Platzmangel im Schulzentrum

Thomas-Mann-Gymnasium

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 21.07.2026 21:19 | 1 Kommentar

Bis nach Sanierung und geplantem Anbau mehr Räume am Blankenlocher Schulzentrum zur Verfügung stehen, werden noch Jahre vergehen. Doch schon jetzt herrscht aufgrund steigender Schüler:innenzahlen ein Mangel an Räumen. Eine Folge können gestreckte Stundenpläne für die höheren Klassen sein. Selbst eine Begrenzung der Eingangsklassen ist denkbar. Konkrete Maßnahmen kündigt die Stadtverwaltung bisher nicht an. Sie befinde sich im Austausch mit den Schulleitungen.

Situation am Gymnasium

Beim Thomas-Mann-Gymnasium (TMG) wird der kommende Fünfer-Jahrgang erneut fünfzügig sein, also mit fünf Parallelklassen. 132 neue Fünfer werden nach den Sommerferien dazukommen. Demgegenüber stehen lediglich 72 Abiturient:innen, welche das TMG in diesem Jahr verlassen werden. So werde die Raumkapazität der Schule deutlich überfordert.

Im kommenden Schuljahr werden die meisten Klassen zwar noch einen eigenen Klassenraum haben, wie aus der Schule zu hören ist. Die beiden letzten Klassenstufen, die sogenannte Kursstufe, allerdings nicht mehr. Für sie sei nur Unterricht möglich, wenn andere Klassenräume frei sind. Dadurch werde sich der Unterricht häufiger auf den Nachmittag erstrecken, wenn es mehr freie Raumkapazität gebe. Da der Vormittag jedoch nicht komplett entfällt, werde es mehr Lücken in den Stundenplänen der älteren Schülerinnen und Schüler geben, sei zu befürchten.

Auch die Modelleisenbahn-AG des TMGs, die als Begabten-AG überregional bekannt ist und vom Regierungspräsidium gefördert wird, musste bereits ihren angestammten Raum verlassen, um im nächsten Schuljahr ein kleines “Notklassenzimmer” für die Realschule bereitstellen zu können.

“Wenn keine Maßnahme getroffen wird, können wir mit Sicherheit keine fünf Klassen mehr aufnehmen”, betont Schulleiter Christian Beck mit Blick auf das kommende Jahr.

Situation an der Realschule

Auch in der Erich-Kästner-Realschule (EKRS) gibt es schon seit Jahren hohe Anmeldezahlen und eine stabile Vierzügigkeit. Seit vielen Jahren hätten sechs Klassen dort kein eigenes Klassenzimmer, ist aus der Schule zu hören.

Früher gab es mehrere Haupt- und Werkrealschulen in Stutensee. Mit deren Abschaffung wurde zwar der Raum an den Grundschulen nutzbar, der Platz für die beiden weiterführenden Standortschulen blieb jedoch in den letzten acht Jahren unverändert.

Da in der EKRS die Jahrgänge in zwei Niveaustufen teilweise getrennt unterrichtet werden, entsteht dort bei vier Klassen ein Bedarf von fünf Unterrichtszimmern je Klassenstufe. Jährlich schließen etwa hundert Schüler:innen mit einem Realschul- oder einem Hauptschulabschluss die EKRS ab.

Dazu komme, dass die Realschule Standort für eine Vorbereitungsklasse für geflüchtete Schülerinnen und Schüler ist, wofür ein zusätzlicher Raum benötigt werde.

All das bringe die Realschule an ihre absoluten Kapazitätsgrenzen, so Schulleiterin Inge Steimer. Bereits seit einigen Jahren müssen Stutenseer Schüler:innen, die als Quereinsteiger in Klasse sechs bis zehn von anderen Schularten kommen und an die Realschule wechseln wollen, aufgrund von Platzmangel abgewiesen werden.

Das sagt die Stadtverwaltung

“Durch räumliche Umstrukturierungen, die zum kommenden Schuljahr 2026/27 innerhalb des Schulzentrums umgesetzt werden, können aktuell weiterhin alle neuen Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden”, so die Stadtverwaltung. Für die darauf folgenden Schuljahre sei sie mit den Schulleitungen im Gespräch, um notwendige Maßnahmen angehen zu können.

Das Thema Raummangel am Schulzentrum kam auch bei einer Vorstellungsveranstaltung der OB-Kandidaten zur Sprache. Alle drei Bewerber sprachen sich dafür aus, Container als Zwischenlösung aufstellen zu wollen.

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    forum Kommentare

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    Immer wieder seltsam, daß die Verwaltung von solchen Dingen überrascht zu werden scheint.
    Wenn man permanent neuen Wohnraum schafft, sollte es eigentlich auf der Hand liegen, dass mehr Kita -und Schulplätze gebraucht werden.
    Zudem steigt z.B. auch der Trinkwasserbedarf, das Abwasseraufkommen u.s.w.
    Mal gespannt, ob jetzt etwas vorausschauender gewirtschaftet wird.