Von meinstutensee.de-Reporter Sebastian Raviol

15 Mal begrüßte der Stafforter Ortsvorsteher Ludwig-Wilhelm Heidt die zahlreichen Besucher beim Zweiten kleinen Fest der Nationen am vergangenen Samstag in Staffort. Schließlich gab es 15 verschiedene Stände mit jeweils unterschiedlichen Ausstellern, die ihre landestypischen Speisen und Getränke offerierten. Ob auf Albanisch, Italienisch oder Russisch: Heidt begrüßte jeden Aussteller in seiner Sprache. Die vielen Besucher wertete der Stafforter Ortsvorsteher Heidt „Indiz dafür, dass Sie sich für ein gutes Miteinander zwischen allen Menschen einsetzen.“ In der Tat: in Gesprächen mit den Besuchern einte sich ein Thema – der Wille zum Austausch. Und so freute sich einer der Besucher, Dr. Müller aus Staffort: „Es ist toll hier. Super, wie Kontakte entstehen.“ Bei diesem Fest gebe es Begegnung „nicht hinter der Tür, sondern offen.“

Für jeden Geschmack etwas dabei: Bier, Fisch, Suppe oder Weinblätter

Neben den Ständen gab es ein großes kulturelles Angebot. Der Gesangsverein „Germania Staffort“ unterhielt die Besucher mit einem griechischen und einem italienischem Lied sowie einer afrikanischen Hymne. Tänze, ein ungarischer Chor aus Karlsruhe, Musik mit dem eritreischen Instrument „Krar“ sowie Zauberstücke von Moderator Helmut Ernst lockerten die Stimmung auf. Oberbürgermeister Klaus Demal äußerte sich gegenüber meinstutensee: „Ich bewundere die großartige Integrationsleistung, die hier in Staffort betrieben wird.“ Staffort habe damit eine „Vorreiterfunktion im gesamten Landkreis Karlsruhe.“ Demal sieht die Integrationsarbeit in Stutensee als „ein großes Puzzle. Jeder Ortsteil von Stutensee hat seine eigene Art der Integration.“ Staffort hat nach dem letztjährigen Fest seine charmante Art der Integration forgesetzt. „Die Größe des Festes ist für Staffort genau richtig“, fand auch Besucher Müller.

Aus Grötzingen waren fünf Vertreterinnen der Heimatfreunde gekommen. Ihr Resümee: „Ein tolle Veranstaltung mit gewissen Schwerpunkten.“ Vor allem lobten sie die reiche Speisenauswahl. Ein Gang durch die Stände führte etwa von kasachischem Schaschlik über belgische Pralinen hin zu Reis und Fisch, wie er typisch in Sri Lanka zubereitet und gegessen wird. Auch vertreten: landesytpische ungarische Gulaschsuppe. Die beiden Aussteller wohnen in Staffort und sind zum zweiten Mal beim kleinen Fest der Nationen dabei. Ihr Motiv: Neue Kontakte knüpfen. Tschechisches Bier und den landestypischen Schnaps „Brennivin“ brachten ein Aussteller-Ehepaar mit. Zum ersten Mal dabei waren russische Aussteller. Dafür warteten sie in voller Montur, mit Stickereitrachten, auf. Wer auf den Geschmack der Pizzen aus dem Stafforter Vogelpark – der 69-jährige Pächter hört aus Altersgründen auf – nicht verzichten wollte, bekam beim italienischen Stand die Chance auf Pizzen und Feldsalate. Ebenso waren gefüllte Weinblätter aus der Türkei oder Frühlingsrollen aus dem Vietnam geboten.

Mitorganisatorin Lydia aus Eritrea: „Mehr Verständnis füreinander“

Zusammen mit ihrem Mieter-Ehepaar Bernice und Isaak aus Ghana besuchte Andrea Royl das zweite kleine Fest der Nationen. „Eine sehr schöne Veranstaltung. Es sind viele Leute hier, alle sind aufgeschlossen“, freute sich Royl. Isaak ist als chemischer Ingenieur Doktorant am KIT und erfreute sich ebenfalls an der Vielfalt. Auch andere Aussteller sind längst integriert – die kasachische Vertreterin etwa ist als Kirchendienerin in Staffort tätig. Lydia aus Eritrea hat das Fest mitorganisiert – es gründet auf ihrer Idee. Was sie sich wünscht? „Mehr Verständnis füreinander und eine bessere Verbindung der Menschen untereinander.“ Sie wolle fremde Kulturen kennenlernen. Kennenlernen dürfen die Bürger landestypische Köstlichkeiten aus Eritrea nicht mehr nur an ihrem Stand beim kleinen Fest der Nationen: Lydia hat in Staffort ein Catering-Geschäft mit Waren, wie man sie in Eritrea kaufen und verköstigen kann, aufgemacht.

Nur ein Randaspekt war das Augenmerk auf den Außenbereich. Heidt erklärte: „Die routinemäßig durchgeführte Brandverhütungsschau von Fachbehörden brachte als Ergebnis, dass bis auf weiteres keine Veranstaltungen in unserer Dreschhalle durchgeführt werden dürfen.“ Deshalb mussten die Besucher beim Zweiten kleinen Fest der Nationen außerhalb der Halle Essen und Trinken, während sich im Vorjahr alles in der Halle abspielte. Und doch war das zweite kleine Fest der Nationen vor allem eines: ein zweiter Erfolg.

 

 

Bildquellen

  • Zweites kleines Fest der Nationen – Staffort: Dirk Gebhardt
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