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Einrichtung einer Gemeinschaftsschule abgelehnt

Von meinstutensee.de | 29.04.2014 21:09 | Keine Kommentare

Symbolbild

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Das Thema Gemeinschaftsschule war Gegenstand der letzten Gemeinderatssitzung und erhitzte dabei die Gemüter.

Die Verwaltung als Schulträger hatte vorgeschlagen, wie bereits in der Vergangenheit beschlossen, keinen Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule zu stellen, da das derzeitige Angebot in Stutensee sehr gut sei, jedoch die Weiterentwicklung zu beobachten, um entsprechend reagieren zu können.

Heinrich Sickinger (SPD) stellte eine Entwicklung fest, dass immer mehr Fünftklässler aus Stutensee weiterführende Schulen außerhalb (z.B. in Weingarten, Bruchsal oder Karlsruhe) besuchen würden. Von 196 Schülern seien es bereits 85, so dass er sich vorstellen könne, dass in Zukunft mehr Stutenseer Kinder außerhalb der Stadt unterrichtet werden würden. Sickinger wünschte sich eine Diskussion darüber, da diese Zahlen besorgniserregend seien. Er lehnte den Vorschlag der Verwaltung, auf eine Ganztagesschule zu verzichten, deshalb ab.

Ansgar Mayr (CDU) hielt dagegen, dass die genannten Schülerzahlen kein neuer Zustand seien und dass die Entwicklung beim Gymnasium sogar inzwischen rückläufig sei, so dass wieder mehr Schüler im Ort blieben. Er empfahl, nichts zu überstürzen, da ständige Reformen und Unruhen im Bildungssystem nicht hilfreich seien. Schließlich habe man sich vor einem Jahr schon auf eine regelmäßige Prüfung verständigt.

Johanna Klingele (FWV) betonte, die Entwicklung der Schülerströme sei ernst zu nehmen. Allerdings stimmte sie mit der CDU überein, dass nichts zu überstürzen sei.

Ludwig Streib (Grüne) empfahl, darauf zu achten, dass Realschule und v.a. Werkrealschule nicht sterben, da Eltern ihre Kinder aktuell anscheinend lieber in die Gemeinschaftsschule nach Weingarten brächten statt in die Stutenseer Werkrealschule nach Spöck. Stutensee habe seiner Meinung nach aktuell kein Angebot für Hauptschüler/Werkrealschüler. Deshalb lehne er den Vorschlag der Verwaltung ebenfalls ab.

Es folgte eine kurze Diskussion über die Ursache des Aussterbens der Werkrealschulen, die von der CDU hauptsächlich im Wegfall der verbindlichen Schulempfehlung lag, während die SPD das nur als beschleunigenden Faktor sah.

Nicole Lacroix (CDU) empfahl, auch die Entwicklung privater Gymnasien zu beobachten, da inzwischen viele Kinder, die eine Gymnasial-Empfehlung bekämen, auf solche Privatschulen mit bester Ausstattung geschickt würden.

Dr. Karl Mittag (Grüne) schlug als Kompromiss vor, die Arbeit der Arbeitsgruppe fortzusetzen, was dann auch in den Beschluss aufgenommen wurde.

Dem Vorschlag der Verwaltung, von einem Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule Abstand zu nehmen, wurde bei drei Gegenstimmen (zwei von den Grünen, eine von der SPD) zugestimmt.

Bildquellen

  • Schule: Henlisatho - Fotolia.com

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