Drei 18-jährige Schülerinnen eines beruflichen Gymnasiums in Karlsruhe haben eine Unterschriftenaktion im Internet gestartet. Damit fordern sie veränderte Regeln für den Unterricht an heißen Tagen in Baden-Württemberg. Eine der Initiatorinnen stammt aus Stutensee und besuchte zuvor das Thomas-Mann-Gymnasium.
Die drei Schülerinnen Leonie, Emily und Sarah reagieren mit ihrer Aktion auf Ankündigungen aus der Politik. Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Jung plant, die Bestimmungen für den Unterricht bei starker Hitze zu überarbeiten. Die Initiatorinnen möchten, dass bei dieser Überarbeitung die Erfahrungen der Jugendlichen einfließen.
Forderungen
Die Unterschriftenaktion enthält konkrete Forderungen an die Landesregierung:
- Die Schulen sollen sich an den Temperaturen im Klassenzimmer orientieren und nicht an Messungen außerhalb des Gebäudes.
- Die Vorgaben zum Schutz vor Hitze sollen für alle Schulen in Baden-Württemberg verbindlich gelten.
- Die Regelungen sollen künftig auch für Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen und in der Oberstufe der Gymnasien gelten.
Die Initiative entstand nach einer Phase mit hohen Temperaturen Ende Juni. Die Schülerinnen berichteten, dass die Hitze den Unterricht in den Klassenzimmern erschwerte. Konzentriertes Arbeiten sei für viele Beteiligte kaum möglich gewesen. Trotz der hohen Temperaturen gab es an ihrer Schule wie auch an vielen anderen Einrichtungen keinen unterrichtsfreien Tag.
Änderungen in Planung
Eine Lehrerin wies die Jugendlichen darauf hin, dass das Ministerium die Regelungen anpassen möchte. Daraufhin befassten sich die drei 18-Jährigen genauer mit den bestehenden Vorgaben. Aus ihrer Sicht passen die bisherigen Regeln nicht mehr zu den aktuellen Wetterbedingungen im Sommer.
Das Kultusministerium plant bereits mehrere Neuerungen. Dazu gehört eine Grenze von 30 Grad Raumtemperatur. Bei höheren Werten soll kein regulärer Unterricht im Klassenzimmer mehr stattfinden. Diese Ansätze unterstützen die drei Schülerinnen.
“Jetzt richtiger Zeitpunkt”
Die Initiatorinnen machen im kommenden Schuljahr ihr Abitur. Die geplanten Änderung der Regeln werden für ihre eigene Schulzeit voraussichtlich nicht mehr wirksam. “Wir haben jüngere Geschwister und kennen viele Schülerinnen und Schüler aus den unteren Klassen”, nennen sie als Grund für ihr Handeln. “Aus unserer Sicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt zu handeln, damit die Folgen extremer Hitze an Schulen gar nicht erst weiter zunehmen.”
Bisherige Regelung
Bislang empfahl das Land den Schulen, Hitzefrei zu geben, wenn die Temperatur im Schatten um 11 Uhr mindestens 25 Grad Celsius erreichte. Diese Vorschlag wendete sich hauptsächlich an die unteren Klassen. Schulleitungen konnten selbst wählen, ob sie diesen Richtwert nutzten oder den Unterricht trotz Hitze fortsetzten.
Die Unterschriftenaktion richtet sich direkt an die Landesregierung von Baden-Württemberg. Wünsche an die Stadtverwaltung Stutensee oder an die Gebäude der örtlichen Schulen enthält die Initiative nicht.
Die Petition und weitere Informationen sind unter openpetition.org/fdsws zu finden.
Bildquellen:
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