Der Gemeinderat von Stutensee hat in seiner öffentlichen Sitzung im Juni beschlossen, die Eintrittspreise für das Stutenseebad zum 1. Januar 2027 anzuheben. Die Gebühren für das Bad wurden seit der Wiedereröffnung im Jahr 2018 nicht mehr verändert. Weil jedoch die Kosten für den Betrieb, die Energie und das Personal seitdem deutlich gestiegen sind, hat die Stadtverwaltung die Erhöhung vorgeschlagen, um die Kasse der Stadt zu entlasten.
Für die Besucher des öffentlichen Badebetriebs ändern sich die Preise wie folgt:
- Erwachsene: Der Einzeleintritt steigt um 1 Euro von bisher 4,50 Euro auf 5,50 Euro. Die Grünen hatten beantragt, lediglich auf 5 Euro zu erhöhen, wie auch die Verwaltung ursprünglich vorgeschlagen hatte, fanden dafür aber keine Mehrheit.
- Ermäßigte und Frühschwimmer: Der Preis erhöht sich um 0,50 Euro von 2,00 Euro auf 2,50 Euro. Die Ermäßigung gilt weiterhin für Kinder zwischen 3 und 16 Jahren, Schüler, Studierende und Menschen mit einer schweren Behinderung ab 70 Prozent.
- Wertkarten: Wer Geld auf eine Wertkarte lädt, erhält künftig weniger Rabatt als bisher. Die kleine Karte kostet nun 25,00 Euro (bisher 16,00 Euro) bei zirka 10 Prozent Rabatt (bisher 20 Prozent). Die mittlere Karte kostet 50,00 Euro (bisher 36,00 Euro) mit zirka 15 Prozent Rabatt (bisher 20 Prozent) und die große Karte kostet 100,00 Euro (bisher 67,50 Euro) mit zirka 20 Prozent Rabatt (bisher 25 Prozent).
Änderungen für Familien und städtische Mitarbeitende
Der Gemeinderat hat den Vorschlag der Verwaltung an zwei Stellen abgeändert und zwei neue Regelungen beschlossen. Zum einen wird ein neuer Tarif für Familien eingeführt. Ein Erwachsener bezahlt mit Kindern 7,00 Euro. Wenn zwei Erwachsene mit Kindern das Bad besuchen, kostet der Eintritt insgesamt 11,00 Euro.
Hierüber gab es einiges an Diskussion im Gemeinderat. Solle der Tarif nur Kinder mit ihren Eltern umfassen? Oder auch Großeltern? Was, wenn Nachbarn einen Freund des Kindes mitbringen? Tobias Walter machte den Vorschlag, “Erwachsener mit Kind” zuzulassen. Dieser stieß auf Zustimmung.
Beschäftigte der Stadtverwaltung erhalten künftig keinen ermäßigten Eintritt mehr. Der Rat stimmte dafür, diesen Rabatt zu streichen. Das Bad sei eine defizitäre öffentliche Einrichtung, ein Rabatt nicht vermittelbar, so die Grünen, die diesen Schritt beantragt hatten.
Vereine sind derzeit von der Preiserhöhung ausgenommen. Das Thema soll im Rahmen der Vereinsförderung angegangen werden, die angepasst werden soll. Schulen sollen hingegen künftig pro Schwimmbahn und Stunde abgerechnet werden, nicht mehr pro Kind.
Etwa 36.300 Euro Mehreinnahmen
Die Stadt geht davon aus, dass durch die neuen Tarife jährlich rund 36.300 Euro mehr eingenommen werden, sofern die Besucherzahlen gleich bleiben. Davon entfallen etwa 30.000 Euro auf den öffentlichen Badebetrieb. Der Verlust des Bades liegt laut Stadtverwaltung aktuell bei etwas über einer Million Euro. Die Erhöhung reduziert den Fehlbetrag nicht wesentlich.
Die Anpassung der Preise und die Ausnahme für die Vereine wurden von den anwesenden Mitgliedern des Gemeinderats einstimmig beschlossen. Die Einführung des Familientarifs erhielt 22 Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme der Oberbürgermeisterin und einer Enthaltung. Für die Streichung des Mitarbeiterrabatts stimmten 18 Ratsmitglieder, fünf stimmten dagegen und eine Person enthielt sich.
Stimmen aus dem Gemeinderat
Seit 2018 habe es ungefähr 25 Prozent Inflation gegeben, so Carsten Mohrhardt (CDU). Eine Erhöhung des Eintrittspreises von 4,50 auf 5,50 Euro entspreche 22 Prozent, liege also weiter hinter der Inflation.
“Wir haben viel Zeit verstreichen lassen seit der letzten Preisanpassung”, monierte Wolfgang Sickinger (SPD). Das solle künftig öfter, dafür in kleineren Schritten passieren. Einen Familientarif habe seine Fraktion schon vor vielen Jahren gewünscht.
Kathrin Weisser (Grüne) kritisierte die starke Erhöhung bei den Wertkarten. “Irgendwann ist das für viele nicht mehr leistbar.” Außerdem sei es bei dem Defizit aus finanzieller Sicht unerheblich, ob der Einzelpreis auf 5 Euro oder 5,50 Euro steige. Die Absicht, Menschen zum Schwimmen zu bringen, sei wichtiger.
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