30 Jahre ist es her, dass in Büchig das ökumenische Kirchenzentrum eröffnet wurde. Was damals keinesfalls selbstverständlich war und auch heute noch als Besonderheit hervorgehoben wird, ist in Büchig Realität. Das feierten die Gemeinden am Sonntag.
“Wir feiern nicht nur ein Gebäude, sondern einen Ort des Miteinanders”, betonte Oberbürgermeisterin Petra Becker in ihrem Grußwort. Gerade in der heutigen Zeit sei es ein wichtiges Zeichen, dass nicht immer alle einer Meinung sein, sondern im Gespräch bleiben müssten. “Wir dürfen den anderen nicht als Gegner sehen, sondern als Mitmenschen”, so Becker. Das Zentrum sei ein Stück Stadtgesellschaft geworden.
“In Büchig hat es noch nie eine Kirche gegeben!” fasste es Hanspeter Gaal zusammen. Der heutige Vorsitzende des Heimatvereins Blankenloch-Büchig war in den 1990er-Jahren Ortsvorsteher und begleitete das Projekt in dieser Rolle. Büchig hatte bis zum Bau des Kirchenzentrums in all den Jahrhunderten seiner Geschichte kein eigenes Gotteshaus gehabt. Vielmehr wurden kommunale Räume wie das Alte Rathaus, die Grundschule und die Aussegnungshalle für Gottesdienste genutzt.
Es sei nicht einfach gewesen, die evangelische und katholische Kirche sowie die Stadt als Kindergartenträger im selben Gebäude unter einen Hut zu bekommen. Letztlich wurden es zwei Kirchen direkt nebeneinander mit gemeinsamem Turm. Immerhin konnte das Projekt “trotz aller Widrigkeiten” umgesetzt werden. Das Zentrum habe sich inzwischen zum geistigen, kulturellen und sozialen Mittelpunkt von Büchig entwickelt, so Gaal. Diese Form der Ökumene, also der Zusammenarbeit der beiden christlichen Kirchen, sei damals alles andere als selbstverständlich gewesen. Auch heute würden entsprechende Projekte Aufmerksamkeit erregen.
“Wir können miteinander!” betonte der evangelische Dekan Martin Reppenhagen mit Blick auf die beiden christlichen Kirchen.
Johannes Mette ist Pfarrer der durch Restrukturierung neu gegründeten Pfarrei “Heilige Edith Stein Bruchsal”. Er nahm das Jubiläum zum Anlass, zum ersten Mal nach Büchig zu kommen.
Nach einem ökumenischen Gottesdienst folgten musikalische Auftritte des Chores “Gospel unlimited”, der Musikschule Hardt sowie des Chores “Aufwind”. Auch der im selben Gebäude beheimatete Kindergarten Märchenwald beteiligte sich mit einer Aufführung und Spielen. Auf dem Platz vor den Kirchen konnten Besucherinnen und Besucher bei Essen und Getränken im Schatten beisammen sitzen.
Alle Einnahmen werden an den Blankenlocher Verein Schaukelpferd gespendet, der Kinder und ihre Familien im Osten der Ukraine unterstützt.
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