Das Alte Schulhaus der Blankenlocher Pestalozzi-Schule kann voraussichtlich zum neuen Schuljahr wieder öffnen – allerdings wird vorerst nur das Erdgeschoss genutzt. Dort sollen künftig Kinder in der Kernzeit betreut werden und warmes Mittagessen bekommen. Das Obergeschoss bleibt dagegen aus Brandschutzgründen weiterhin komplett gesperrt.
Umbau des Erdgeschosses läuft
Weil das Obergeschoss der Alten Schule nicht mehr genutzt wird, muss die Verwaltung keinen aufwändigen zweiten Rettungsweg anbauen lassen. Dennoch sind im Erdgeschoss Arbeiten nötig, um den Brandschutz zu sichern. Handwerker bauen derzeit eine Brand- und Rauchwarnanlage ein, installieren Sicherheitsbeleuchtung und setzen spezielle Brandschutztüren ein.
Die Kosten für diesen Umbau belaufen sich auf rund 168.000 Euro. Das nötige Geld ist vorhanden. Da die Stadt die Handwerksbetriebe bereits beauftragt hat und ein Teil des Materials schon vor Ort liegt, rechnen die Planer damit, das Gebäude rechtzeitig nach den Sommerferien wieder öffnen zu können. Die Behörden müssen den Plänen allerdings noch endgültig zustimmen; mit dieser Genehmigung wird in den nächsten zwei Monaten gerechnet.
Verzicht auf Rettungstreppe spart Geld und führte zur Schließung
Mit der Entscheidung setzt der Gemeinderat einen Antrag um, den die Fraktionen von CDU/FDP und Freien Wählern eingebracht hatten. Ursprünglich wollte die Stadt das gesamte Gebäude sanieren. Ende des Jahres 2025 stoppte der Gemeinderat diese Pläne jedoch mehrheitlich und fror die Gelder ein. Da der Brandschutz damit nicht mehr gesichert war, untersagte die Baurechtsbehörde die Nutzung des gesamten Hauses vollständig.
Um das Gebäude zumindest teilweise schnell wieder nutzen zu können, schlugen die Fraktionen die nun beschlossene Sparvariante vor. Hätte die Stadt das Obergeschoss wie ursprünglich geplant saniert und mit einem zweiten Rettungsweg ausgestattet, hätte dies schätzungsweise 472.000 Euro mehr gekostet.
Weil im Alten Schulhaus nun Räume fehlen, weicht die Kernzeitbetreuung bei Bedarf auf Klassenzimmer im sogenannten H-Bau aus. Diese Lösung gilt so lange, bis die Pestalozzi-Grundschule zu einer Ganztagsschule umgewandelt wird. Wie es langfristig mit dem gesamten Pestalozzi-Areal weitergeht und ob das Alte Schulhaus grundlegend baulich und energetisch saniert werden muss, steht noch nicht fest. Hierzu erfasst die Verwaltung im nächsten Schritt den genauen Zustand des Gebäudes.
Reaktionen aus dem Gemeinderat
“Wir mussten jedes Einsparpotenzial nutzen”, erneuerte Klaus Mayer, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, seine Kritik am ursprünglich geplanten Vorgehen der Verwaltung. Gleichzeitig zeigte er sich verwundert, dass es sieben Monate gedauert habe, bis es nun weitergehe. In dieser Zeit habe Stutensee schon einen ganzen Kindergarten gebaut. “Das ist nicht nachvollziehbar.” Durch die Herausnahme des Obergeschosses seien die Kosten reduziert worden. “Unser Ziel wurde erreicht.” Er forderte die Verwaltung auf, das ausstehende Nutzungskonzept für H-Bau und Altes Schulhaus noch vor der Sommerpause dem zuständigen Ausschuss vorzulegen.
“Für 70.000 Euro wäre auch eine einfache Fluchttreppe möglich gewesen”, so Kathrin Weisser (Grüne), die sich dem Antrag von CDU/FDP und Freien Wählern damals nicht angeschlossen hatte.
“Es ist viel Porzellan zerbrochen”, so Alexander Scheidle (CDU/FDP-Fraktion) und schloss sich inhaltlich Klaus Mayer an. Die Sache sei ein “Schildbürgerstreich”.
“Uns fehlt die Geduld”, ergänzte Tobias Walter als Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion. Die Besichtigung des Gebäudes sei von der Verwaltung “nach Fasching” zugesagt worden. Bislang gebe es noch keinen Termin. “Wir wollen Verständnis für das Gebäude aufbauen, dann hätte man sich manche Diskussion sparen können.”
Baubürgermeisterin Tamara Schönhaar sagte einen Besichtigungstermin vor der Ausschusssitzung im Juli vor.
Bildquellen:
- Altes Schulhaus Pestalozzi-Schule: Martin Strohal
- Altes Schulhaus Pestalozzi-Schule: Martin Strohal
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