Öffentliche Anerkennung für ehrenamtliche Tätigkeiten bieten einige Bundesländer in Form einer “Ehrenamtskarte”. In Baden-Württemberg erfolgt nach einer Testphase die Einführung. In Stutensee wird diese Karte jedoch nicht ausgegeben werden. Denn ausgabeberechtigt sind nur die Stadt- und Landkreise. Und der Landkreis Karlsruhe will sich an der Aktion nicht beteiligen, im Gegensatz zur Stadt Karlsruhe. Stutensee verweist auf anderweitige Unterstützung.
Seit August 2023 war die Ehrenamtskarte in vier Modellkommunen erprobt worden. Seit 2025 führt das Sozialministerium das Projekt schrittweise im ganzen Bundesland ein. Darin enthalten ist beispielsweise die kostenlose Nutzung bestimmter öffentlicher Einrichtungen wie Sehenswürdigkeiten, Galerien und Theatern.
“Gedacht ist sie für Menschen, die sich in besonders hohem Umfang bürgerschaftlich engagieren”, so das Sozialministerium.
Zu einer Teilnahme daran müssen die Landkreise ihr Interesse anmelden. Davon hat der Landkreis Karlsruhe abgesehen. Gründe dafür seien der “hohe bürokratische Aufwand zur Einführung, die nicht auskömmliche Finanzierung durch das Land und die begrenzte Förderzusage lediglich für zwei Jahre”, erläutert Martin Zawichowski, Leiter des Büros des Landrats.
“Den Vorwurf eines angeblichen hohen bürokratischen Aufwands können wir nicht nachvollziehen”, erwidert Markus Jox, Pressesprecher des Sozialministeriums. Er verweist auf die Testphase, in der Prozesse und Abläufe getestet und optimal eingespielt worden seien. Das Ministerium bedauere, dass noch nicht alle Engagierten, welche die Kriterien erfüllen, die Vorteile einer Ehrenamtskarte nutzen können, betont jedoch die Freiwilligkeit der Teilnahme für alle Landkreise und Städte.
“Die Tür bleibt in Sachen Ehrenamtskarte offen”, versichert Sozialminister Manne Lucha. “Alle Landkreise und kreisfreien Städte, die sich bislang noch nicht für eine Teilnahme entschieden haben, können auch später noch ihr Interesse bekunden und eine Kooperationsvereinbarung mit dem Land abschließen. Meinem Eindruck nach ist das Interesse an der Ehrenamtskarte bei den engagierten Bürgerinnen und Bürgern im Land auf jeden Fall groß.”
“Das Ehrenamt mit einer Ehrenamtskarte wertzuschätzen ist ein schöner Grundgedanke”, so Eva Böker, Leiterin des Amts für Bildung, Kultur und Soziales der Stadt Stutensee. Allerdings sei für die Umsetzung der Landkreis zuständig, nicht die Stadt, wiederholt sie die Argumentation. Die Ehrenamtskarte sei für Vereine mit organisatorischem Aufwand in Form von Dokumentation und Nachweisen verbunden, so die Amtsleiterin.
Eva Böker verweist auf andere Felder, in denen die Stadtverwaltung Vereine, wenn auch nicht Ehrenamtliche als Einzelpersonen, unterstützt. “Was zählt”, so Böker, “ist, dass Ehrenamtliche sich mit dem, was sie zum Gemeinwesen beitragen, gesehen und auch anerkannt fühlen. So sind wir, im Kontakt mit der Bürgerschaft, offen dafür, vorhandene Ansätze wo möglich auszubauen und zu vertiefen.” Vereinsförderung Vernetzung, Ehrenamtsbörse und Ähnliches seien Themen auf der Agenda der Stadtverwaltung.

forum Kommentare
Es ist unglaublich. Die Arbeit der Vereine nimmt die Stadt gerne und dankend an, zuletzt beim Fest am vergangenen Wochenende. Was zurückgeben? Fehlanzeige. Anstatt mal ordentlich Druck auf den Landkreis auszuüben ruht man sich einfach darauf aus das man es nicht entscheiden muss. Als Vorstand von einem Verein sag ich danke für nix und dann in zwei Jahren nicht wundern wenn es nur noch die Hälfte der Vereine gibt.