Eine Gruppe ukrainischer Kinder und Jugendlicher war einige Tage zu Gast in Stutensee. Der Verein Schaukelpferd e.V. hatte sie eingeladen, um ihnen eine unbeschwerte Zeit abseits des Krieges zu ermöglichen.
Die Kinder kamen aus der ostukrainischen Stadt Isjum. Dort ist der Stutenseer Verein Schaukelpferd mit seinen Patenschaften aktiv.
Zunächst verbrachte Frank Ramstötter, Vorsitzender des Vereins, selbst ein paar Tage in der Ukraine. Siebzig der vom Verein betreuten Kinder konnte er vor Ort bei ihren Familien besuchen. “Die Kinder berichteten von ihren Ängsten, von ihren Erlebnissen und von Menschen, die durch den Krieg ihr Leben verloren haben”, so Ramstötter. “Gleichzeitig erzählen sie auch von ihren Träumen und Wünschen.”
Einige Tage durften ein paar Kinder auch nach Deutschland mitkommen, ohne ihre Eltern. “Die Hoffnung war groß, den Kindern für kurze Zeit Sicherheit, Freude und ein Stück Normalität zu schenken”, erläuterte Ramstötter.
In Stutensee hatte der Verein ein abwechslungsreiches Urlaubsprogramm organisiert. Höhepunkte waren ein Besuch im Europabad, eine spannende Führung im Knielinger Museum, ein Ausflug zum Karlsruher Schloss, Sommerrodeln und Klettern im Schwarzwald sowie ein Besuch einer Trampolinhalle und im Stutenseer Rathaus. Auch gemeinsames Tanzen zu ukrainischer und deutscher Musik bis tief in die Nacht war Teil des Programms. Entspannung und Grillen mit gleichaltrigen Kindern, die teilweise aus der Ukraine geflohen sind, ließen neue Freundschaften entstehen.
Inzwischen sind die Kinder wieder bei ihren Familien in der Ukraine angekommen. Die Gegend stehe Tag für Tag unter Beschuss, so Ramstötter. Trotz der Angriffe wollen die Familien bleiben. “Sie klammern sich an ihr Zuhause, auch wenn die Angst vor einer erneuten russischen Besatzung groß und allgegenwärtig ist.”
“Sowohl mein Besuch bei unseren Kindern in Charkiw und Isjum und auch der anschließende Besuch der Kinder bei uns war für alle sehr emotional und überwältigend”, berichtet Frank Ramstötter. “Es ist eine sehr schwierige Zeit für die Menschen und wir versuchen durch unsere Arbeit Menschlichkeit und Anteilnahme zu zeigen, sowie konkrete Hilfe zu leisten.”
Vor etwa einem Jahr war Frank Ramstötter zu Gast im meinstutensee.de-Podcast und stellte die Arbeit seines Vereins vor.

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