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“Wilde Düne”: viel Lärm, wenig Parkplätze, kein Wasser

Einweihung des Spielplatzes am 24.10.2015

Bild: Sabrina Strohal

Von Martin Strohal | 21.11.2015 21:47 | 13 Kommentare

“Wir können nicht mehr in Ruhe auf unserer Terrasse sitzen!” Eine Anwohnerin der Berliner Allee in Friedrichstal, wohnhaft in Sicht- und vor allem Hörweite des neuen Mehrgenerationenspielplatzes “Wilde Düne” beschrieb in der letzten Sitzung des Friedrichstaler Ortschaftsrates ihre Probleme und überreichte eine Unterschriftenliste.

Der erst vor kurzem eröffnete Spielplatz an der Kirschenallee wird sehr gut angenommen und sorgt allgemein für Begeisterung. Das musste auch die Anwohnerin eingestehen, die an einem Samstag über 100 Kinder gezählt haben will, die nicht nur lachen, sondern richtig schreien und lärmen würden. Sie hatte auch einen Vorschlag parat: Bau einer Düne nördlich des Spielplatzes in Richtung Wohnbebauung.

Kurt Gorenflo, Ortsvorsteher von Friedrichstal, musste die Anwohner jedoch enttäuschen. Kinderlärm würde gesetzlich nicht als Beeinträchtigung angesehen. Eine Lärmschutzmaßnahme wäre demnach eine freiwillige Leistung der Stadt, die im konkreten Fall etwa 100.000 EUR kosten würde. Schließlich würden die Grundstücke rund um den Spielplatz nicht der Stadt gehören. Und freiwillige Leistungen würden Präzedenzfälle schaffen, so dass auch Anwohner an anderen Spielplätzen entsprechende Maßnahmen haben wollten – ganz abgesehen von denjenigen, deren Haus direkt an der Bahnstrecke steht.

Eine weitere Frage aus der Bevölkerung betraf eine fehlende Wasser-Matsch-Anlage. Gorenflo erklärte, dass im Umfeld des Spielplatzes keine Wasserleitungen vorhanden seien, weshalb ein entsprechender Bau zu teuer geworden wäre. Jedoch seien Leerrohre vorgesehen, dass eine solche Attraktion nachgerüstet werden könne, sobald die Bebauung nahe an den Spielplatz herangerückt sei.

Ein Ärgernis für alle Fußgänger, insbesondere Senioren und Kinder, und Radfahrer auf der Kirschenallee sind Autofahrer, die mit ihrem Fahrzeug direkt bis zum Spielplatz fahren und dort in der Grünfläche parken. Thomas Schoch vom Stutenseer Ordnungsamt war zu Gast in der Ortschaftsratssitzung und erläuterte die Situation und mögliche Lösungen. Absperrpfosten, wie man sie früher gerne eingesetzt hat, seien rechtlich nicht mehr zulässig. Zumal die Kirschenallee nicht beleuchtet ist und es deshalb zu Unfällen mit Radfahrern kommen könnte, die dieses Hindernis nicht rechtzeitig erkennen. Außerdem befinden sich am Anfang und Ende des Lärmschutzwalls entlang der Bahnstrecke jeweils ein Rettungszugang zu den Bahngleisen, die jederzeit schnell erreichbar sein müssen.

Schoch betonte, dass die Kirschenallee so ausgeschildert sei, dass nur Mofas und landwirtschaftlicher Verkehr zulässig seien. Das Parken in Grünflächen sei sowieso verboten. Der kommunale Ordnungsdienst werde ein Auge auf die Situation haben und entsprechende Vergehen ahnden. Es wurde jedoch auch eingesehen, dass die Parkplatzsituation auf dem Park&Ride-Parkplatz ziemlich knapp sei, wenn bei schönem Wetter auch noch Spielplatzbesucher aus dem weiteren Umfeld dazu kämen. Es wird überlegt, weitere Parkplätze einzurichten, ggf. auf dem Gelände des Hebewerks oder anstelle der kaum genutzten Fahrradständer am Zugang zur Haltestelle St. Riquier-Platz von der Berliner Allee aus.

Bildquellen

  • Einweihung Spielplatz Friedrichstal: Sabrina Strohal

Kommentare

… hat aber lang gedauert bis die Beschwerden kamen! Direkt neben der Bahn wohnen. Aber der Spielplatz ist zu laut… ah ja… (ich wohne auch direkt neben der bahn. Ich darf lästern! 😜)

Gestern in der BNN war der Artikel

Wer sich auf den Spielplatz stellt und Kinder zählt hat wohl einfach zuviel Zeit 😯

Einfach nur traurig!!

Kann ich mir kaum vorstellen?! Der Spielplatz ist doch wirklich sehr weit von den ersten Häusern entfernt.

Schade dass heute kein Spielplatzwetter ist, wollte gerne unseren Kleinen dort laut schreiend toben lassen :-)

Das bekommt man doch echt das ko**** 😲
Das sind diejenigen, die selbst nie Kind waren. Am besten die Kinder in den Keller sperren?! Kinder sollen Kinder sein.
Traurig das unsere Gesellschaft diesbezüglich immer schlimmer wird.
Ohne Worte!

Sehr schade!

meine Güte, dürfen Kinder überhaupt noch wo spielen, ist doch besser wie vor dem PC und Glotze hocken. Alle Erwachsenen waren mal Kinder, was haben denn die so gemacht ……..gefesselt und geknebelt auf dem Stuhl verbracht?????Jetzt ist der Spielplatz schon so weit weg gebaut worden, da gibt es andere, die sind mittel im Wohngebiet. Der Spielplatz ist klasse, die Meckerer sollen doch auch mal hin und ein bisschen “spielen” :-)

Die Bebauung rückt noch heran.. Wer braucht auch Karotten oder Weizen?

Wir wohnen auch direkt vor dem Spielplatz und uns stört es auch ungemein, dass ständig Autos hin und her fahren, wo sie eigentlich gar nicht fahren geschweigedenn parken dürfen. Leute, die nicht täglich dem Lärm und der Unruhen ausgesetzt sind, können gut schreiben “ach die aaaarmen Kinder”… blablubb…. Aber Leute wie wir, die keine Kinder haben, die stört es nunmal. Tagsüber sind es die Kinder und abends die Jugendlichen, die besoffen von der Straßenbahnhaltestelle lautstark diskutieren und rumproleten, so dass man nicht schlafen kann.

Ingrid-Marie Pippilotta

Verblüffend: Der Spielplatz „Wilde Düne“ ist geschätzte 300 m Luftlinie von der nächsten Bebauung entfernt und man vernimmt tatsächlich „extrem schrillen, unerträglichen Lärm“? Das hätte ich nicht zu hoffen gewagt. Meine Befürchtung war eher, ein dort um Hilfe rufendes Kind würde nicht im Geringsten gehört und der Spielplatz müsste in „Pädophilenparadies“ umgetauft werden … Wobei das Geschrei und Geheule der ach so betroffenen Bevölkerung, sollte dort tatsächlich einem Kinde Leids geschehen, wohl weit über die Grenzen Stutensees hinaus unerträglich laut wäre!

Wie weit von uns weg wollen wir Erwachsenen unseren Nachwuchs denn aufwachsen lassen? Und warum wundern wir uns dann, wenn eben diese Kinder als Erwachsene von den jetzigen Entscheidungsträgern und irgendwann unbequemen Alten nichts mehr wissen wollen? Wenn sie diese Alten dann konsequent an den Rand schieben? Wir haben ihnen schließlich vorgelebt, wie man mit „Lästlingen“ umgeht. Wenn man diesen Gedankengang zu Ende führt, wird auch klar wie armselig jegliche feindselige Argumentation von Kinderlosen letztlich ist.

Willi

Ich finde man sollte in dieser Sache ganz sachlich und bedacht argumentieren.
Zu aller erst muss man sagen, dass der besagte Spielplatz wirklich weit genug “vom Schuss” ist. Weiter weg könnte und sollte man einen Spielplatz der das Kindesalter von 4-12 Jahren anspricht nicht bauen, gerade aus den Gründen die bereits genannt wurden.
Zum anderen kommt es auch auf die Größe und Attraktivität des Spielplatzes an. Ein solch großer und durchaus moderner Spielplatz lockt selbstverständlich auch viele Kinder an die darauf spielen wollen. Das die Kinder sich nicht leise auf solch einem Platz vergnügen ist auch selbstverständlich. Der Lärm der durch die überdurchschnittlich hohe Nutzung entsteht kann bestimmt den ein oder anderen nerven der diesen Lärm Woche für Woche ertragen muss. Wobei Lärm sehr abwertend klingt. Nennen wir es Geräuschpegel.
Für Leute die sich in Ruhe auf ihrer Terrasse ausruhen wollen mag dies schon ein störender Einfluss sein. Hinzu kommen dann noch die An- und Abreisenden des Spielplatzes die dann mehr oder weniger nahe am Haus vorbeilaufen, rollern oder hüpfen.
Ich denke jeder von uns, der nach einer anstrengenden Arbeitswoche die Erholung und Ruhe auf dem eigenen sehr teuer bezahlten Anwesen sucht, wäre zumindest ein bisschen darüber genervt.
Eine Unterschriftenaktion gegen dieses Problem ins Leben zu rufen ist jedoch wirklich ziemlich überzogen und kleinbürgerlich. Kinder sind unsere Zukunft und sollten nicht wie Ungeziefer das lärmt und nervt vertrieben werden. Ein kleiner Erdwall der von vorneherein gleich mit eingeplant und erbaut worden wäre hätte denke ich das alles schon gut verhindern können und wäre auch bestimmt machbar gewesen.
Nichtsdestotrotz sollten wir froh sein so lange unsere Kinder noch lachen und spielen und man sie auch noch wahrnimmt. Wenn irgendwann mal der Muezzin vom Minarett brüllt wünscht man sich nichts sehnlicheres als das schrille Quietschen unserer Kinder.


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