Eine neunköpfige Delegation aus Stutensee besuchte die ungarische Partnerstadt Tolna. Neben offiziellen Gesprächen standen Wirtschaft, Kultur und die intensive Pflege der deutschen Sprache im Mittelpunkt. Darüber berichtet die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.
Um bestehende Kontakte zu vertiefen, mehr über die ungarische Partnerstadt zu erfahren und frische Impulse für die künftige Zusammenarbeit zu gewinnen, reiste eine neunköpfige Delegation aus Stutensee vom 6. bis 9. Juni in die ungarische Partnerstadt Tolna.
Oberbürgermeisterin Petra Becker betonte nach dem Treffen, dass eine Partnerschaft vor allem vom persönlichen Austausch und gegenseitigem Verständnis lebe.
Wirtschaft und Bildung im Fokus
Das Programm der Delegation bot Einblicke in unterschiedliche Lebensbereiche der rund 11.000 Einwohner zählenden Stadt. Nach dem offiziellen Empfang im Rathaus durch Bürgermeister Zoltán Balogh berieten die Teilnehmenden an einem Runden Tisch über Themen, die beide Kommunen gleichermaßen beschäftigen. Dazu gehörten die lokale Vereinsarbeit sowie Fragen der Familien- und Sozialpolitik.
Darüber hinaus besuchte die Delegation das örtliche Katholische Gymnasium, um das ungarische Bildungssystem besser kennenzulernen. Auch die Wirtschaft der Region stand auf der Tagesordnung: Bei einer Werksführung beim Elektronikhersteller “Fastron Hungária Kft.” informierten sich die Gäste über die Produktion. Das deutsch-ungarische Unternehmen fertigt unter anderem Scanner an, die weltweit an Flughäfen für Gepäckkontrollen eingesetzt werden.
Lebendige Tradition der deutschen Minderheit
Auffallend für die Besucher war die starke Präsenz der deutschen Sprache in der Region. Dies zeigte sich besonders beim Besuch im Ortsteil Mözs, wo die Delegation von Vertretern der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung empfangen wurde. Im dortigen Kindergarten erleben bereits die Kleinsten die deutsche Sprache im Alltag. Auch an den Schulen nimmt der Deutschunterricht eine wichtige Rolle ein.
Historische Hintergründe dazu lieferte ein Besuch im örtlichen Heimatmuseum. Dieses veranschaulicht die Geschichte der Donauschwaben – also der deutschen Auswanderer, die sich im 18. Jahrhundert an der Donau ansiedelten. Deren Traditionen und Kultur werden von den Menschen vor Ort bis heute aktiv gepflegt. Einblick in die frühere Arbeitswelt bot zudem eine Ausstellung über historische Mühlenschiffe, die vor der Begradigung der Donau die Flussströmung nutzten, um Getreide direkt auf dem Wasser zu mahlen.
Kultur, Sport und ein Ausblick auf die Jugend
Neben den sachbezogenen Programmpunkten stand das gemeinsame Erleben im Vordergrund. Die Delegation unternahm eine Fahrt im Drachenboot auf einem Seitenarm der Donau und erkundete so die dortige Flusslandschaft. Der Aufenthalt endete mit einem gemeinsamen Abend, an dem Gastgeber und Gäste traditionelle Gerichte wie ungarisches Fischpaprika und Gulasch (“Pörkölt”) zubereiteten, bevor auf der Rückreise eine Stadtführung in der ungarischen Hauptstadt Budapest das Programm abrundete.
Die Partnerschaft soll bereits in naher Zukunft weitergeführt werden – mit einem Schwerpunkt auf der jüngeren Generation. Bereits im kommenden November reisen Schülerinnen und Schüler aus Stutensee nach Tolna. Geplant sind ein gemeinsamer Workshop und die Aufführung zweier Theaterstücke. Ein Gegenbesuch der ungarischen Jugendlichen in Stutensee ist für das Jahr 2027 vorgesehen.
Bildquellen:
- Austausch Tolna: Stadt Stutensee
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