Glasfaser-Update August 2026: Wiederaufnahme in Büchig, offizieller Rückzug der Deutschen Glasfaser

Lagerplatz Glasfaser

Bild: Jochen Pfeiffer

Von Jochen Pfeiffer | 31.08.2026 7:11 | Keine Kommentare

Der Glasfaserausbau in Stutensee geht weiter: In Büchig wurden die Arbeiten nach einer Unterbrechung wieder aufgenommen, in Friedrichstal kommen weitere Straßen und erste Hausanschlüsse hinzu. Gleichzeitig hat die Deutsche Glasfaser ihren geplanten Ausbau in Stutensee offiziell abgesagt. Außerdem geht es in diesem Update um die Rolle der Stadtverwaltung beim eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau.

Aktuell: Was im August passiert ist

Über Muffen – das sind spezielle Kabelverbindungen – werden die Hauptkabel zu den Verteilern abgezweigt. Anschließend werden die Muffen im Boden vergraben.

In Büchig wurden die Arbeiten am Glasfasernetz am 11. August wieder aufgenommen. Anschließend wurde der restliche Teil des Rotkäppchenwegs sowie Teile des Akazienwegs und des Schneewittchenwegs ausgebaut. Hinzu kam der in nördlicher Richtung verlaufende Abschnitt der Sterntalerstraße. Aktuell wird die Waldstraße ausgebaut.

In Friedrichstal ging der Ausbau in der Hardtwaldstraße, Hagebuchenstraße, Lessingstraße, Hebelstraße, Scheffelstraße, Johann-Sebastian-Bach-Straße und Silcherstraße sowie in Teilen der Friedrichstaler Allee weiter. Auch der Waldkindergarten erhielt in diesem Zuge einen Glasfaseranschluss. Neben dem Tiefbau wurden die ersten Verteiler an die Hauptkabel angeschlossen. Bei den ersten Hausanschlüssen wurden Glasfaserkabel eingeblasen.

Am 14. August teilte die Deutsche Glasfaser der Stadtverwaltung mit, dass sie sich aus den Ausbauplänen für Stutensee zurückzieht. Als Grund nennt das Unternehmen die Vermeidung eines doppelten Glasfaserausbaus. Im Kooperationsvertrag mit der Stadt hatte sich die Deutsche Glasfaser verpflichtet, auf einen solchen Doppelausbau zu verzichten.

Bei den „Gartensteckern“ der Deutschen Glasfaser ist die Farbe bereits abgeblättert.

Kunden, die einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abgeschlossen haben, sollen nach Angaben des Unternehmens ein Absageschreiben erhalten. Wie Erfahrungen aus anderen Städten und Gemeinden (beispielsweise Karlsruhe) zeigen, kann es einige Zeit dauern, bis die betroffenen Kunden angeschrieben werden. Auch die Website der Deutschen Glasfaser wurde noch nicht aktualisiert. Dort wird das Projekt in Stutensee weiterhin mit dem Status „In Prüfung“ geführt.

Thema: Welche Rolle hat die Stadt beim Glasfaserausbau?

In Stutensee bauen die Deutsche Telekom und GlasfaserPlus das Glasfasernetz eigenwirtschaftlich aus. Das bedeutet: Die Unternehmen finanzieren den Ausbau selbst. Für die Stadt entstehen dadurch keine direkten Kosten. Grundsätzlich entscheiden die Unternehmen selbst, wo und wie sie ihr Netz ausbauen.

Die Unternehmen entscheiden beispielsweise, welche Gebiete ausgebaut werden, welche Firmen die Arbeiten übernehmen, welche Technik und welches Material zum Einsatz kommen oder in welcher Reihenfolge der Ausbau erfolgt. Dabei müssen sie sich an die gesetzlichen Vorgaben halten.

Wo die Stadt beteiligt ist

Ganz ohne die Stadtverwaltung kann der Ausbau dennoch nicht erfolgen. Da die Unternehmen die Glasfaserleitungen im öffentlichen Raum verlegen, benötigen sie dafür die Zustimmung des jeweiligen Wegebaulastträgers. In Stutensee ist das bei den betroffenen kommunalen Straßen und Wegen in der Regel die Stadt. Diese prüft dabei, wie die Leitungen im öffentlichen Raum verlegt werden sollen, und kann Vorgaben für die Durchführung der Arbeiten machen. Dazu gehören beispielsweise Anforderungen an die Ausführung, die Verkehrssicherheit oder die Wiederherstellung der betroffenen Flächen. Diese Genehmigungen nach dem Telekommunikationsgesetz (TKG) werden über das Hauptamt koordiniert.

Für die Durchführung der Bauarbeiten können weitere behördliche Entscheidungen erforderlich sein, etwa für die Verkehrsführung. Wenn beispielsweise Gehwege oder Straßen gesperrt oder Parkplätze vorübergehend nicht genutzt werden können, sind entsprechende verkehrsrechtliche Anordnungen erforderlich.

Nach Abschluss der Arbeiten kontrolliert die Stadt außerdem, ob Gehwege, Straßen und andere Verkehrsflächen wieder ordnungsgemäß hergestellt wurden. Werden dabei Mängel festgestellt, fordert die Stadt deren Beseitigung ein.

Enge Zusammenarbeit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus

Neben diesen festgelegten Aufgaben arbeiten Stadtverwaltung und ausbauende Unternehmen auch freiwillig zusammen. Dabei geht es sowohl um grundsätzliche Aspekte des Ausbaus als auch um konkrete Fragen bei den laufenden Arbeiten.

Auf strategischer Ebene geht es um die übergeordnete Abstimmung des Ausbaus und darum, die Interessen der Stadt und ihrer Bürger einzubringen. Dafür hat die Stadtverwaltung eine dezernatsübergreifende Projektgruppe eingerichtet. Darin sind unter anderem die Bereiche Ordnungsamt, Tiefbau, Liegenschaften und Umwelt vertreten. Die Gruppe trifft sich regelmäßig, um anstehende Fragen zum Glasfaserausbau zu besprechen.

Dazu gehört auch die Abstimmung über die Ausbauplanung. So waren in den ersten Planungen beispielsweise noch Teile von Blankenloch und Büchig nicht berücksichtigt. In Zusammenarbeit mit der Telekom konnte die Stadtverwaltung eine Änderung der Planung erreichen.

Bei den laufenden Arbeiten geht es dagegen um konkrete Fragen auf den Baustellen. Während des Ausbaus stimmen sich Mitarbeitenden der Stadt, die Bauleiter der Telekom und die beteiligten Baufirmen wöchentlich ab. Dabei besprechen sie den aktuellen Stand und mögliche Probleme und suchen gemeinsam nach Lösungen.

Stadt begleitet die Arbeiten vor Ort

Seit April kümmert sich zudem ein neuer Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung schwerpunktmäßig um die Begleitung des Glasfaserausbaus. Während der Bauphase sind täglich Mitarbeitende der Stadtverwaltung vor Ort.

Kleinere Probleme, etwa die Standortwahl für Verteilerkästen, konnten die Beteiligten bislang schnell und unkompliziert lösen. Auch mit der Qualität der ausgeführten Arbeiten zeigt sich die Stadt zufrieden.

Sollten Bürger bei Arbeiten im öffentlichen Raum Unregelmäßigkeiten feststellen oder Zweifel an der Ausführungsqualität haben, können sie die Mitarbeitenden der Stadt direkt vor Ort ansprechen. Alternativ ist eine Meldung per E-Mail an tiefbau@stutensee.de möglich.

Auch städtische Gebäude werden angeschlossen

Unabhängig vom Ausbau der privaten Anschlüsse kümmert sich die Stadtverwaltung auch um ihre eigenen Liegenschaften. Dabei erhalten alle städtischen Gebäude einen Glasfaseranschluss. Dazu gehören unter anderem Feuerwehrhäuser, Ortsverwaltungen, Kindergärten, Schulen, Hallen und Bürgerbüros sowie die Wohngebäude im Eigentum der Stadt.

Darüber hinaus kombiniert die Stadtverwaltung den Glasfaserausbau mit weiteren Arbeiten im öffentlichen Raum. Wo die Bauarbeiter ohnehin Gehwege öffnen, kann die Stadt beispielsweise alte Plattenbeläge erneuern lassen.

Ein Beispiel dafür ist die Fichtestraße in Friedrichstal. Dort soll der bestehende Gehwegbelag im Rahmen der Glasfaserarbeiten ausgetauscht werden. Solche Arbeiten gehören allerdings nicht zu den regulären Leistungen, die die Unternehmen für den Glasfaserausbau erbringen. Deshalb beauftragt die Stadtverwaltung die Bauunternehmen hierfür zusätzlich und übernimmt die Mehrkosten.

Technikfrage: Welches Glasfaserkabel brauche ich im Haus?

Wer Router und Anschluss direkt beim Provider bestellt und den Router unmittelbar an der Glasfaser-Anschlussdose aufstellt, muss sich keine Gedanken um das passende Kabel machen. Dieses wird in der Regel mitgeliefert. Wer das Kabel dagegen selbst besorgen oder eine längere Strecke im Haus überbrücken möchte, sollte auf einige Dinge achten.

Bei Telekom-Anschlüssen kommt ein grüner LC/APC-Stecker zum Einsatz. LC bezeichnet die Bauform des Steckers, während APC für den schrägen Schliff der Faserenden im Stecker steht. Der Schliff beträgt etwa 8° und reduziert Rückreflexionen. Für die Verlegung im Innenbereich empfiehlt sich eine Singlemode-Faser nach OS2 mit biegeunempfindlicher G.657.A2-Spezifikation. Sie ist für kleinere Biegeradien ausgelegt und eignet sich deshalb gut für die Verlegung innerhalb von Gebäuden. Trotzdem sollte das Kabel nicht geknickt oder gequetscht werden.

Soll das Kabel frei verlegt, in einem Kabelkanal geführt oder stärker mechanisch beansprucht werden, kann ein armiertes Innenkabel zusätzlichen Schutz bieten. Beim Kauf sollte man daher auf ein Singlemode-OS2-Kabel mit G.657.A2-Faser und LC/APC-Steckern an beiden Enden achten.

Das richtige Glasfaserkabel finden. (KI-generiert)

Bildquellen:

  • Lagerplatz Glasfaser: Jochen Pfeiffer
  • Glasfaser Muffe: Jochen Pfeiffer
  • Stecker Deutsche Glasfaser: Jochen Pfeiffer
  • Glasfaserkabel: KI-generiert
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