Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Anfang Februar fanden die letzten „Fachpressetage Stutensee“ statt. Die nächste Veranstaltung ist für Anfang 2017 geplant. Dietrich Homburg, Gründer des „Redaktionsbüro Stutensee“ und „Erfinder“ der Fachpressetage, erklärt für meinstutensee.de, was es damit auf sich hat.

Was sind Fachpressetage?

Firmen aus dem Mittelstand haben der Fachpresse einiges zu sagen, finden aber häufig nicht im gewünschten Umfang Kontakte zur Fachpresse. Messen sind für ausführliche Gespräche meist zu hektisch. Journalisten ins Haus einzuladen, z.B. zu einer Pressekonferenz, stößt bei den zeitlich sehr beanspruchten Journalisten nicht immer auf Gegenliebe. Da sie überregional arbeiten, kostet schon ein kurzer Besuch meist einen Arbeitstag.

Fasst man jedoch interessante Themen mehrere Firmen zusammen, lohnt sich auch eine weitere Anreise. Firmen können dann mit mehr Ansprechpartner rechnen. Dieser Gedanke führte zur Gründung der Fachpressetage

Hat das funktioniert?

Ja, besser als erwartet! Ursprünglich dachten wir an sechs Unternehmen, die sich für eine solche Veranstaltung zusammentun, heute beteiligen sich zwischen 40 und 50 Firmen und seit Jahren regelmäßig Journalisten aus über 60 Redaktionen.

Warum finden die Fachpressetage des Redaktionsbüro Stutensee nicht in Stutensee statt?

Die ersten Fachpressetage waren tatsächlich in Stutensee und die weitläufige Festhalle in Blankenloch mit ihrem schönen Foyer eignen sich auch sehr gut für die Veranstaltung. Der Umzug zunächst in das Bürgerzentrum Bruchsal und dann ins Akademiehotel in Karlsruhe hatte organisatorische Gründe. Eine dreitägige Veranstaltung mit bis zu 50 Firmen und Redakteuren aus teilweise über 70 Redaktionen ist für ein Unternehmen unserer Größe ein erheblicher Kraftakt. Die Teilnehmer brauchen etliches an Service, nicht nur Vollverpflegung, Übernachtung, Veranstaltungstechnik, Internet usw. Bei der jetzigen Lösung übernimmt dies das Hotel und wir können uns voll auf Inhalt und Qualität der Veranstaltung konzentrieren.

Welche Themen passen in die Fachpressetage?

Wir konzentrieren uns ganz auf Automatisierungstechnik. Die teilnehmenden Firmen kommen aus der Fabrik-, Prozess- und Gebäudeautomation. Wir versuchen alljährlich einen Schwerpunkt zu setzen.

Was wird 2017 der Schwerpunkt sein?

Das gerade aufstrebende Thema „Additive Fertigung“ mit 3D-Druck, Software, Materialien und allem was dazu gehört. Das Interesse ist so groß, dass wir dafür wohl sechs statt der ursprünglich vorgesehenen drei Vortragsplätze zur Verfügung stellen werden. Mehr geht nicht, weil sonst die anderen Automatisierungsthemen zu kurz kommen.

Welche Redakteure kommen zu den Fachpressetagen?

Das hängt etwas vom jeweiligen Programm ab. Es gibt einen Kern von Zeitschriften, der sich allgemein mit Automatisierung beschäftigt und sich praktisch an allen Fachpressetagen beteiligt und solche, die auf bestimmte Themen ansprechen, beispielsweise das jeweilige Schwerpunktthema. Darum laden wir Journalisten erst ein, wenn gegen Ende des Jahres das Programm steht. Welche Redaktionen zuletzt dabei waren, ist auf der Website zur Veranstaltung aufgelistet.

Welche Teilnahmemöglichkeiten gibt es?

Da ist zunächst die Multi-Pressekonferenz (siehe Artikelbild), bei der Unternehmen z.B. ihre technischen Neuerungen, Ideen, interessante Anwendungen oder ihr Know-how den versammelten Journalisten vorstellen können.

Eine weitere Möglichkeit ist, einen Platz bei der Tischmesse zu buchen. Hier können Journalisten beispielsweise gezielt informiert oder mit ihnen gemeinsame Aktivitäten besprochen werden.

Ansonsten gibt es noch die Networking-Teilnahme (Bild rechtsFachpressetage Networking), die sich vor allem für die Kontaktpflege eignet und die sehr individuelle Möglichkeit „Fachpressetage zu Gast bei …“, die allerdings Unternehmen in einem gewissen Radius vom Veranstaltungsort vorbehalten ist. Das ausgewählte Unternehmen kann einen Abend lang, sich, seine Ideen, Produkte und Räumlichkeiten den FPT-Teilnehmern vorstellen. Gastgeber waren beispielsweise schon Hirschmann MCS in Ettlingen, Schuler in Waghäusel, Fraunhofer in Berghausen, Physik Instrumente in Palmbach, Rockwel Automation in Durlach, aber leider noch kein Unternehmen aus Stutensee.

Wer bekommt einen Platz bei der Tischmesse?

Wir sind räumlich begrenzt und in der Regel ausgebucht. Diese Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben.

… und wer bekommt einen Vortragsplatz?

Hier spielt die zeitliche Begrenzung der Veranstaltung eine Rolle. Mit der Vergabe dieser Plätze wollen wir die hohe Qualität der Veranstaltung sichern. Darum ist das Verfahren hier etwas komplizierter: Die Journalisten stimmen online ab aufgrund eingereichter Abstracts. Ins Programm kommen die Vorträge in der Reihenfolge der Anmeldung, wenn sie mindestens 50 % Zustimmung erreichen. Restplätze, sofern es welche gibt, werden in einer zweiten Auswahlrunde vergeben.

Wo finden Interessierte weiter Informationen?

Im Internet gibt es viele Infos, die einen recht guten Eindruck von den Fachpressetagen vermitteln. Hier eine kleine Link-Sammlung:

Über den Autor:
Dietrich Homburg ist Ingenieur, Journalist, Buchautor, Gründer des „Redaktionsbüro Stutensee“ und „Erfinder“ der Fachpressetag. Er lebt und arbeitet seit 1975 in Stutensee.

Bildquellen

  • Fachpressetage Networking: Dietrich Homburg
  • Fachpressetage: Multi-Pressekonferenz: Dietrich Homburg
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