Der Um- und Ausbau der Trinkwasserversorgung in Stutensee ist beschlossen. Knapp 35 Millionen Euro investiert der Zweckverband Wasserversorgung unter anderem in den Neubau des Wasserwerks in Friedrichstal mit Wasserenthärtung, einen neuen Trinkwasserspeicher sowie Verbindungsleitungen zwischen Friedrichstal und Blankenloch.
In seiner letzten Sitzung am 20. Januar 2026 beschloss der Zweckverband Wasserversorgung Mittelhardt, an dem neben Stutensee auch Bruchsal beteiligt ist, die diversen Projekte zur Sicherung der Trinkwasserversorgung in Stutensee und Büchenau.
Inbetriebnahme 2028/29
Im April sollen die Arbeiten am Leitungsbau beginnen. Im Juli folgt der Startschuss für den Rohbau des Wasserwerks in Friedrichstal. Die Fertigstellung von Gebäude und Anlagentechnik ist für die erste Jahreshälfte 2028 zu erwarten. “Die Inbetriebnahme wird sukzessive erfolgen und insgesamt mehrere Wochen und Monate in Anspruch nehmen”, so die Stadtverwaltung. Teil der neuen Technik wird auch die zentrale Teilenthärtung sein. Das Projekt werde bis ins Jahr 2029 reichen, schätzt die Stadtverwaltung.
Mehrere Teilprojekte
Wie bereits berichtet, besteht der Plan darin, die Aufbereitung des Trinkwassers mit Eisen- und Manganfilter, in dem neuen Wasserwerk in Friedrichstal zu konzentrieren. Die Filteranlage wird nach einem Beschluss im April 2023 neu errichtet, da eine Sanierung der alten Anlage als nicht vorteilhaft angesehen wurde. Zudem wäre für den Zeitraum der Sanierung eine provisorische Anlage erforderlich gewesen, die in der erforderlichen Größe nicht zu bekommen war.
Im Wasserwerk Blankenloch wird weiterhin Grundwasser gefördert. Das Rohwasser wird über eine neu zu bauende Leitung nach Friedrichstal gepumpt. Das dort aufbereitete und enthärtete Trinkwasser fließt über eine zweite neue Leitung zurück nach Blankenloch.
Kosten: knapp 35 Millionen Euro
Die Kostenberechnung wurde von den beteiligten Planungsbüros zwischenzeitlich fortgeschrieben und an den geplanten Leistungsumfang angepasst. Das ursprüngliche Budget aus dem Jahr 2022 betrug 13 Millionen Euro. Mit der Standortentscheidung sei die detaillierte Planung vorangetrieben worden, insbesondere im Hinblick auf ein erstelltes Strukturgutachten und die Vergabe der Planungsleistungen. Die finanzielle Prognose des Gesamtprojektes “Neuorganisation der Wasserversorgung” mit zentraler Enthärtungsanlage inklusive aller Teilprojekte beläuft sich nun auf Kosten in Höhe von rund 34.673.117 Euro netto.
Das Strukturgutachten enthält neben den Verbindungsleitungen zwischen Blankenloch und Friedrichstal auch einen neuen Trinkwasserspeicher in Friedrichstal, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Sanierung Hochbehälter folgt später
Nicht im Projekt enthalten ist die Sanierung des Hochbehälters Kaiserberg und dessen Anbindung an das Stutenseer Leitungsnetz. “Diese Arbeiten können erst nach Abschluss der Arbeiten in Friedrichtal erfolgen, technische Gründe sprechen gegen eine zeitgleiche Inangriffnahme”, so die Stadtverwaltung.

forum Kommentare
Ich bin erschüttert, wenn ich von Kosten in Höhe von 35 Millionen EURO lese. 2022 waren es noch ca. 13 Millionen und 2019, im ersten Entwurf knapp 6 Millionen. Aber da ging es ja nur um Wasserenthärtung, oder? Wurde das Konzept mit der zentralen Wasseraufbereitung in Friedrichstal nicht nur deshalb 2022 in die Planung aufgenommen, weil es kostengünstiger sein sollte als die 13 Millionen? Wenn man dann berücksichtigt, wie sich in Deutschland öffentliche Projekte kostenmäßig entwickeln, dann kann man ja imt 50 bis noch mehr Millionen an endgültigen Kosten rechnen
Jetzt schon 35 Millionen anstatt 6 Millionen? Gibt es dann in zwei Jahren vergoldete Leitungen?
Und wofür werden eigentlich die 700 Tausend Euro pro Jahr an die Stadtwerke Karlsruhe konkret gezahlt?
Welche Leistungen erbringen die Stadtwerke konkret für so viel Geld?
Das bringt das Fass doch zum überlaufen. Wer ist denn hier für die Planung zuständig? Die Kosten sollen in 3 Jahren von 13 auf 35 Millionen steigen. Wenn die Arbeiten dann in 3 Jahren begonnen werden und in 10 Jahren vielleicht beendet sein werden, liegen wir wahrscheinlich bei weit über 50 Millionen.
Diese Kostenexplosion ist doch sehr verwunderlich und die fast 3/4 Million die die Stadtwerke jährlich kassiert, ist jetzt noch schwieriger nachzuvollziehen. Wird so etwas extern überprüft, oder kann eine Verwaltung da völlig ohne Kontrolle agieren ? Jede Firma wäre schon 2 x bankrott und das Führungspersonal schon 3 x entlassen.
Es wurde die Frage eines Gremiummitgliedes nach Umfang der Ausschreibung von unserer 1 BM zurückgewiesen mit der Begründung “Sache der Verwaltung ” welches nicht zutrifft.
Der Zweckverband ist unabhängig.
Eine Beschwerde meinerseits beim RP wurde abgelehnt mit der Begründung “nur ein Gemeinderat kann sich beschweren”.
Diese Entscheidung kostet die Einwohner über 500 000 Euro mehr.
Wenn sich das die gewählten Vertreter im Gemeinderat bzw. beim Zweckverband gefallen lassen, ist das mehr als traurig. Unsere Volksvertreter stimmten also Zahlungen von 700 Tausend Euro pro Jahr an die Stadtwerke Karlsruhe zu, ohne zu wissen, für was genau die fällig werden?
Sie wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Regressforderungen standen im Raum laut Verwaltung. Obwohl Falschinformation durch 1Bm.