Vor gut einer Woche sorgte eine Warnmeldung aus dem Rathaus für Aufregung in Stutensee: Ein Test hatte Bakterien im Trinkwasser erkannt. Wie warnt die Stadtverwaltung in solchen Fällen? Erfahren auch Menschen ohne Internet davon?
Die Wellen schlugen hoch, als die Warnmeldung zu möglichen E. Coli-Bakterien im Stutenseer Trinkwasser auf Facebook ankamen. Viele sorgten sich im ersten Moment um die Menschen, die nicht auch in dem sozialen Netzwerk unterwegs waren. Sollten denn nicht wenigstens die bekannten Warn-Apps alarmieren?
“Die Stadtverwaltung stuft einen Verdacht auf verunreinigtes Trinkwasser unter Beteiligung des standardmäßig einbezogenen Gesundheitsamtes als außergewöhnliches Ereignis ein und nicht als einen Katastrophenfall”, erläutert die Stadtverwaltung auf Anfrage von meinstutensee.de.
Warnungen per App
Für den Vorfall gebe es einen vordefinierten Prozess, zu dem auch die Warnung über das Modulare Warnsystem (MoWaS) gehöre. An dieses sind Warn-Apps wie Nina angeschlossen. Eine entsprechende Warnmeldung wurde am betroffenen Freitag auch versandt. Allerdings ging sie erst gut zwei Stunden nach der ursprünglichen Pressemitteilung auf den Endgeräten ein.
Abweichend von den vorgesehenen Strukturen habe es jedoch keine explizite Mitteilung an die Seniorenheime im Stadtgebiet gegeben, räumt die Stadtverwaltung selbstkritisch ein. Das solle künftig sichergestellt werden.
Keine Lautsprecher-Fahrzeuge
Für die Warnung von Menschen ganz ohne Internet besitzt der Zweckverband ein Fahrzeug mit Lautsprecheranlage. “Auf einen Rückgriff darauf wie auch auf die mobilen Warnanlagen aus dem Bereich Katastrophenschutz zur Montage auf Fahrzeuge der Stadtverwaltung oder Nutzung von Feuerwehrfahrzeugen wurde verzichtet”, teilt das Rathaus mit.
Im konkreten Fall sei die Medienansprache – die Mitteilung war bundesweit in der Presse und im Radio -, die Warnapp, die Kommunikation in den sozialen Medien und auf der städtischen Website als ausreichend betrachtet worden. Die Meldung sei jeweils mit der Aufforderung versehen gewesen, Menschen in der Nachbarschaft und im Bekanntenkreis, auch Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen, mitanzusprechen.
“Bereits zu Corona-Zeiten hatte man überlegt, mit Lautsprechern durch Stutensee zu fahren, aufgrund der Weitläufigkeit Stutensees jedoch darauf verzichtet”, so die Verwaltung.
Auf das Einrichten einer Hotline sei vor diesem Hintergrund ebenfalls verzichtet worden.
Bedeutung der Chlorung
Weitere Sorge kam in der Bevölkerung auf, als der Begriff der “Chlorung” des Leitungswassers die Runde machte.
“Die Chlorung erfolgte in einer sehr niedrigen Konzentration, die deutlich unter den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung liegt”, so die Stadtverwaltung. Diese Konzentrationen gelte als gesundheitlich unbedenklich, auch für Säuglinge und Kleinkinder. “Das Gesundheitsamt bestätigt die Unbedenklichkeit und überwacht die Werte laufend”, heißt es aus dem Rathaus.
Relevant sei das Abkochgebot insbesondere für Säuglinge gewesen, da Babys empfindlich auf Keime reagierten.
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