Wie weiter mit der Blankenlocher Kläranlage?

Kläranlage Blankenloch

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 26.03.2026 10:37 | Keine Kommentare

Die Stadt Stutensee steht vor einer Grundsatzentscheidung: Soll die Kläranlage in Blankenloch erneuert werden – oder wird der Stadtteil künftig an eine andere Kläranlage angeschlossen? Eine Entscheidung gibt es noch nicht, aber die Richtung ist abgesteckt.

Warum jetzt entschieden werden muss

Die Genehmigung für die Anlage in Blankenloch läuft Ende 2026 aus. Ohne neue Genehmigung darf das Abwasser dort auf Dauer nicht mehr gereinigt werden. Deshalb lässt die Stadt gerade berechnen, wie viel Schmutz und Wasser aus Stutensee in die Kanalisation gelangt und wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt. Diese Zahlen sind die Grundlage dafür, ob die alte Anlage weiterbetrieben, umgebaut oder ganz aufgegeben wird.

Was der Gemeinderat beschlossen hat

Der Auslöser war ein gemeinsamer Antrag mehrerer Fraktionen aus dem Jahr 2024. Schon 2025 hat der Gemeinderat festgelegt: Die Stadt hält sich die Möglichkeit offen, die Anlage in Blankenloch nicht zu erhalten, sondern nach anderen Lösungen zu suchen.​

Am 23. März 2026 hat der Gemeinderat nun einstimmig einen aktuellen Bericht zum Stand der Dinge angenommen. Gleichzeitig hat er beschlossen, ein ausführliches Gutachten in Auftrag zu geben, das die wichtigsten Fragen klären soll. Die Kosten dafür liegen bei gut 117.000 Euro und sind im Haushalt des städtischen Abwasserbetriebs eingeplant.

Welche Möglichkeiten auf dem Tisch liegen

Die Stadt lässt derzeit drei Wege durchrechnen:​

  • Die bestehende Anlage in Blankenloch wird umfassend erneuert.​
  • Das Abwasser aus Blankenloch und Büchig wird zur Kläranlage in Weingarten geleitet.​
  • Das Abwasser wird zur Kläranlage in Karlsdorf-Neuthard geleitet, mit einem Anschlusspunkt in Staffort.​

Verglichen werden nicht nur die Kosten über viele Jahre, sondern auch Fragen wie: Wie gut können die bestehenden Mitarbeiter eingesetzt werden, wie leicht lassen sich neue Umweltauflagen erfüllen und wie schnell können die jeweiligen Lösungen umgesetzt werden?

Wer mit am Tisch sitzt

Um die Anschluss-Varianten zu prüfen, spricht die Stadt seit Monaten mit zwei Verbänden, die größere Kläranlagen in der Umgebung betreiben: dem Zweckverband „Am Walzbach“ mit der Anlage in Weingarten und dem Zweckverband „Kammerforst“ mit der Anlage in Karlsdorf. Beide haben grundsätzlich signalisiert, dass ein Anschluss aus Blankenloch möglich wäre. Auch das Landratsamt und das Regierungspräsidium sind eingebunden, weil sie später über Genehmigungen und Fördermittel entscheiden.​

An die Anlage “Kammerforst” sind bereits die nördlichen Stutenseer Stadtteile angeschlossen.

Die Zeit drängt: In Weingarten soll 2027 mit Umbau und Erweiterung begonnen werden. Wenn Blankenloch dort angeschlossen werden soll, muss früh klar sein, welche Abwassermengen zu erwarten sind.​

Wie es weitergeht

Bis Juni 2026 soll eine erste, grobe Rechnung vorliegen, die zeigt, welche der drei Varianten voraussichtlich am günstigsten und praktikabelsten ist. Auf dieser Basis will der Gemeinderat noch vor der Sommerpause beraten, welchen Weg Stutensee weiterverfolgt.​

Parallel dazu startet das ausführliche Gutachten, das rund ein Jahr dauern wird. In einer groben Zeitplanung ist vorgesehen, 2027 über konkrete Maßnahmen zu entscheiden, ab 2030 zu bauen und die Arbeiten bis Ende 2033 abzuschließen.

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