswahl: Wer kandidiert?

Symbolbild Landtag Baden-Württemberg

Bild: Landtag Baden-Württemberg

Von Redaktion meinstutensee.de | 13.02.2026 7:25 | Keine Kommentare

Am 8. März 2026 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Wer kandidiert im Wahlkreis Bretten, zu dem Stutensee gehört? Für welche Themen stehen sie?

Sechs Kandidatinnen und Kandidaten werben um die Erststimme der Wahlberechtigten. Die Redaktion von meinstutensee.de hat sie alle kontaktiert. Neben einer persönlichen Vorstellung haben wir sie um ihre Stellungnahme zu zwei Themenbereichen gebeten, für die die Landespolitik zuständig ist: Bildung und Finanzierung der Kommunen.

Die Texte wurden von den Kandidat:innen bzw. ihren Büros verfasst und von der Redaktion nicht bearbeitet.

Pascal Haggenmüller (Grüne)

(Foto: Dominik Butzmann)

Ich bin… Pascal Haggenmüller, 37 Jahre alt, verheiratet, ich bin in Bretten geboren, in Oberderdingen aufgewachsen und habe in Karlsruhe mein Abitur gemacht und meinen Zivildienst geleitet. Anschließend habe ich Politik, Geschichte und Italienisch auf Lehramt in Freiburg studiert und bin seit 2021 Landesvorsitzender der Grünen in Baden-Württemberg und wohne derzeit in Mannheim.

Diese Themen interessieren mich besonders:

Jetzt ist entscheidend, unser Land konsequent für die Zukunft aufzustellen: mit einer stabilen, handlungsfähigen Regierung, einem starken und innovativen Wirtschafts- und Forschungsstandort sowie ambitioniertem Klimaschutz zum Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Dazu braucht es eine Energiepolitik, die Strom verlässlich, erneuerbar und bezahlbar bereitstellt. Genauso wichtig sind soziales Miteinander, demokratischer Zusammenhalt und eine offene Gesellschaft, die Verantwortung übernimmt und gemeinsam mutig nach vorne blickt.

Meine Vorstellungen im Bereich Bildung:

Ich möchte, dass künftig kein Kind mehr die Schule ohne einen Abschluss verlässt. Wir müssen stärker in Kitas und Schulen investieren. Ein kostenfreies, verpflichtendes Kita-Jahr sorgt für bessere Bildungschancen und entlastet Familien. Gleichzeitig muss die Sprachbildung als Schlüssel zur Teilhabe gestärkt werden. Wir leben in einer digitalen Welt. Jugendliche brauchen frühzeitig Medienkompetenz. Sie hilft ihnen, Falschinformationen zu erkennen und sich aktiv in unsere Demokratie einzubringen.

Meine Vorstellungen zur Verbesserung der Finanzsituation der Kommunen:

Unsere Kommunen sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Hier entsteht Zusammenhalt und Daseinsvorsorge. Wir müssen die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen angehen. Dazu gehört eine gerechtere Verteilung der Umsatzsteueranteile zwischen Bund und Kommunen. Außerdem muss das Bestellerprinzip konsequent gelten: Wer neue Aufgaben beschließt, muss auch für deren Finanzierung sorgen. Wenn Bund oder Land zusätzliche Pflichten auferlegen, dürfen die Kommunen nicht auf den Kosten sitzen bleiben.

Ansgar Mayr (CDU)

(Foto: Marcel Ditrich)

Ich bin… in Stutensee aufgewachsen und lebe dort noch heute. Nach dem Abitur habe ich BWL an der Berufsakademie (heute: Duale Hochschule) studiert und danach 25 Jahre in verschiedenen kaufmännischen Bereichen gearbeitet – zuletzt im Controlling. Im Ehrenamt war ich über 26 Jahre Mitglied des Gemeinderates von Stutensee und 15 Jahre erster ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Im Landtag bin ich CDU-Sprecher für Digitalisierung und gehöre dem Innenausschuss sowie dem Finanzausschuss an.

Ich komme aus… Stutensee.

Diese Themen interessieren mich besonders:

Mir ist wichtig, dass unser Land im Alltag funktioniert. Dafür braucht es eine moderne Infrastruktur: gute Straßen und Schienen, bezahlbaren Wohnraum, eine verlässliche medizinische Versorgung sowie schnelles Internet und stabile Mobilfunknetze – überall. Digitalisierung heißt für mich: weniger Papier, kürzere Wege, bessere Services. Datenschutz muss praxisnah sein und Fortschritt ermöglichen. Wir investieren, damit Baden-Württemberg leistungsfähig und lebenswert bleibt.

Meine Vorstellungen im Bereich Bildung:

Bildung entscheidet über Chancen – nicht die Herkunft. Deshalb setze ich mich für ein verpflichtendes, beitragsfreies letztes Kita-Jahr und eine verbindliche Sprachförderung ein. Kinder brauchen einen guten Start. Eine verlässliche Grundschulempfehlung gibt Orientierung. Unser bewährtes mehrgliedriges Schulsystem mit starken Realschulen will ich stärken. Für mich sind berufliche und akademische Bildung gleichwertig: Wir brauchen Meister genauso wie Master.

Meine Vorstellungen zur Verbesserung der Finanzsituation der Kommunen:

Viele Städte und Gemeinden stehen finanziell unter Druck, weil Aufgaben zunehmen und Einnahmen unsicher sind. Mir ist wichtig, dass Kommunen sich auf das Land verlassen können: mit verlässlichen FAG-Zahlungen [Zahlungen nach dem Finanzausgleichsgesetz – Anm. d. Red.], einem starken kommunalen Ausgleichsstock und echter Planungssicherheit. Gleichzeitig brauchen wir weniger Vorgaben, einfachere Verfahren und mehr Entscheidungsspielraum vor Ort, damit Kommunen handlungsfähig bleiben.

Beate Essafi (SPD)

Ich bin… Beate Essafi, Mutter von drei Kindern, 1. Vorsitzende des Afkl [Arbeitsgemeinschaft Frauen Karlsruhe-Land – Anm. d. Red], 1. Vorsitzende Autismus e.V. Karlsruhe, stellvertr. Vorsitzende SPD Frauen Ka-Land, Elternebeiratsvorsitzende, Dozentin.

Ich komme aus… Bretten.

Diese Themen interessieren mich besonders:

Mir liegen soziale Gerechtigkeit und die Rechte aller Menschen am Herzen. Eine gute medizinische Versorgung, bezahlbare Pflege, ist mir wichtig. Die Förderung von geschlechterspezifischer Medizin. Genauso bezahlbares Wohnen, verlässliche Kitas und Schulen. Die Sorgen von Beschäftigten müssen ernst genommen werden, denn Arbeitsplätze bieten Sicherheit.

Meine Vorstellungen im Bereich Bildung:

Bildung soll stark machen und Verantwortung fördern. Mir sind gut ausgestattete Schulen, Medienkompetenz und Demokratiebildung wichtig. Junge Menschen sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen. Kooperationen mit Unternehmen und Hochschulen eröffnen Perspektiven. Ein gutes Schulklima und starke lernende Institutionen geben Halt und ermöglichen Entwicklung – für Bildung, die trägt und Zukunft eröffnet.

Meine Vorstellungen zur Verbesserung der Finanzsituation der Kommunen:

Unsere Kommunen brauchen Planungssicherheit und Spielraum. Neue Aufgaben dürfen nicht zu Lasten der Städte gehen – “wer bestellt, bezahlt”. Mit unkomplizierten Fördermitteln, weniger Bürokratie und genügend Ressourcen vor Ort können sie in Schulen, Infrastruktur und soziale Angebote investieren und so das Leben in der Gemeinde nachhaltig verbessern.

Dr. Christian Jung (FDP)

Ich bin… Dr. Christian Jung, 48 Jahre, Historiker, Studiendirektor (a.D.), verheiratet, zwei Kinder, ein Hund. Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Bretten seit 2021, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Karlsruhe-Land von 2017 bis 2021.
Ich wohne im Landkreis Karlsruhe.

Diese Themen interessieren mich besonders:

  • Mehr investieren, klug sanieren: Unsere Verkehrsinfrastruktur muss optimiert werden. Konjunktur braucht Infrastruktur!
  • Solide Finanzen – generationengerecht und zukunftsfest.
  • Baden-Württemberg bleibt Autoland: moderne Motoren, synthetische Kraftstoffe statt pauschales Verbrennerverbot.
  • Mehr Jobs durch starke Wirtschaft, wettbewerbsfähige Infrastruktur und funktionierenden Staat.
  • Verwaltungsreform und Bürokratieabbau jetzt – für eine moderne, digitale Verwaltung.

Meine Vorstellungen im Bereich Bildung:

Lehrkräftemangel und Unterrichtsausfälle verursachen Qualitätsverluste. Ich möchte ein modernes, vorausschauendes Personalmanagement, mehr Studienplätze, klares Controlling und Anreize für den Lehrerberuf und eigene, flexible Budgets für Schulleitungen. Bildung muss individuell fördern, unabhängig von Herkunft oder Elternhaus. Verbindliche Grundschulempfehlungen und verlässliche Beratung schaffen mehr Chancengerechtigkeit. Ein klares Ja zum vielgliedrigen Schulsystem, nicht zur „Schule für alle”.

Meine Vorstellungen zur Verbesserung der Finanzsituation der Kommunen:

Endlich finanzielle Freiheit für Kommunen, statt immer neue Auflagen von Land und Bund. Vorgaben strangulieren die Haushalte und verzögern Projekte wie Wohnungsbau. Mit einem „Finanzausgleich 2.0“ Landesauflagen ausgleichen und Eigeninitiative belohnen. Gleichzeitig Vorrang für Investitionen in ÖPNV, Bildung und Infrastruktur – sie sichern Arbeitsplätze, Wachstum und damit künftige Einnahmen. So bleiben Kommunen handlungsfähig und können Zukunft gestalten, statt in der Schuldenfalle zu landen.

Andreas Laitenberger (AfD)

Ich bin… Andreas Laitenbenberger, 38 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder. Ich kandidiere für die AfD im Wahlkreis 30 Bretten. Seit 2019 Stadtrat in Bretten, Kreisrat im Landkreis Karlsruhe, Mitglied im Regionalverband Region Karlsruhe. Ich habe 2 Berufe gelernt, Einzelhandelskaufmann & Immobilienvermittler (IHK) und aktuell arbeite ich für die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag als Landesgruppenkoordinator.

Ich komme aus… Bretten.

Diese Themen interessieren mich besonders:

Ich setze auf eine sachliche Aufklärung statt Panikmache. Gegen Angstverbreitung hilft nur eine ehrliche & faktenbasierte Politik, die Belastungen reduziert und Kommunen pragmatisch unterstützt. Wirtschaft stärken, Migration ordnen und den Sozialstaat sichern. Wir brauchen heute klare Prioritäten und keine ideologisierte Klimahysterie. Ich werde Massenentlassungen entschlossen entgegenwirken, drohende Firmenschließungen müssen früh analysiert werden um Werksschließungen zu verhindern.

Meine Vorstellungen im Bereich Bildung:

Ich setze mich für ein Schulwesen ein, das der Unterschiedlichkeit der Schülerinnen & Schüler durch ein gegliedertes System gerecht wird und so jedem die bestmöglichen Entwicklungschancen eröffnet. Das Turbo-Abitur hat Leistungsdruck erhöht und wertvolle Zeit für Persönlichkeitsentwicklung geraubt. Ich stehe für ein Gymnasium, das wieder Raum für Vertiefung, musische Bildung, Sport und echtes Verständnis bietet. Gute Bildung braucht Zeit – geben wir diese unseren Kindern zurück.

Meine Vorstellungen zur Verbesserung der Finanzsituation der Kommunen:

Zuerst muss das Land die offenen Forderungen in Höhe von fast 70 Mio. Euro beim Landkreis Karlsruhe begleichen – das wäre im ganzen Wahlkreis sofort spürbar. Um die Finanznot der Kommunen zu lindern, braucht es eine faire Neuverteilung zwischen Bund, Ländern & Gemeinden. Kommunale Aufgaben sind stetig gewachsen – etwa durch Flüchtlingsunterbringung und steigende Energiepreise, sowie Investitionen in Schulen, Sportvereine & Hallen. Dafür müssen Einnahmen und Zuständigkeiten besser zusammenpassen.

Amely Poll (Die Linke)

(Foto: Gustavo Alabiso)

Ich bin… 66 Jahre alt, lebe seit 23 Jahren hier im Landkreis, habe einen Sohn und eine Enkelin. Als Hobby hat sich das alte Haus, in dem ich lebe, entwickelt. Wenn ich Zeit habe, lese ich gerne, spiele Akkordeon und ich bereise gerne andere Länder.
Beruflich war ich immer nah an den Lebensrealitäten der Menschen: Ich habe unter anderem als Taxifahrerin, Altenbetreuerin und Kauffrau gearbeitet. Seit über 25 Jahren bin ich Gewerkschaftssekretärin mit Leib und Seele. Ich bin feministisch und antifaschistisch – und genau das prägt auch meine politische Arbeit.

Ich komme aus… Frankenthal in der Pfalz.

Diese Themen interessieren mich besonders:

Gute Arbeit: die Erhöhung des Mindestlohns, Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro, Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich.
Feminismus: Frauen sind überproportional Opfer von Gewalt. Sie verdienen weniger und sind oft von Altersarmut betroffen. Ein selbstbestimmtes Leben braucht auch bezahlbaren Wohnraum.
Verkehrspolitik ist ein zentraler Baustein guter Klimapolitik. Wir brauchen eine bessere Taktung und kostenlosen ÖPNV – nur so wird er zu einer echten Alternative zum Auto.

Meine Vorstellungen im Bereich Bildung:

Kostenfreie Bildung von der Kita bis zur Uni. Grundsätzlich bin ich für die Stärkung der Gemeinschaftsschule. Bildung braucht deutlich mehr Investitionen, das Kooperationsverbot mit dem Bund soll abgeschafft und ein Sondervermögen für Bildung aufgelegt werden. Es braucht: kostenfreie Lernmittel, digitale Endgeräte und Mittagessen; den Ausbau von Weiterbildung und dem Zweiten Bildungsweg und bessere Arbeitsbedingungen und gleiche Bezahlung für Lehrende. Gleiche Bildungschancen für alle.

Meine Vorstellungen zur Verbesserung der Finanzsituation der Kommunen:

Land und Bund müssen die notwendigen Mittel für alle übertragenen Aufgaben bereitstellen. Die von Regierungspräsidien verordneten Haushaltssperren sind abzuschaffen. Die Grunderwerbsteuer soll von 5 auf 6,5 Prozent erhöht werden, wie in anderen Bundesländern; gestaffelt nach Wirtschaftskraft. Steuerhinterziehung ist konsequent zu bekämpfen. Die Schuldenbremse muss aus der Landesverfassung gestrichen werden. Mit einer Reichensteuer könnten auch die Kommunen besser finanzieren werden.

forum Kommentare

Kommentare sind geschlossen