Pressemitteilung von Polizeipräsidium Karlsruhe

Update: (ots) Ein 36 Jahre alter Mann steht nach den Ermittlungen des Kriminalkommissariats Bruchsal im dringenden Verdacht, seit Anfang Februar 2016 in mittlerweile zehn bekannt gewordenen Fällen im Stadtgebiet von Bruchsal Mädchen im Alter zwischen sieben und dreizehn Jahren angesprochen zu haben.

Der unter anderem wegen Sexualstraftaten bereits einschlägig in Erscheinung getretene Mann konnte am Dienstagmorgen in der Huttenstraße von der Mutter eines der betroffenen Mädchen erkannt und in der Folge von einer alarmierten Streifenwagenbesatzung des Polizeireviers Bruchsal festgenommen werden.

Aufgrund der kriminalpolizeilichen Nachforschungen besteht der Verdacht, dass der Beschuldigte beim Ansprechen der Mädchen mit sexuellen Motiven handelte. So hatte er in einem Fall als Dank für eine von ihm angebotene, aber letztlich abgelehnte Hilfeleistung, ein Kind unsittlich berühren wollen.

Gegen den 36-Jährigen, der von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht, stellt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe aufgrund des dringenden Tatverdachts des versuchten sexuellen Missbrauchs von Kindern wie auch der Beleidigung auf sexueller Grundlage wegen Wiederholungsgefahr Antrag auf Erlass eines Haftbefehls. Die Vorführung des Mannes vor dem zuständigen Richter ist für Mittwoch vorgesehen.
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Ursprüngliche Meldung:

(ots) – Seit Anfang Februar hat ein unbekannter Mann im Stadtgebiet Bruchsal wiederholt Kinder angesprochen. Betroffen waren durchweg Mädchen im Alter zwischen sieben und dreizehn Jahren.

An verschiedenen Örtlichkeiten und zu unterschiedlichen Zeiten sprach er in bislang sieben bekannt gewordenen Fällen die allein oder zu zweit, entweder zu Fuß oder mit ihren Rollern unterwegs befindlichen Kinder an. Zweimal stellte sich der Mann als „Marc“ oder „Marco“ vor und fragte die Mädchen nach ihrem Namen, ihrer Schule und
ihrem Wohnort. In anderen Fällen reichte er den Kindern die Hand.

Die Angesprochenen reagierten durchweg richtig und rannten oder fuhren davon, wobei ihnen der Unbekannte mehrfach zumindest ein Stück weit folgte.

Auch wenn es bislang zu keiner Straftat gekommen ist, nimmt die Polizei die bei Kindern und Eltern festzustellende Verunsicherung sehr ernst.

Das Kriminalkommissariat Bruchsal, das die weiteren Ermittlungen übernommen hat, bittet auch um Mithilfe aus der Bevölkerung. Der Unbekannte ist etwa 30 bis 40 Jahre alt und 170 bis 175 cm groß, er hat dunkles Haar, einen dunklen Teint und ist von südländischer Erscheinung. Der Mann spricht gebrochen Deutsch und trug mehrfach
einen Dreitagesbart.

Hinweise auf den Beschriebenen werden unter Telefon (0721) 939-5555 an den rund um die Uhr erreichbaren Kriminaldauerdienst in Karlsruhe erbeten.

Folgende Empfehlungen sollten Eltern ihren Kindern mitgeben:

„Nein“-Sagen. Kinder müssen auch Erwachsenen gegenüber „nein“ sagen dürfen. Sie sind nicht verpflichtet, mit „Fremden“ zu reden oder Auskünfte zu geben. Aber jedes Kind hat seine eigene Art, „nein“ zu sagen. Ängstigen Sie Ihr Kind nicht, sagen Sie ihm immer wieder, dass es ohne Ihre Erlaubnis mit niemandem mitgehen noch in dessen
Auto einsteigen darf. Ihr Kind sollte Ihnen erzählen, wenn es zum Mitgehen oder Mitfahren aufgefordert wurde oder dies trotz Ihres Verbots getan hat.

Die Gruppe schützt. Schicken Sie Ihr Kind möglichst nicht allein, sondern in kleinen Gruppen zusammen mit anderen Kindern zur Schule oder zum Spielplatz. Halten Sie es zur Pünktlichkeit an.

Verlässliche Ansprechstellen suchen. Zeigen Sie Ihrem Kind auf dem Schulweg und in der näheren Umgebung verlässliche Ansprechstellen oder so genannte „Rettungsinseln“, wo es sich Hilfe holen kann, auch
bei Regen oder Verletzung durch Sturz et cetera. „Rettungsinseln“ sind beispielsweise:

– ein Einzelhandelsgeschäft, in dem es bekannte Mitarbeiter ansprechen kann

– eine Ihnen bekannte Arztpraxis

– ein Haus, in dem Ihnen persönlich bekannte Personen wohnen, die das Kind im Notfall ansprechen kann.

Erklären Sie Ihrem Kind, wie es sich im Notfall verhalten soll, zum Beispiel:

– andere Erwachsene ansprechen und um Hilfe bitten
– laut um Hilfe schreien
– wegrennen hin zu anderen Menschen und auf keinen Fall verstecken, wenn jemand zudringlich wird
– mit dem Handy „110“ wählen oder Polizeibeamte in der Nähe ansprechen – Polizei hilft!

Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe

Bildquellen

  • Symbolbild Polizei: Thomas Riedel
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