Von meinstutensee.de-Reporter Sebastian Raviol

„Das wird eine große Aufgabe, es werden immer mehr“, sagte der Erste Landesbeamte, Knut Bühler. Dabei sprach Bühler nicht von einer Bedrohung, sondern von Menschen, die zumeist in tiefer Not aus ihren Ländern flüchteten. Bei einer Informationsveranstaltung in der Blankenlocher Festhalle berichteten Vertreter der Stadt Stutensee über Möglichkeiten zur Unterbringung der Flüchtlinge.

Besonders ging es dabei um die Anschlussunterbringung. In der Erstunterbringung verweilen die Flüchtlinge vier bis sechs Wochen, werden gesundheitlich untersucht und können Asylanträge stellen. In der Gemeinschaftsunterkunft beginnt dann das Warten auf einen Bescheid – bis zu zwei Jahre lang. Nach dieser Zeit müssen die Gemeinden für eine Anschlussunterbringung der Asylbewerber sorgen.

Derzeit 191 Flüchtlinge für Stutensee – Zahl abhängig von Asylanträgen

Wie viele Flüchtlinge jede Gemeinde aufnehmen muss, wird nach einem Einwohnerschlüssel berechnet. Nach derzeitigem Stand muss Stutensee 191 Flüchtlinge aufnehmen. „Steigt die Zahl der Asylbewerber aber von 3500 auf beispielsweise 4800, muss Stutensee etwa 70 Menschen mehr in Gemeinschaftsunterkünften aufnehmen“, rechnet Bühler vor.

Steigt die Zahl der Asylbewerber, steigt auch die Zahl derer, die nach zwei Jahren den gesetzlichen Anspruch auf eine Anschlussunterbringung haben. „Wir müssen damit rechnen, für 2016 und 2017 etwa 180 Menschen in Anschlussunterkünften unterzubringen“, prognostizierte der Erste Bürgermeister, Matthias Ehrlein. Deshalb geht die Stadt Neubauten an zwei Standorten in Blankenloch an.

Zwei Standorte: Blankenloch schafft mit Neubauten 50 Wohnungen

Der eine Standort ist am Seegrabenweg, der andere an der Eggensteiner Straße. Beide Grundstücke gehören der Stadt. Der Gemeinderat habe die Stadt gebeten, die Ausnutzung der Grundstücke zu optimieren, berichtet Ehrlein. Konkret bedeute das die Prüfung, ob eventuell ein zweites Gebäude am Seegrabenweg möglich sei. Pro Stockwerk soll es fünf Wohnungen geben mit jeweils zwei bis drei Bewohnern. „Bei zwei Gebäuden wären das 30 Wohnungen“, rechnet Ehrlein vor. An der Eggensteiner Straße wird mit drei Gebäuden und damit über 20 Wohnungen geplant. Die Gebäude sollen barrierefrei sein und im kommenden Jahr bezogen werden.

Statt der gesetzlichen Mindestgröße von 4,5 Quadratmetern werden die Zimmer zehn Quadratmeter groß sein, so Oberbürgermeister Klaus Demal. Das liegt auch daran, dass nach dem Auszug von Flüchtlingen in andere Wohnungen die Räume weiterhin als günstiger Wohnraum genutzt werden sollten. Da es auch einen steigenden Wohnbedarf für Obdachlose gebe, sorgt die Stadt mit den Neubauten voraus. „Obdachlose Menschen kommen oft unverschuldet in Not. Das kann auch plötzlich durch das Sterben des Partners oder durch eine Scheidung passieren“, sagte Demal. Daher betonte Ehrlein: „Wir wollen keine Ghettos schaffen, sondern einen Mix.“

Welche Möglichkeiten des Ehrenamts? „Hingehen und anschauen.“

Für die Unterbringung der Menschen bedarf es der Beteiligung aller Stadtteile, so der einstimmige Ton unter den Politikern. „Friedrichstal ist mit seiner Gemeinschaftsunterkunft erheblich in Vorleistung getreten, das werden wir berücksichtigen“, erklärte Demal.

Die abschließenden Nachfragen der Bürger bezogen sich größtenteils auf die Möglichkeiten des Ehrenamts. „Machen Sie einen Termin aus, gehen Sie hin und schauen es sich an. Das ist das Einfachste“, rät Bühler den Interessierten.

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