Von meinstutensee.de-Reporter Sebastian Raviol

Ein dramatisches Finale für den vergangenen Sonntag bahnte sich in den letzten Wochen der Badenliga-Saison an. Dieses blieb den erstplatzierten B-Jugend-Handballerinnen der SG Stutensee dann aber erspart, weil der direkte Konkurrent am Vorabend patzte. Dennoch gab es Freudentränen, Küsschen und Umarmungen erst nach dem Abpfiff. Nach diesem war den Spielerinnen anzumerken, dass eine Last abfällt: „Wir hatten immer Druck und wollten als Team gewinnen“, sagt die Rechtsaußen-Spielerin Sarah Nagel.

Topspiel im Februar: SG holt sich Tabellenführung

Den Titel-Druck hätten sich die Spielerinnen mit einem Sieg selbst gemacht, blickt Trainer Klaus Hofmann zurück: „Wir haben den Tabellenführer TSV Rot im Februar durch einen Sieg im direkten Duell abgelöst.“ Dabei war der Saisonstart so ganz und gar nicht nach Plan verlaufen: „Aus den ersten fünf Spielen hatten wir bereits fünf Verlustpunkte.“ Weil die Mannschaft aber jedes der folgenden 13 Spiele gewann, wurde sie noch Meister.

Das letzte Spiel am vergangenen Sonntag gegen den TSV Birkenau 2 stand dann ganz im Zeichen der Meisterfeier. „Wir wollen nochmal jeder Spielerin Einsatzzeit geben“, kündigte Trainerin Judith Müller vor der Partie an. Gesagt, getan: Jede Spielerin konnte sich bei dem Sieg nochmal vor einer großen Kulisse zeigen. Etwa 250 Fans belohnten die Spielerinnen bei einer stimmungsvollen Atmosphäre mit Trommeln, Pappklatschen und Sirenen.

Erfolgreiche Spielidee: Nach Ballgewinnen schnelle Konter

Die Trainer und Spielerinnen betonen den Teamgeist der Mannschaft. Dennoch hebt Coach Hofmann eine Spielerin heraus: „Unsere Torfrau Michelle ist eine wichtige Stütze. Sie versucht das Spiel immer schnell zu machen.“ Michelle Wehrum gibt das Kompliment an die Mannschaft weiter: „Wir haben eben eine gute Abwehr und dann schnelle Leute für die Konter“, sagt die Torhüterin. Vor drei Jahren wechselte Wehrum zur SG Stutensee – und hat davon profitiert: „Das Training mit unseren beiden Torwarttrainern bringt mich weiter. Nach meinem Wechsel wurde ich viel besser.“

Großen Wert wird in der Jugendarbeit der SG Stutensee auf die Trainer gelegt, wie der sportliche Leiter der SG-Jugend, Klaus Hofmann, erklärt: „Wir haben einen großen Trainer-Pool. Die Trainer arbeiten zusammen, sodass wir die anderen Mannschaften bereits kennen, wenn sie gegen uns spielen.“ Auch Trainingslager in den Ferien sind durch die vielen Übungsleiter möglich. Grund zum Feiern hatten am gleichen Spieltag dann auch die etwas jüngeren Handballerinnen der C-Jugend. Diese wurden Vizemeister in der Badenliga.

„Durch unsere Trainer haben wir viele Spiele gewonnen.“

Nun freut sich die weibliche B-Jugend über den Titelerfolg. Vor der Saison war das Ziel lediglich, oben mitzuspielen. „Bei der Weihnachtsfeier sagte Jürgen Kühn (C-Jugend-Trainer, Anm. d. Red.) dann das erste Mal, dass wir Meister werden können“, erinnert sich Sarah Nagel zurück, „das wollten wir dann auch schaffen.“ Gemeinsam zum Titel – dafür sorgten auch die Spielerinnen mit eher wenigen Einsatzzeiten. Die zweite Torhüterin, Clara Michalzyk, berichtet: „Die Spielerinnen, die auf der Bank sitzen, meckern nicht. Wir feuern die Spielerinnen auf dem Feld dann an.“

Die beiden Trainer Hofmann und Müller sind ein wichtiger Faktor des Erfolgs, betont Sarah Nagel: „Sie muntern auf und machen keinen Druck, sondern sprechen ruhig mit uns Spielerinnen. Dadurch haben wir viele Spiele gewonnen, die auf der Kippe standen.“

 

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