Pressemitteilung von Stadtverwaltung Stutensee

Einladung zur Enthüllung von Info-Tafeln am 28.09.2016

Wer kennt eigentlich die Stutenseer Dünen? In der Tat gibt es solche und zudem auch sogenannte Flugsandfelder als Relikte aus der letzten Eiszeit. Vor rund 10- bis 15000 Jahren bliesen nämlich starke Westwinde Sand und Staub aus den riesigen Schotterebenen des Rheintals aus. Sandiges Material wurde in einem Streifen von Mannheim bis etwa Offenburg entlang der Kinzig-Murg-Rinne (Randsenke entlang des östlichen Grabenrandes) abgelagert und sorgt bis heute für die leicht wellige Struktur unserer Landschaft. Im Wald bei Friedrichstal gibt es noch deutlich sichtbare „Sandbuckel“. Die Eigentümlichkeiten des Natur- und Landschaftsschutzgebietes „Wilhelmsäcker“ in Spöck beruhen genau auf diesen sandigen „Gegebenheiten“. Der ausgeblasene Staub wurde damals übrigens in den Kraichgau verfrachtet und bildet dort heute die fruchtbaren Lößböden. Als ökologischer und gesetzlich vorgeschriebener Ausgleich für die in Verbindung mit dem Neubaugebiet „Wohnen mit der Sonne“ notwendigen Eingriffe in einzelne Naturgüter wurde bereits vor Jahren im „Zwickel“ zwischen Bahnlinie und K 3579 eine neue Dünenlandschaft geschaffen. Zur Straße hin als Lärmschutzwall ausgebildet, erstreckt sich in Richtung Ort ein ausgedehntes Dünenfeld mit mittlerweile reicher Sandflora.friedrichstaler-duehne

Schon mal etwas vom Warzenbeißer gehört? Mit bis zu 4,5 cm Körperlänge und gedrungenem Körperbau ist das unsere größte Laubheuschreckenart, gut erkennbar an ihren würfelähnlichen braunen Flecken auf den Flügeln. Ihr Name rührt tatsächlich aus der Naturheilkunde her, weil der Magensaft dieser Tiere ätzende Wirkung hat und in früheren Zeiten zur Warzenbehandlung verwendet wurde. Warzenbeißer sind stark im Bestand gefährdet und unterliegen deshalb einem besonderen Schutz. Das weit und breit einzig bekannte Vorkommen liegt in Blankenloch zwischen dem Industriegebiet Süd und dem Wald.

Wer kennt sie nicht, die agile Zauneidechse? Auch diese Tiere sind besonders geschützt, weil ihre Lebensräume stark gefährdet sind. Bei Bauvorhaben in Gebieten mit Eidechsenvorkommen müssen die Tiere deshalb umgesiedelt werden. Eine neue „Eidechsenstadt“ aus Stein- und Sandanhäufungen und Wurzelstubben ist deshalb im Zuge der Erschließung des Gewerbegebietes „Süd III“ am dortigen Waldrand entstanden.

Die Stadt möchte diese besonderen Tiere und Lebensräume ihren Bürgerinnen und Bürgern vorstellen. Deshalb enthüllt am Mittwoch, 28.09.2016, um 17 Uhr Oberbürgermeister Demal großformatige Informationstafeln mit vielen interessanten Details. Treffpunkt ist am Stichweg bei der Helmholtzstraße 1 (Fa. HBH Microwave GmbH).

Quelle: Stadtverwaltung Stutensee

Bildquellen

  • friedrichstaler-duehne: Martin Strohal
  • Infotafel Duehne: Martin Strohal
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