Mit Kindern für Kinder unterwegs

Lena Osang organisiert die Friedrichstaler Sternsinger-Aktion

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 04.01.2026 14:43 | Keine Kommentare

Anfang Januar sind traditionell die Sternsinger in Stutensee unterwegs. Sie ziehen durch die Straßen und sammeln Spenden für Kinder, denen es weniger gut geht. Seit einigen Jahren organisiert Lena Osang die Aktion in Friedrichstal.

Wie genau sie selbst einmal zu den Sternsingern gekommen ist, kann Lena Osang heute gar nicht mehr sagen. „Das war irgendwie selbstverständlich“, meint sie schmunzelnd. Als Ministrantin war sie ohnehin in der katholischen Kirchengemeinde aktiv, und so war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie auch bei der Sternsingeraktion mitmachte. Schon als Kind zog sie verkleidet mit ihren Gruppen von Haustür zu Haustür, sammelte Spenden und segnete die Häuser. Mit 16 Jahren übernahm die heute 23-Jährige erstmals Verantwortung – als Begleiterin der jüngeren Sternsinger.

Corona brachte das traditionelle Neujahrsbild zum Stillstand, doch Lena blieb dran. Als die Aktion wieder anlief, übernahm sie kurzerhand die Organisation der Sternsinger in Friedrichstal – gemeinsam mit Franziska Breindl. Seitdem ist sie die treibende Kraft hinter dem Engagement, das Jahr für Jahr kurz nach dem Jahreswechsel im Ort sichtbar wird.

Schon im November beginnt für Lena die heiße Phase. Dann zieht sie mit zwei Kindern in die Grundschule, um neue Teilnehmende zu gewinnen. Sie bestückt Schaukästen, organisiert Vorbereitungstreffen, erklärt den Kindern mit einem Film, warum ihr Einsatz wichtig ist. „Mir ist wichtig, dass die Kinder verstehen, wofür sie sammeln“, sagt sie.

Wenn schließlich die Gruppen eingeteilt sind, geht es los – bei Kälte, Regen oder Schneefall. Von Haus zu Haus, im farbigem Umhang und mit Krone, sammeln die Kinder Spenden für Kinderhilfsprojekte weltweit. Und wenn die letzten Lieder gesungen sind, feiern alle gemeinsam das Abschlussessen – traditionsgemäß mit Spaghetti. Als neue Idee hat sich das sommerliche „Königsgrillen“ in Blankenloch mit den anderen Stutenseer Stadtteilen etabliert.

Lena unterwegs mit einer Sternsingergruppe

Lehramtsstudentin Lena schätzt an der Aktion vor allem eines: die Arbeit mit Kindern. „Mir ist wichtig, dass Kinder einen Ort haben, an dem sie Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen und gleichzeitig Gutes tun können“, sagt sie. Dabei erfordert ihr Engagement viel Organisationstalent – von der Planung über die Einteilung bis zur Abstimmung mit der evangelischen Kirchengemeinde, die die Aktion inzwischen ebenfalls unterstützt. „Es ist eine Aktion von allen Kindern für alle Kinder, ohne Konfessionsgrenzen“, betont Lena.

Manchmal ist die Sternsingerzeit auch anstrengend – wenn kleine Könige frieren, müde sind oder der Hunger plagt. Doch die Freude über jede offene Tür und jedes lächelnde Gesicht macht die Mühe wett. Besonders bei älteren Menschen spürt Lena, wie viel die Besuche bedeuten: „Wenn sie die Tür öffnen und uns sehen, leuchten ihre Augen. Viele erzählen dann, dass sie selbst einmal Sternsinger waren.“

Nach der Aktion ist vor der Aktion – im Januar trifft sich Lena mit den Organisatoren aller Stutenseer Stadtteile, um Bilanz zu ziehen: Was lief gut? Was kann nächstes Jahr besser werden? Denn eines ist für sie klar: Solange Kinder bereit sind, ihre Ferien für andere einzusetzen, will sie ihren Beitrag dazu leisten, dass die Sternsinger durch Friedrichstals Straßen ziehen.

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