Von meinstutensee.de-Reporter Sebastian Raviol

Die Nähe zu Gott suchen: Das haben direkt nach Ostern 40 Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren bei der Kinder-Bibelwoche getan. Fünf Tage lang hörten sie Geschichten von Mitarbeitern der evangelischen Kirchengemeinde in Friedrichstal, spielten und sangen. „Die Kinder sollen einen näheren Zugang zu Jesus finden. Wir wollen die Liebe von Jesus weitergeben“, sagt Andrea Funk, Mitarbeiterin im Kinder- und Jugendbereich der evangelischen Kirche. „Dumme Fragen gibt es nicht“, solle das Hauptmotto sein.

Im Mittelpunkt stehen dabei aber nicht die 15 Mitarbeiter, sondern die Eselin Athon. Das Maskottchen für die Woche ist bei den Kindern sehr beliebt. Zu Beginn des jeweils zweistündigen Programmes stellt die Eselin Athon eine Frage. Gibt es Gott? Wie sieht er aus? Kann ich mit Gott reden? „Na klar!“, ruft Funk den Kindern zu, als Petrus verkleidet.

Wo kann man beten? „Auch auf dem Klo!“

Von der eigenen Leidensgeschichte berichtend, rät sie anschließend: „Man kann auch auf dem Klo beten!“ Die Kinder lachen. „Da hat man doch Zeit“, begründet Funk. Ihre Botschaft: „Man kann immer und überall beten.“ Aber die 33-Jährige erklärt den Kindern sogleich: „Gott ist kein Automat, in den ich Münzen einwerfe und schon bekomme ich ein Pferd.“

Erreichbar sei Gott unter der Telefonnummer 5015. So zitiert Funk aus Psalm 50, Vers 15: „Rufe mich an in der Not.“ Daraufhin basteln die Kinder Gebetstelefone. Der Bildschirm besteht aus austauschbaren Bibeltexten. Auf einem übergroßen Gebetswürfel können die Kids anschließend ihre persönlichen Danksagungen verfassen. Shadir möchte für ihre Mutter und ihren Vater danken. Es hapert aber noch an der Übersetzung. Die Achtjährige kommt aus dem Kosowo und geht in Friedrichstal zur Schule.

Übersetzer für sieben Kinder aus dem Asylbewerberheim

Besonders habe ihr der Eierlauf Spaß gemacht, übersetzt Andreas Mäule. In seinem FSJ-Jahr habe er albanisch gelernt, erklärt der 22-Jährige. Für die sieben Kinder, die aus dem Asylbewerberheim kommen, übersetzt er die Inhalte der Kinderbibelwoche. „Es ist immer eine Herausforderung. Neben der Sprache muss man auch die Kultur übersetzen.“

Bei Timo Karle kam besonders das Basteln und Singen gut an: „Wir haben jeden Tag fünf Lieder gesungen“, freut sich der Siebenjährige. Wie er kommt auch Emely Sander jedes Jahr zur Kinderbibelwoche. „Ich finde gut, dass man auch mal raus kommt zum Spielen“, sagt die Siebenjährige. Da habe ihr besonders ein Geländespiel Spaß gemacht.

„Man hört uns im Ort. Das ist cool.“

Andrea Funk ist mit der Resonanz zufrieden: „Es freut mich, wenn Kinder kommen, die vorher noch nicht bei uns waren – und dann vielleicht zur Jungschar oder zum Kindergottesdienst gehen.“ Eine Mutter habe sie auf die Kinderbibelwoche angesprochen: „Sie sagte, es sei so laut, dass man uns im Ort höre. Das ist cool.“ In der Tat wurden die Kids ziemlich laut, wenn es an ihre Lieblingslieder wie „Jesus ohne dich“ oder „Je-, Je-, Jesus“ ging.

Mitarbeiterin Laura Steffen verkleidete sich als Eselin Athon und freute sich mit: „Ich finde es toll, wie dankbar uns die Kinder für das Programm sind. Sie nehmen sich das mit, was sie brauchen.“ Für die Einen seien das die Geschichten mit Schauspiel, für die Anderen die Spiele.

 

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