Pressemitteilung von Stadtverwaltung Stutensee

Neophyt verlängert die Leidenszeit für Allergiker

Von den Folgen einer Einwanderungswelle aus der Schweiz wird auch dieses Jahr wieder die Gemarkung der Großen Kreisstadt Stutensee überrollt: Gemeint ist das erneute Auftreten des Beifußblättrigen Traubenkrauts, Ambrosia artemisiifolia auf Lateinisch, auch Beifuß-Traubenkraut, Beifuß-Ambrosie, Aufrechtes Traubenkraut, Wilder Hanf oder Ragweed genannt. Die letzte Bezeichnung weist auf die Herkunft dieser invasiven Pflanze hin, die im 19. Jahrhundert aus Amerika den Sprung über den Großen Teich schaffte und sich mittlerweile bei uns gut eingebürgert hat. In den meisten deutschen Landkreisen hat sich dieser Neophyt (von griechisch: neos=neu, phytos=Pflanze) bereits rasant ausgebreitet. Neophyten gibt es viele bei uns, etwa das Indische Springkraut, den Sacchalin-Knöterich oder die bekannte Goldrute. Abgesehen von ihrer dominanten Eigenart, einheimische Pflanzen massiv zu verdrängen und dem Fehlen natürlicher Fraßfeinde sind diese Neophyten relativ harmlos für den Menschen. Im Gegensatz dazu die Ambrosia: Bereits ab nur elf ihrer 0,02 Millimeter großen Pollen pro Kubikmeter Atemluft weist Ambrosia eine hohe allergene Wirkung auf. Schon ab sechs Pollen können erste allergische Reaktionen auftreten. Diese extrem niedrige und doch hochallergene Pollenanzahl erscheint umso erschreckender, als eine einzige Ambrosia-Pflanze bis zu 1 Milliarde Pollen erzeugen kann und in die Umwelt, sprich Atemluft entlässt. Erschwerend kommt hinzu, daß Ambrosia erst ab Juli und August blüht und somit die Leidenszeit der Allergiker verlängern kann.

Die Stadt bekämpft Ambrosiavorkommen regelmäßig auf ihren eigenen Flächen. Eher problematisch ist es, wenn Ambrosia in der Feldflur auf privaten Flächen auftaucht und nicht als solche erkannt und bekämpft wird, am besten übrigens durch Unterpflügen. Auch deshalb führt die „Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)“ im Auftrag des Umweltministeriums jährlich ein Ambrosia-Monitoring durch. Dabei wurden auch auf Gemarkung Spöck aktuell etliche Vorkommen entdeckt. Nach Kontaktaufnahme mit den Eigentümern und Bewirtschaftern wurde ein Teil der Bestände bereits untergepflügt, der Rest folgt in den nächsten Tagen.

Jeder Grundstückseigentümer sollte dringend auf das Vorkommen von Ambrosia achten. Die Merkmale der recht auffälligen Pflanze lassen sich leicht über Internet-Steckbriefe feststellen. Größere Bestände sollten untergepflügt werden, einzelne Pflanzen können ausgerissen und der Restmüllabfuhr zugeführt werden. In der Feldflur ist auch Verbrennen grundsätzlich möglich. Beim Ausreißen sollten unbedingt Schutzkleidung und Gummihandschuhe getragen und der Nase-Mundbereich per Staubmaske geschützt werden. Fragen zum Thema werden über das städtische Umwelttelefon, 07244/969-275 beantwortet.

 

Quelle: Stadtverwaltung Stutensee

Bildquellen

  • Ambrosia: Stadtverwaltung Stutensee
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