Von meinstutensee.de-Reporter Sebastian Raviol

Schon im Dezember vergangenen Jahres mussten die Verantwortlichen des Friedrichstaler „Kult Cafés“ damit rechnen. Seit Donnerstag haben die fünf Ehrenamtlichen Gewissheit: Die jährliche Förderung des Landkreises in Höhe von 3000 Euro wird gestrichen. Das hatte der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am 1. Dezember bereits befürwortet, am Donnerstag zogen die Kreisräte nach. Zuvor hatte das Friedrichstaler „Kult Café“ zusammen mit den 24 anderen Familienzentren in einer gemeinsamen Stellungnahme um die weitere Förderung geworben. Die Kreisräte entschieden sich dagegen – im Haushalt werden somit 75 000 Euro eingespart, die den Familienzentren bislang jährlich zuflossen.

Dass sich die Kreisräte für eine Streichung entschieden, ist kaum verwunderlich. In seiner Haushaltsrede sprach Landrat Christoph Schnaudigel von einer „ungenügenden Finanzausstattung des Landkreises Karlsruhe“. Auch eine Haushaltsstrukturkommission habe nur einen Einspar-Vorschlag hervorgebracht, nämlich den Zuschuss für Kliniken um 1,5 Millionen Euro zu kürzen. Durch die Streichung von Freiwilligenleistungen spart der Landkreis für den Haushalt 2017 insgesamt zwei Millionen Euro. „Von diesen Kürzungen sind insbesondere solche Zuschüsse betroffen, bei denen der Kreis Aufgaben und Projekte der Städte und Gemeinden unterstützt“, sagte Landrat Schnaudigel.

25 Familienzentren aus dem Landkreis sprechen über ihre Zukunft

Das Friedrichstaler „Kultur Cafe“ hofft jedoch, dass es die 3000 Euro Förderung auf anderem Wege erhält, wie Mitarbeiterin Beater Hauser auf Anfrage von meinstutensee erklärt: „Oberbürgermeister Klaus Demal hat versichert, dass Stutensee seine Familienzentren weiter unterstuetzt.“ Mit Treffs, Kursen und Beratungen möchte das „Kult Café“ weiterhin für alle Generationen in Stutensee da sein. Allerdings, gibt Hauser zu Bedenken: „Die Qualitätssicherung und das Netzwerk sind gefährdet.“ Für einige der 25 Familienzentren im Landkreis könne die Streichung der Freiwilligenleistung Auswirkungen haben. Weitere gibt es etwa in Bruchsal, Karlsdorf-Neuthard oder Linkenheim-Hochstetten.

Ihnen fehlen die 3000 Euro deutlich. In der Stellungnahme heißt es: „Wir befürchten, dass nicht jede Kommune die Finanzierungslücke kompensieren wird und einige Zentren schließen müssen.“ Das hätte auch für das Friedrichstaler „Kult Café“ Auswirkungen. Schließlich betont das Netzwerk in der Stellungnahme, wie wichtig der Austausch mit anderen Familienzentren ist. Die 25 Familienzentren im Landkreis reagieren auf die künftig fehlenden 75 000 Euro Förderung. Beate Hauser kündigt an: „Am 22. Februar ist ein Netzwerktreffen geplant, um das weitere Bestehen des Netzwerks und die Zukunft zu besprechen.“

Bildquellen

  • Flüchtlingsbetreuung durch Familienzentrum: Alexander Werner
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