Pressemitteilung von Polizeipräsidium Karlsruhe

[Update 21.8.2015] Der Anruf beim Notruftelefon der Karlsruher Babyklappe vom Mittwochabend konnte geklärt werden. Als Urheber war ein 17-Jähriger aus dem Raum Passau zu ermitteln, der sich mit zwei gleichfalls jugendlichen Freundinnen einen üblen Scherz erlaubt hat. Auf Vorhalt der in Bayern ermittelnden Polizeibeamten gab das Trio den Anruf unumwunden zu. Darüber hinaus räumten die drei Jugendlichen ein, bundesweit mehrere „0800-er-Nummern“ unter der Schilderung ähnlich dramatischer Sachverhalte angerufen zu haben. Derzeit laufen diesbezüglich noch weitere Ermittlungen.

Wie berichtet, hatte am Mittwochabend eine scheinbar verzweifelte Frau am Notruftelefon der Babyklappe glaubhaft geäußert, ihr Baby in eine Mülltonne geworfen zu haben und setzte damit umfangreiche Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts in Gang.

Die bereits durch Missbrauch von Notrufen auffällig gewordene Anruferin muss mit ihren Freunden neben der Forderung der verursachten Kosten nun mit einer Anzeige wegen Vortäuschens einer Straftat rechnen.

[Ursprüngliche Meldung] Der Anruf einer Frau am Mittwochabend beim Notruftelefon der sogenannten Babyklappe in Karlsruhe geben der Karlsruher Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Rätsel auf. Wohl im psychischen Ausnahmezustand stehend meldete sich kurz nach 20.00 Uhr die verzweifelt klingende Person und äußerte, eine halbe Stunde zuvor ihr Baby in eine Mülltonne geworfen zu haben. Ihrer Aussage nach sei das Kind tot und sie halte sich in Karlsruhe auf. Die Anruferin klang völlig hysterisch, verfiel immer wieder in Wein- wie auch Schreikrämpfe und klang nicht zuletzt deshalb auch glaubhaft. Sie sprach akzentfreies Hochdeutsch und wurde der Stimme nach auf ein Alter von etwa 25 bis 30 Jahren geschätzt.

Aufgrund der Gesamtumstände nehmen die Ermittler diesen Anruf sehr ernst und schließen weder ein Kapitaldelikt noch eine Selbstgefährdung der Frau aus. Bislang brachten die umgehend eingeleiteten Such- und Fahndungsmaßnahmen indessen keinen weiteren Aufschluss. Auch ein über die Radiosender an die Anruferin gerichteter Appell, sich erneut beim Notruftelefon der Babyklappe zu melden, führte bisher zu keiner Reaktion.

Nun hoffen die Ermittlungsbehörden mit Hilfe der Bevölkerung an Hinweise zu gelangen, die zur Spur der verzweifelten Frau oder auch des nach wie vor fehlenden Kindes führen könnten und haben folgende Fragen:

  • Wer hatte insbesondere im Gebiet von Karlsruhe Kontakt zu einer jüngeren hochschwangeren Frau, die einen überforderten Eindruck machte oder sich überfordert sah und dies äußerte?
  • Wer kann Hinweise auf eine Frau geben, die vor kurzem noch hochschwanger war und inzwischen entbunden hat, deren Kind jedoch fehlt?

Die Kripo bittet darüber hinaus vor dem Hintergrund der Äußerungen über das Kind auf die Meldung von verdächtigen Wahrnehmungen unter Notruf 110.

Sachdienliche Hinweise, die auf Wunsch auch vertraulich unter Tel. 0721/939-6666 entgegen genommen werden, nimmt der Kriminaldauerdienst Karlsruhe rund um die Uhr unter 0721/939-5555 entgegen.

Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe

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