Rhythmus, Harmonie und Freude

"Gospel unlimited"

Beitragsbild: Cornel Simionescu-Gruber

Von Sylvia Ganter | 25.07.2025 21:14 | Keine Kommentare

Chöre prägen das kulturelle Leben einer Stadt. Sie vereinen Menschen aller Generationen, bringen unterschiedlichste Stimmen zusammen und schaffen musikalische Begegnungsräume – von der festlichen Kirchenmusik bis zum modernen A-cappella-Ensemble. Ihre Vielfalt spiegelt sich in Repertoire, Tradition und Engagement wider und bereichert nicht nur das musikalische Angebot, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander. Mit dieser Beitragsreihe will meinstutensee.de die Chöre in Stutensee näher vorstellen: Wer singt hier? Was motiviert die Sängerinnen und Sänger? Welche Geschichten stehen hinter den Chören?

Portrait des Chores „Gospel unlimited“

Seit Jahren ist der Chor der evangelischen Heilig-Geist-Gemeinde Büchig, „Gospel unlimited“, eine feste Größe in Stutensee. Ob bei Konzerten, in Gottesdiensten oder bei Festen und Feiern: Die Lieder des Gospelchores begeistern und laden zum Mitsingen oder Mitklatschen ein.

Die 37 Mitglieder der Gruppe werden zusammen gehalten von Chorleiterin Nadja Neipp und dem Pianisten Fabian Ringlage.  „Der Chor ist eine tolle Truppe, offen für alles. Es macht einfach Spaß miteinander zu arbeiten!“, betont Nadja Neipp, die Chefin des Chores. Das erklärt auch, dass sie, die seit elf Jahren in Trossingen lebt, Woche für Woche nach ihrer Arbeit eine weite Fahrstrecke auf sich nimmt, um mit dem Chor zu proben. Viele Chormitglieder berichten davon, wie viel Freude ihnen das gemeinsame Singen macht.

2024 feierte der Chor sein 30-jähriges Bestehen. Manch einer war vielleicht schon bei dem ersten großen Chor-Konzert „Onkel Toms Hütte“ dabei, welches der Chor 1999 zum fünfjährigen Jubiläum in der Stadthalle in Blankenloch aufgeführt hat. Bereits damals erarbeitete sich der Chor gemeinschaftlich das Drehbuch, die Kulisse und die Requisiten in Eigenregie. Jedes Jahr stehen seither mehrere Auftritte auf dem Programm. Nadja Neipp ist wichtig, dass sich die Chormitglieder mit ihren jeweiligen Talenten einbringen können.

Fabian Ringlage und Nadja Neipp

„Die Chorarbeit lebt davon, dass alle Beteiligten viel mehr machen, als sie eigentlich müssten: Liedtexte auswendig lernen, einzelne kümmern sich um die Noten, um Terminanfragen, die Organisation der Probenwochenenden oder um die Moderation bei Konzerten“, ergänzt Fabian Ringlage, der den Chor neben seinem Beruf als Lehrer am Klavier begleitet. „Auch wenn ich abends vor der Probe manchmal müde bin, ist die Arbeit mit dem Chor doch immer belebend und sinnvoll! Es tut einfach gut, gemeinsam Musik zu machen und zu erleben, wie der Chor vorankommt. Außerdem wächst einem so ein Chor über die Jahre auch einfach ans Herz!“

Warum hat sich die Chorleiterin aber seinerzeit ausgerechnet für das Genre „Gospel“ entschieden?

„Die Initiative zur Chorgründung ging 1994 von der Büchiger Frauengruppe und deren damaliger Pfarrerin Elisabeth Davduv aus. Sie hat mich damals gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, einen Gospelchor zu leiten. Ich hatte eine Chorleiterinnenausbildung absolviert, kam aber eigentlich eher aus der klassischen Richtung, hatte auch klassischen Gesangsunterricht,“ erklärt die Chorleiterin. „Ich war damals erst 23, viele Chormitglieder waren älter als ich. Aber schon damals hatten wir ein gutes Miteinander!“ Und Fabian Ringlage ergänzt: „Gospelmusik ist sehr frei, bietet Raum, in Eigenregie am Arrangement zu schrauben und beispielsweise Noten für Posaune zu ergänzen, den Ablauf oder den Schluss umzugestalten, ein Intro hinein zu komponieren und vieles mehr. Außerdem habe ich am Klavier kaum festgelegte Noten, kann viel frei improvisieren, so, wie es zur Stimmung passt, dem Chor hilft und mir selbst gefällt. Das bieten andere Musikrichtungen nicht.“

In die Motivation für die gemeinsame Chorarbeit mischen sich bei der Chorleiterin und dem Pianisten aber auch nachdenkliche Töne zur vorhandenen Stimmenvielfalt und den Veränderungen in der kirchlichen Arbeit: „Wir brauchen Tenöre und die Unterstützung zusätzlicher jüngerer Menschen im Chor! Außerdem gibt es zurzeit in der Kirche einige Umstrukturierungen, die die Frage aufkommen lassen, wo wir künftig beheimatet sein werden“, sorgt sich Chorleiterin Nadja Neipp.

Am Sonntag, den 20. Juli 2025 konnten die Gottesdienstbesucher in Büchig wieder einmal erleben, wie der Chor mit seinen Liedern die christliche Botschaft ergänzen und begleiten kann.

Die Proben des Chores finden immer dienstags von 19.30 bis 21 Uhr im Ökumenischen Gemeindezentrum Büchig Sterntalerstraße statt.

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