Zwei alte Damen mit Leichen im Keller

Martha und Abby Brewster (Sebastian Schuppener und Emilia Steiner)

Von Martin Strohal | 09.03.2026 14:25 | Keine Kommentare

Zum ersten Mal seit ihrer Gründung vor zwei Jahren, trat die Theater-AG des Thomas-Mann-Gymnasiums vor der Öffentlichkeit auf. Mit dem Stück “Arsen und Spitzenhäubchen” begeisterten die Schülerinnen und Schüler ihr Publikum im Foyer der Schule.

Zehn engagierten Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen acht und neun gelang unter der Leitung ihrer Lehrerin Lena Lauter ein mitreißender Auftritt: Sie brachten die schwarze Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ im Foyer des Gymnasiums auf die Bühne. Die Veranstaltungstechnik übernahm die AG “Light & Sound”.

Elaine Harper (Nika Eliana Martens) und Dr. Einstein (Theresa Schankin)

Zwischen den Betonpfeilern thronte das Wohnzimmer mit einem gemütlichen Sofa der scheinbar harmlosen Schwestern Abby und Martha Brewster – gebaut aus einfachen Kulissen. Neffe Mortimer will sich eigentlich mit Elaine Harper verloben. Als er jedoch in einer Truhe einen Toten entdeckt, zucken die Tanten mit keiner Wimper. Der wandere gleich in den Keller – wie die elf oder zwölf anderen vor ihm. Der geistig verwirrte Bruder Teddy, der sich für US-Präsident Theodore Roosevelt hält, sei gerade dabei, den Panamakanal, also ein passendes Grab, zu schaufeln.

Nicht weniger skuril geht es weiter, als der lange verschollene Bruder Jonathan Brewster mit Schönheitschirurgin Dr. Einstein auftaucht – ebenfalls mit einer Leiche im Gepäck. Ihnen folgt ein Polizist, der aber nicht etwa auf Mördersuche ist, sondern ein Theaterstück schreiben will.

Das Publikum hielt den Atem an, sobald jemand ein Glas mit vergiftetem Holunderwein eingeschenkt bekam – würde es verschüttet oder den Trinker ins Jenseits befördern? Die skurrilen Wendungen sorgten für Lacher und Gänsehaut zugleich. Ein unterhaltsamer Abend voller schwarzem Humor.

Anderthalb Jahre Vorbereitung

Anderthalb Jahre intensives Üben lagen hinter den zehn jungen Schauspieler:innen aus den Klassenstufen acht und neun, als sie „Arsen und Spitzenhäubchen“ im Foyer des Gymnasiums auf die Bühne brachten. Lehrerin Lena Lauter, die am TMG Geschichte und Ethik unterrichtet, leitete die Gruppe mit Herzblut.

Unter den Talenten stecken bereits Profis: Sebastian Schuppener und Emilia Steiner glänzen seit Jahren im Stutenseer Theaterverein StageArt. Sebastian sammelt Statistenerfahrung am Badischen Staatstheater. Auch Nika Eliana Martens kennt die großen Bühnen – vom Staatstheater bis zu den Ettlinger Schlossfestspielen.

Anspannung vor der Premiere

Trotz der Erfahrung bebten alle vor der Premiere vor Aufregung. „Der Text sollte natürlich klingen, nicht aufgesagt wirken – das war eine der größten Hürden“, berichteten sie nach der Aufführung.

Im Januar war die Theatergruppe für drei Tage auf Theaterfahrt in einer Jugendherberge. “Da haben wir sehr intensiv geprobt”, berichtet Lena Lauter. Mit dabei war auch eine zweite Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums, das Impro-Theater.

Lauter wählte das Stück aus eigener Leidenschaft – sie erlebte es in Schulzeiten auf Englisch und war begeistert. Einige Rollen habe sie jedoch herausgestrichen, weil nicht genügend Darsteller zur Verfügung standen. Die größeren Rollen seien direkt besetzt gewesen. Über Freunde und Kontakte seien später noch die Schauspieler:innen für die kleineren Rollen dazugestoßen.

Lena Lauter

Von Krippenspielen zur Bühnenleidenschaft

Lauters Theaterliebe begann früh: „Schon als Kind bei Krippenspielen, dann Theater-AG in der Grundschule.“ Im Studium gründete sie eine Theatergruppe und absolvierte eine theaterpädagogische Ausbildung. “Es ist meine Leidenschaft.” Deshalb sei es ihr ein Anliegen, das an Schülerinnen und Schüler weiterzugeben. Es sei schön, sie so glücklich und erfüllt zu sehen.

Was bringt das Theaterspiel den jungen Leuten?

Wie profitieren Schüler:innen beim Theaterspielen? “Der soziale Aspekt ist ein ganz großer Teil”, so Lauter. Man könne sein, wie man ist, und es sei sehr vielseitig. Auf der Bühne zu agieren, führe auch dazu, selbstbewusster zu werden. Außerdem werde man insgesamt flexibler im Denken, kreativer und freier. Geschützt durch die Rolle, bekomme man auf der Bühne die Möglichkeit, sich auszuprobieren.

Wie es nach den Aufführungen weitergeht, müsse sie noch schauen, sagt Lauter. Sie habe das Gefühl, dass es jetzt gesteigertes Interesse gebe. Eigentlich sei eine Unterstufen- und eine Mittelstufen-Theater-AG sinnvoll, so viele Stunden habe sie aber nicht zur Verfügung. “Es wird auf jeden Fall irgendwie weitergehen”, so die theaterbegeisterte Lehrerin.

Doch zunächst folgen noch zwei Aufführungen des Theaterstücks am 11. und 13. März, jeweils 19 Uhr, im Foyer des Thomas-Mann-Gymnasiums. Karten für 7 Euro (ermäßigt 4 Euro) sind an der Abendkasse erhältlich.

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