Von meinstutensee.de-Reporter Myriam Laubach

Um die Gewährleistung des Jugendschutzes vor Alkohol und Tabakwaren zu überprüfen, waren zum wiederholten Mal Testkäuferinnen und Testkäufer in Stutensee unterwegs. Dabei wurden wieder zahlreiche Einzelhändler in allen Stadtteilen, die auch ein entsprechendes Sortiment anbieten, mit Hilfe von vier sechzehnjährigen Jugendlichen auf die Probe gestellt. Dabei konnte eine im Verhältnis rückläufige Anzahl an Verstößen beobachtet werden. Auf Anfrage von meinstutensee.de, wie viele Verstöße dokumentiert wurden und um welche Art von Verstößen es sich handle, antwortete die Stadtverwaltung Stutensee, dass neun Händler in ganz Stutensee überprüft und dabei drei Verstöße dokumentiert worden sein, davon alle drei im Zusammenhang mit der Abgabe von Spirituosen an Minderjährige. Darüber, welche Händler konkret „getestet“ wurden, könne man aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft geben.

Auffällig war insbesondere die Tatsache, dass trotz Ausweiskontrolle und des relativ einfach zurückrechenbaren Geburtsjahres 2000 das tatsächliche Alter falsch berechnet wurde und damit zu einem Verstoß führte. Die Testkäufe sind als eine gemeinsame Konzeption des Polizeipräsidiums Karlsruhe, des Landkreises Karlsruhe und der Stadt Stutensee eine bewährte Methode zur Überwachung der Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen beim Verkauf  von Tabakwaren und Alkohol an Minderjährige. Das Jugendschutzgesetz verbietet die Abgabe von Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren, Brandweinhaltige Getränke sowie Tabakwaren dürfen erst an Erwachsene ab 18 Jahren verkauft werden. Da die Schädigungsgrenzen deutlich niedriger als bei erwachsenen Konsumenten liegen, sind Kinder und Jugendliche besonders durch den Alkoholmissbrauch gefährdet. Sie reagieren empfindlicher als Erwachsene auf den Konsum von Alkohol und Tabak und tragen zudem ein erhöhtes Risiko für körperliche Schäden und die Entwicklung einer späteren Abhängigkeitserkrankung.

Die Testkäufe sind ein ergänzendes und bewährtes Modul im Rahmen der Landkreisinitiative „Wegschauen ist keine Lösung“. Sie sollen dazu beitragen, dass sich die Verfügbarkeit von alkoholischen Produkten und Tabakwaren für junge Menschen im öffentlichen Bereich verringert, indem sich auch die Verantwortlichen im Einzelhandel und Gaststättenbereich an das Jugendschutzgesetz halten. Die Testkäufe zielen auch darauf ab, Schwachstellen im Umgang mit den Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes aufzudecken. Verkaufsstellen, die die gesetzlichen Bestimmungen nicht einhalten, werden nach dem Testkauf unmittelbar auf den Rechtsverstoß aufmerksam gemacht und müssen mit einer anschließenden Anzeige rechnen. Für Testkäufe werden mit Einverständnis der Eltern Testkäufer im Alter zwischen 16 und 17 Jahren geschult. Außerhalb ihres sozialen Umfeldes versuchen sie in Gaststätten und Einzelhandel, an Tankstellen, Kiosken, Alkohol und Tabakwaren zu kaufen. Mitarbeiter aus den Behörden begleiten sie und dokumentieren den Einsatz sowie eventuelle Verstöße gegen die Jugendschutzbestimmungen. Das Konzept greift auch auf Erfahrungen von anderen Städten und Landkreisen zurück und soll in erster Linie präventiv wirken.

Bildquellen

  • Jugendprobleme: patrickjohn71/Fotolia.com
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