Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

„Wir können nicht mehr in Ruhe auf unserer Terrasse sitzen!“ Eine Anwohnerin der Berliner Allee in Friedrichstal, wohnhaft in Sicht- und vor allem Hörweite des neuen Mehrgenerationenspielplatzes „Wilde Düne“ beschrieb in der letzten Sitzung des Friedrichstaler Ortschaftsrates ihre Probleme und überreichte eine Unterschriftenliste.

Der erst vor kurzem eröffnete Spielplatz an der Kirschenallee wird sehr gut angenommen und sorgt allgemein für Begeisterung. Das musste auch die Anwohnerin eingestehen, die an einem Samstag über 100 Kinder gezählt haben will, die nicht nur lachen, sondern richtig schreien und lärmen würden. Sie hatte auch einen Vorschlag parat: Bau einer Düne nördlich des Spielplatzes in Richtung Wohnbebauung.

Kurt Gorenflo, Ortsvorsteher von Friedrichstal, musste die Anwohner jedoch enttäuschen. Kinderlärm würde gesetzlich nicht als Beeinträchtigung angesehen. Eine Lärmschutzmaßnahme wäre demnach eine freiwillige Leistung der Stadt, die im konkreten Fall etwa 100.000 EUR kosten würde. Schließlich würden die Grundstücke rund um den Spielplatz nicht der Stadt gehören. Und freiwillige Leistungen würden Präzedenzfälle schaffen, so dass auch Anwohner an anderen Spielplätzen entsprechende Maßnahmen haben wollten – ganz abgesehen von denjenigen, deren Haus direkt an der Bahnstrecke steht.

Eine weitere Frage aus der Bevölkerung betraf eine fehlende Wasser-Matsch-Anlage. Gorenflo erklärte, dass im Umfeld des Spielplatzes keine Wasserleitungen vorhanden seien, weshalb ein entsprechender Bau zu teuer geworden wäre. Jedoch seien Leerrohre vorgesehen, dass eine solche Attraktion nachgerüstet werden könne, sobald die Bebauung nahe an den Spielplatz herangerückt sei.

Ein Ärgernis für alle Fußgänger, insbesondere Senioren und Kinder, und Radfahrer auf der Kirschenallee sind Autofahrer, die mit ihrem Fahrzeug direkt bis zum Spielplatz fahren und dort in der Grünfläche parken. Thomas Schoch vom Stutenseer Ordnungsamt war zu Gast in der Ortschaftsratssitzung und erläuterte die Situation und mögliche Lösungen. Absperrpfosten, wie man sie früher gerne eingesetzt hat, seien rechtlich nicht mehr zulässig. Zumal die Kirschenallee nicht beleuchtet ist und es deshalb zu Unfällen mit Radfahrern kommen könnte, die dieses Hindernis nicht rechtzeitig erkennen. Außerdem befinden sich am Anfang und Ende des Lärmschutzwalls entlang der Bahnstrecke jeweils ein Rettungszugang zu den Bahngleisen, die jederzeit schnell erreichbar sein müssen.

Schoch betonte, dass die Kirschenallee so ausgeschildert sei, dass nur Mofas und landwirtschaftlicher Verkehr zulässig seien. Das Parken in Grünflächen sei sowieso verboten. Der kommunale Ordnungsdienst werde ein Auge auf die Situation haben und entsprechende Vergehen ahnden. Es wurde jedoch auch eingesehen, dass die Parkplatzsituation auf dem Park&Ride-Parkplatz ziemlich knapp sei, wenn bei schönem Wetter auch noch Spielplatzbesucher aus dem weiteren Umfeld dazu kämen. Es wird überlegt, weitere Parkplätze einzurichten, ggf. auf dem Gelände des Hebewerks oder anstelle der kaum genutzten Fahrradständer am Zugang zur Haltestelle St. Riquier-Platz von der Berliner Allee aus.

Bildquellen

  • Einweihung Spielplatz Friedrichstal: Sabrina Strohal
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