Von meinstutensee.de-Reporter Sebastian Raviol

Mit einem nur schwer vorstellbaren Schicksal muss Constanze Falkenberg aus Spöck seit dem 3. November 2012 leben. Auf der Heimfahrt von einem Besuch bei ihren Schwiegereltern geriet sie mit ihrer Familie auf der A6 bei Öhringen in einen Unfall. Ein LKW durchbrach die Leitplanken und kam auf die Gegenfahrbahn. Bei dem schweren Unfall verlor sie ihren Mann und ihre drei Kinder im Alter von sieben, elf und 13 Jahren. Das Schicksal einer Frau, die sich plötzlich einer unvorstellbaren Lebensaufgabe gegenübersieht, wird nun in einem Film in der ARD ausgestrahlt. Am Sonntag, 15. März, ist dieser um 17.30 Uhr im Ersten zu sehen.

„Zustande gekommen ist der Film mit Hilfe einer Freundin aus Spöck. Deren Schwester ist einer der beiden Filmmacherinnen und hatte den Mut, zu diesem Zeitpunkt den Kontakt herzustellen“, berichtet Constanze Falkenberg. Zunächst sei es ein Schulprojekt von Annika Franke und ihrer Kommilitonin Linda Klinkhammer gewesen. Die Beiden studierten an der Bayerischen Fernsehakademie. Das Projekt ist unter dem Titel „Liebe über den Tod hinaus“ auf Youtube zu finden. In dem sechsminütigen Beitrag spricht Falkenberg über den Unfall, ihren Umgang mit Trauer und ihre Zukunft.

Nach Kurzfilm entstand die Idee zu einem weiteren Beitrag

Aus dem Drehtag sei dann die Idee der beiden Studentinnen entstanden, Falkenberg das erste Jahr nach dem Unfall mit der Kamera zu begleiten. „Ich habe zugesagt, weil die Beiden mir mit ihren einfühlsamen und klugen Fragen sehr viele Impulse gegeben haben, mich und diesen so abrupt neu beginnenden Lebensabschnitt zu reflektieren“, sagt Falkenberg. Den Film habe sie noch nicht gesehen – und dennoch: „Heute weiß ich, dass mir schon die Dreharbeiten sehr viel bei der Bewältigung der Trauer und vieler anfallender Aufgaben sehr geholfen haben.“

So habe sie „die meiste Zeit eine große Freude an diesen Dreharbeiten und der Zusammenarbeit mit dem Kamerateam“ gehabt. Dennoch hätten sie anstrengende Drehs auch an Grenzen geführt. „Das tun aber manchmal auch Alltagssituationen, sodass ich auch aus diesen Erfahrungen lernen durfte und dafür dankbar bin.“

Film soll Mittrauernden Falkenbergs Lebensmut vermitteln

Die Ausstrahlung in der ARD soll nun auch eine Wirkung für alle Mittrauernden in und um Stutensee haben: „Ich habe die Hoffnung, dass der Film anderen Trauernden und auch Mittrauernden ein wenig von meinem Lebensmut und meiner Ehrfurcht vor dem Leben vermitteln kann. Das war ein zentrales Thema.“ Auch sei ihr wichtig, dass ihr Glaube im Film sichtbar werde: „Der sagt mir, die Vier sind zusammen an einem schönen Ort, an dem es ihnen gut geht. Dieses tröstliche Wissen, die große Anteilnahme und letztlich auch Wünsche, Gebete und Gedanken so vieler Menschen ließ und lässt mich mein Schicksal tragen.“

Eine Möglichkeit, Constanze Falkenberg online zu kondolieren gibt es unter www.gedenkseiten.de/familie-falkenberg. Über den nach dem Unfalltod gegründeten cab-Jörg-Falkenberg-Stiftungsfonds kann man sich unter www.stiftung-gutes-tun.de/stiftungsfonds/cab-joerg-falkenberg/ informieren.

 

 

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