Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Über 30 Interessierte hatten sich vergangenen Mittwoch im Speisesaal der Jugendeinrichtung „Schloss Stutensee“ eingefunden, um Details über das geplante Theaterspektakel „Lenin in Stutensee: Die Bauern sind zurück“ zu erfahren. Das Projekt wird von dem Verein „Werkraum Karlsruhe“ durchgeführt, der sich schon viele Jahre mit Theaterpädagogik beschäftigt. Ziel ist es, im Sommer 2017 ein großes Theaterstück auf die Bühne zu bringen, das von Stutenseer Bürgern wesentlich getragen wird, das aber auch für die Region relevant sein soll. Um das umsetzen zu können, werden freiwillige Helfer gesucht – von Schauspielern über Techniker bis zu Musikern.

Jürgen Sihler, Leiter des Vereins, begrüßte die Anwesenden, übergab dann aber direkt an Holger Metzner und Karoline Saal, die für das Projekt verantwortlich sind. Saal ist für Dramaturgie und Theaterpädagogik zuständig, Metzner ist Autor und Regisseur und lebt seit einigen Jahren in Büchig. Über eine Ausschreibung des baden-württembergischen Bildungsministeriums kam Metzner auf die Idee, die Landwirtschaft am Beispiel Stutensees als Theaterstück umzusetzen. „Die Landwirtschaft ist in Stutensee innerhalb einer Generation kaum mehr existent“, betonte Metzner. Noch vor 50 Jahren hätte jeder Kleinvieh oder einen Acker gehabt. Zudem gehe es um Globalisierung und Stadtentwicklung, es würden immer mehr Flächen versiegelt werden. Alle wollten zurück zur Natur, störten sich dann aber an ihr, sei es durch das Krähen von Hähnen oder abfallendes Laub im Herbst.

Moritz Hecht-ZitateAußerdem soll das Stück eine weltgeschichtliche Facette bekommen, nämlich durch einen Text von Lenin, der sich mit der Arbeit der Bauern in Blankenloch und Friedrichstal als Erwiderung auf Darstellungen von Moritz Hecht (s. Foto) befasst.

Das Theaterstück wird eine Reise durch die Jahrhunderte sein, die durch eine Liebesgeschichte zusammengehalten wird. Thema ist dabei die Ansiedlung von französischen Flüchtlingen auf Anweisung der Regierung, was eine Parallele zu heute zeigt, der Anbau von Tabak und die spätere weitgehende Vernichtung desselben durch sorglosen Umgang mit Blauschimmel, was auf historischen Fakten basiert.

„Wir dürfen nicht vergessen, woher wir kommen“, erklärte Metzner den Hintergrund des Projekts. „Wir müssen wissen, wie man überhaupt Essen macht.“

Einige Stutenseer Vereine sind bereits in des Projekt eingebunden. Allen voran die Heimatvereine der Stadtteile. Auch die Bulldogfreunde haben ihre Unterstützung zugesagt. Gesucht wird noch Kontakt zu Gesangvereinen, um einen Chor integrieren zu können. Hier herrsche bislang noch große Zurückhaltung, bedauerte Metzner. Auch Pferde würden Metzner und Saal gerne im Stück unterbringen.

Stutensee braucht dichPremiere soll das Theaterstück im Sommer 2017 haben. Der ursprünglich angedachte Termin kollidiere jedoch mit dem Friedrichstaler Marktplatzfest, worauf der anwesende Ortsvorsteher Lutz Schönthal hinwies. Vorgesehen sind etwa fünf Vorstellungen auf einer Bühne vor Schloss Stutensee. Im März sollen die wöchentlichen Proben beginnen. Neben vier bis fünf Hauptdarstellern werden viele kleinere Sprech- und Komparsenrollen zu besetzen sein. Zusätzlich zu den Vorführungen soll es auch ein thematisch passendes Rahmenprogramm geben, das für Kinder und Familien interessant sein soll.

Wer sich für die Teilnahme interessiert, egal ob auf oder hinter der Bühne, findet weitere Informationen auf der entsprechenden Website vom Werkraum Karlsruhe.

Bildquellen

  • Moritz Hecht-Zitate: Martin Strohal
  • Stutensee braucht dich: Martin Strohal
  • Vorbesprechung „Lenin in Stutensee“: Martin Strohal
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