Weil bezahlbarer Wohnraum knapp ist, setzt die Stadtverwaltung jetzt auf finanzielle Anreize für Eigentümer:innen und Mieter:innen, wie sie in einer Pressemitteilung schreibt. Wer Leerstand neu vermietet, große Häuser mithilfe von Architekten clever aufteilt oder in eine kleinere Wohnung umzieht, kann ab sofort Zuschüsse beantragen. Die neuen Prämien sollen dafür sorgen, dass bestehende Flächen im Stadtgebiet besser genutzt werden.
Wer in Stutensee eine Wohnung sucht, steht oft vor einer Herausforderung: Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt die Stadtverwaltung auf die sogenannte Innenentwicklung. Statt neue Flächen auf der grünen Wiese zu versiegeln, sollen bereits bestehende Gebäude besser genutzt und ungenutzte Wohnungen wieder belebt werden. Dies ist ein zentraler Baustein des Stadtentwicklungsplans 2035.
Der Gemeinderat hat im Mai beschlossen, sich an einem landesweiten Förderprogramm der „Wohnraumoffensive BW“ zu beteiligen. Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Mieter können ab sofort finanzielle Zuschüsse beantragen, wenn sie dazu beitragen, ungenutzten Wohnraum zu aktivieren. Das Programm stützt sich dabei auf drei konkrete Anreize.
1. Geld für die Wiedervermietung
Viele Wohnungen stehen aus unterschiedlichen Gründen monatelang leer. Hier setzt das erste Instrument an: Wer eine Wohnung neu vermietet, die zuvor mindestens ein halbes Jahr ungenutzt war, erhält eine finanzielle Unterstützung. Sanierungszeiten zählen dabei allerdings nicht als Leerstand. Der neue Mietvertrag muss entweder unbefristet sein oder für mindestens ein Jahr gelten. Die Stadt übernimmt in diesem Fall 80 Prozent der ersten beiden Nettokaltmieten, wobei die Obergrenze bei 1.600 Euro liegt.
2. Zuschuss für die Architektenberatung
Oftmals bewohnen ältere Menschen oder Paare große Häuser allein, in denen früher ganze Familien Platz fanden. Durch einen Umbau oder eine Aufteilung könnten hier neue, separate Wohnungen entstehen. Auch der Umbau von ehemaligen Gewerberäumen in Wohnungen wird immer attraktiver. Da solche Projekte jedoch eine sorgfältige Planung erfordern, bezuschusst die Stadt die Beratung durch Architekten. Unabhängig davon, ob der Umbau später tatsächlich realisiert wird, zahlt die Gemeinde einmalig eine Pauschale von 320 Euro für das dokumentierte Beratungsgespräch.
3. Ein Bonus für den Wohnungstausch
Der dritte Ansatz richtet sich an Menschen, die sich räumlich verkleinern möchten. Wenn beispielsweise Senioren von einer großen Mietwohnung in eine kleinere umziehen, wird diese wieder frei für Familien. Ein solcher freiwilliger Wohnungswechsel innerhalb von Stutensee wird mit einer Basisprämie von 2.400 Euro belohnt. Voraussetzung ist, dass sich die Wohnfläche um mindestens 15 Quadratmeter verringert und der alte Mietvertrag mindestens ein halbes Jahr lief. Für jeden weiteren eingesparten Quadratmeter legt die Stadt noch einmal 80 Euro oben drauf – bis zu einer maximalen Gesamtförderung von 6.000 Euro.
Anträge können ab sofort gestellt werden
Mit diesem dreistufigen Programm hofft die Stadtverwaltung, den Wohnungsmarkt spürbar zu entlasten, ohne dass dafür neue Baugebiete erschlossen werden müssen. Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Prämien interessieren, können die Anträge auf der Internetseite der Stadt herunterladen oder sich direkt per E-Mail an die Stabsstelle Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit (sanierung@stutensee.de) wenden.
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forum Kommentare
Und man lässt nicht locker…
Bezahlbarer Wohnraum wird es in Stutensee auch in den nächsten Dekaden einfach nicht mehr geben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die schlauen Köpfe aus Verwaltung und Kommunalpolitik das nicht wissen oder verstehen wollen.
Stutensee hat sich in den letzten 20 Jahren zu einer äußerst gefragten Wohngegend entwickelt wie alle Gemeinden Karlsruhe und Mannheim. Die Gründe wurden schon oft benannt und man kann es auch verstehen. Leider sind die Kapazitäten iwann auch einmal ausgeschöpft und es geht eben nicht mehr weiter. Das ist die traurige Realität. Wenn man den “dörflich/ländlichen” Charakter Stutensees noch iwie erhalten möchte, dann muss man sich dieser Tatsache eben bewusst werden. Sozialen Wohnungsbau und damit auch bezahlbaren Wohnraum kann man in Stutensee und Umgebung schlichtweg nicht erreichen. Dass manche Bürgermeisterkandidaten auch noch damit werben dies erreichen zu wollen, stößt einem beim Anblick der tatsächlichen Umstände doch ein wenig auf.
Jetzt auch noch “Prämien” für die Bereitstellung von Wohnraum. Wenn man als Paar doch einmal ein schönes Haus für sich gefunden hat oder im Alter seine Ruhe im (meist selbst erbauten) Haus genießen kann, dann wird man einen Teufel tun und sich in die eigenen vier Wände auch noch zusätzliche, fremde Mitbewohner reinsetzen. Die paar Hundert Euro Förderung der Stadt sind einem da denke ich herzlich egal.