Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Von 30. August bis 12. September 2015 tourt der Lesedi Show Choir mit seinem charismatischen Chorleiter Thabang Mokoena durch Deutschland. Eingeladen wurde das Ensemble wieder von Moko e.V., dem Trägerverein der Afrikachöre von Eva Buckman. Die zehn Auftritte zwischen Frankfurt und Baden-Baden versprechen Abende voller Lebensfreude: Dreizehn junge Menschen aus Südafrika mit Francis Baffoe aus Ghana als Special Guest bieten ein Programm mit Spirituals und Traditionals aus ihrer Heimat. In ihren Liedern singen sie vom tiefen Glauben Afrikas, von der Liebe, der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie singen in Zulu, Sesotho, Sepedi, Xhosa, Fanti, Gha und lassen ahnen, welche kulturelle Vielfalt ihr Kontinent birgt. Wenn sie in ihren farbenprächtigen Kostümen tanzen, malen sie Bilder von der Schönheit der afrikanischen Landschaft und ihre Geschichte wird erlebbar: sie erzählen von den Kämpfen der Zulus, dem Leben in den Bergen Lesothos, von der Apartheid und der Verehrung Nelson Mandelas.

Am 9. September singt der Chor in der evang. Kirche in Weingarten. Das offene Singen für jeden beginnt um 17.30 Uhr, das eigentliche Konzert um 19.30 Uhr.

„Südafrika ist ein Land mit einer multikulturellen Gesellschaft. Dieses Land hat eine Geschichte der Trennung, Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Im Jahr 21 nach Mandela ist es unsere Aufgabe, für ein friedliches Zusammenleben und Gerechtigkeit einzustehen. Singen und Tanzen verbindet die Menschen, gibt ihnen Halt, Lebensrhythmus und Hoffnung.“, so Thabang Mokoena, der Leiter des Ensembles. Auf Initiative von Eva Buckman wird es ein ganz besonderes Angebot für alle geben, die selbst erleben möchten, welche Freude und Kraft afrikanisches Chorsingen bereiten kann. An neun von zehn Abenden findet jeweils zwei Stunden vor Konzertbeginn ein „Offenes Singen“ mit den Lesedis statt, zu dem alle Menschen, die Freude am Singen haben, herzlich eingeladen sind. Und eine ganz besondere Freude: Im Rahmen des Konzerts werden ein bis zwei der gemeinsam einstudierten Lieder aufgeführt.

Sie waren noch Kinder, die Mitglieder des Lesedi Show Choir, die jüngsten von ihnen noch nicht einmal geboren, als Mandela 1994 Präsident wurde und Südafrika auf einen Weg zum Miteinander zwischen Schwarz und Weiß führte. Ihre eigene Geschichte ist die der „born free“, der in Freiheit Geborenen, und doch spürt man in ihren Liedern die tiefe Sehnsucht nach der Überwindung von Ungerechtigkeit und Leid. Sie bieten dem südafrikanischen Alltag – für viele gekennzeichnet durch Gewalt, Arbeitslosigkeit, Armut – kraftvoll die Stirn, mal trotzig, mal ironisch. Lesedi heißt Licht, und wenn sie singen, geht die Sonne Afrikas auf, sie strahlen ihrem Publikum selbstbewusst entgegen und zaubern ein Lächeln auf die Gesichter. Wenn sie den traditionellen Zulu- oder Twanatanz darbieten, reißt der Rhythmus Afrikas alle mit – sie stampfen, trommeln, lassen den Boden beben. Im Gumboot-Dance, dem Tanz der Arbeiter in den Goldminen, nehmen sie die Absurdität der Apartheid kräftig auf die Schippe.

Eigens für diese Konzerttour hat das Ensemble seine neue CD Mangisondele mit im Gepäck – Lebensfreude zum Mitnehmen, damit die Sonne Afrikas in Deutschland noch lange nachwirkt. Mangisondele bedeutet „Lass mich Dir näher sein, lasst uns zusammen stehen“, eine gesungene Vision für mehr Miteinander und Verständnis. Musik verbindet über alle Grenzen, zwischen Schwarz und Weiß, Alt und Jung, Europa und Afrika.

Die Konzerttermine sind auf der Homepage der Mokochöre www.afrikachor-heidelberg.de zu finden. Der Gesamterlös der Konzerttour kommt unmittelbar den beteiligten Künstlern und dem in Ratanda bei Heidelberg (Südafrika) im Aufbau befindlichen Kulturzentrum Bokamoso ART Centre zugute. Die Lesedis und Moko e.V. freuen sich über ein bunt gemischtes Publikum, besonders auch über Menschen aus der ganzen Welt. Für Flüchtlinge ist der Eintritt zu den Konzerten frei.

Bildquellen

  • Lesedi Show Choir: Lesedi Show Choir
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