Aus beruflichen Gründen gibt Lutz Schönthal sein Amt als Friedrichstaler Ortsvorsteher Ende März ab. Auch aus dem Ortschaftsrat zieht er sich zurück. In der Sitzung am Donnerstag wurde Schönthal verabschiedet und Dirk Meinzer als neues Ortschaftsratsmitglied bestätigt.
Die viele Reisetätigkeit als neuer Leiter der Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg lasse es nicht zu, dass er sich mit der erforderlichen Zeit dem Ehrenamt als Ortsvorsteher widmen könne, erklärte Lutz Schönthal (CDU). Er habe deshalb Ende Januar Oberbürgermeisterin Petra Becker um die Entlassung aus dem Ehrenbeamtenverhältnis gebeten.
Dirk Meinzer ist Nachrücker
Um konsequent zu sein und seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin freie Hand zu lassen, verlässt Schönthal auch den Friedrichstaler Ortschaftsrat. Gemeinderat und Kreistag hingegen wolle er weiter erhalten bleiben.
Der freie Platz im Ortschaftsrat wird von Dirk Meinzer, Nachrücker von der CDU-Liste, übernommen. Wer neuer Ortsvorsteher oder neue Ortsvorsteherin wird, ist noch unklar. Den Wahltermin muss der Ortschaftsrat festlegen.
Schönhaar dankt Schönthal
In Vertretung von Oberbürgermeisterin Petra Becker dankte Erste Bürgermeisterin Tamara Schönhaar in der Sitzung des Ortschaftsrats vergangenen Donnerstag Schönthal für dessen Engagement für seinen Stadtteil. 17 Jahre lang, seit dem 1. Juli 2009, war Schönthal Mitglied des Stadtteilgremiums, zehn Jahre davon Ortsvorsteher als Nachfolger von Kurt Gorenflo.
Als bedeutende Projekte nannte Schönhaar die Verbesserung der Verkehrssituation in der Rheinstraße-Ost, die Sanierung der Unterführung Eichendorffstraße, die Sanierung des Heimatmuseums, den Bau von Waldorf- und Naturkindergarten sowie die Belebung der Partnerschaft mit Saint-Riquier, die Etablierung eines Wochenmarkts, den Mittagstisch und die Jubiläumsfeierlichkeiten zu 325 Jahre Friedrichstal.
Für den Ortschaftsrat dankte Marcel Konrad dem scheidenden Ortsvorsteher: “Eine besondere Zeit geht zu Ende!”
Lutz Schönthal zeigte sich gerührt von den Abschiedsworten und bedankte sich für die parteiübergreifende Harmonie im Gremium. Wichtig für ihn sei während seiner Arbeit als Ortsvorsteher auch gewesen, dass seine Frau Sylvia ihm den Rücken frei gehalten habe.
Formal muss der Gemeinderat am kommenden Montag dem Rücktritt Schönthals noch zustimmen.
Schönthal blickt zurück
Lutz Schönthal blickt im Gespräch mit meinstutensee.de zufrieden auf seine lokapolitische Tätigkeit in Friedrichstal zurück. Erfolgreiche Projekte fallen ihm einige ein, zuvorderst die Schaffung von Kindergartenplätzen im Stadtteil. Die Etablierung des Wochenmarkts am Oskar-Hornung-Haus, die Neugestaltung des Grünabfallplatzes, die ökologische und historische Aufwertung des Alten Friedhofs, die Weiterentwicklung der Partnerschaft mit Saint-Riquier, das Ortsfamilienbuch von Walter Scheidle sowie das ortshistorische Werk von Günther Hornung über Friedrichstal im Zweiten Weltkrieg nennt er als weitere Beispiele für eine gute Entwicklung des Stadtteils. Das Highlight sei für ihn das Jubiläumsjahr “325 Jahre Friedrichstal” gewesen, auch wenn es ihn an die Grenzen seiner Belastbarkeit gebracht habe.
Baustellen: Altes Rathaus und Vereinsleben
Unzufrieden ist Schönthal mit dem Verfall des Alten Rathauses, obwohl die Oberbürgermeisterin in ihrem Wahlkampf vor knapp acht Jahren eine Sanierung in Aussicht gestellt habe. Der Zustand des Gebäudes verschlechtere sich von Jahr zu Jahr. “Das ist das Einzige, wo ich sage, da bin ich hinter dem zurückgeblieben, was ich mir eigentlich vorgenommen habe.”
Unglücklich ist Schönthal auch mit dem Vereinsleben in Friedrichstal. Insbesondere die Entwicklung der Gesangvereine sei zu bedauern. Auch der Hausfrauenbund und der Heimat- und Hugenottenverein stünden vor einer ungewissen Zukunft.
Schönthal bekräftigt seinen Standpunkt, den er bereits in einem früheren Interview geäußert hat: Im langsam näher rückenden Ruhestand wolle er die Zeit gemeinsam mit seiner Frau genießen, statt weiter in der Lokalpolitik aktiv zu bleiben. Man solle nicht glauben, unersetzlich zu sein – auch die jüngere Generation müsse die Möglichkeit bekommen, sich einzubringen und eigene Erfahrungen zu sammeln. In die Regelung seiner Nachfolge wolle er sich nicht einmischen.



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