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Keine Christbaumverbrennung mehr

Bild: Thomas Riedel

Von Martin Strohal | 10.01.2017 20:20 | 2 Kommentare

In den vergangenen Jahren wurden die in Friedrichstal und Spöck gesammelten ausgedienten Weihnachtsbäume im Rahmen einer kleinen Veranstaltung verbrannt (wir berichteten mit Video, s.u.). Das ist in diesem Jahr nicht mehr zulässig. Vergangenen März erließ das Amt für Umwelt und Arbeitsschutz des Landratsamts Karlsruhe eine Rundverfügung an alle Kommunen im Landkreis. Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle ist danach nur eingeschränkt möglich. Als “Brauchtumsfeuer”, das in erster Linie eine öffentliche Veranstaltung zur Brauchtumspflege ist und nicht der Abfallbeseitigung dient, muss es eng gesteckte Regeln einhalten, um genehmigungsfähig zu sein.

“Alte Christbäume sind als ausschließliches Brennmaterial ungeeignet”, heißt es unter dem Punkt “zulässige Brennmateralien”. Das bedeutet das Aus für die bisher durchgeführten Verbrennungen in Friedrichstal und Spöck. Die Sammlung in Friedrichstal steht am kommenden Samstag an, während in Spöck bereits am vergangenen Wochenende gesammelt wurde. Die Spöcker haben ihre Bäume auf dem Grünabfallsammelplatz in Blankenloch entsorgt. Das werden auch die Friedrichstaler tun müssen.

Auf Nachfrage von meinstutensee.de erklärt Martin Zawichowski, Pressesprecher des Landratsamts, dass es bereits seit Jahren gesetzliche Regelungen gebe, wonach pflanzliche Abfälle in entsprechenden Anlagen zu behandeln und zu verwerten seien. Brauchtumsfeuer seien unter bestimmten Bedingungen zulässig. “Andernfalls würde es sich um eine illegale Abfallbeseitigung handeln, die eine Ordnungswidrigkeit darstellt”, so Zawichowski. Dazu komme, dass die Verbrennung von Pflanzenabfällen die Feinstaubbelastung spürbar erhöhe. “Christbäume sind harzhaltig und emittieren erhöht, außerdem sind diese Bäume auch nach einer Lagerzeit von einigen Wochen nicht vollständig durchgetrocknet, so dass sie sich als ausschließliches Brennmaterial für Brauchtumsfeuer nicht eignen.”

Da die Weihnachtsbaumverbrennungen immer in enger Abstimmung mit der Kommune und der örtlichen Feuerwehr stattgefunden hätten, geht Zawichowski nicht von Missachtungen aus. “Die Stadt Stutensee ist an die Rundverfügung des Amtes für Umwelt und Arbeitsschutz als zuständige Behörde gebunden und wird entsprechend dieser Vorgaben verfahren”, erklärt Klaus Dieter Süß, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Stutensee.

Die Sammlung ausgedienter Christbäume hat vergangenes Wochenende in Blankenloch und Büchig stattgefunden (wir berichteten). Am Samstag, den 14. Januar, wird von 9 bis 17 Uhr in Friedrichstal und Staffort gesammelt. Pro Baum wird eine Spende von mindestens 1,50 EUR erwartet. Alternativ kann jeder seinen Baum auch selbst zur Grünabfallsammelstelle in Blankenloch bringen.

Unser Video von der letztjährigen Christbaumverbrennung:

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  • Christbaum-Feuer: Thomas Riedel

Kommentare

Oh Gott, ja. Feinstaubbelastung. Man fragt sich zwangsläufig, wie die vorherigen Generationen überleben konnten. wo das Verbrennen von “Pflanzenabfällen”, gerade auf dem Dorf, früher gang und gäbe war …

Und so ein außerorts durchgeführtes Christbaumfeuer macht ja auch ordentlich Dreck, insbesondere verglichen mit der Vielzahl der mittlerweile installierten und im Winter im Dauerbetrieb befindlichen Zimmeröfen.

Wäre ja noch schöner, wenn sich die Dorfgemeinschaft bei derartigen Veranstaltungen zusammenfinden könnte …

Darius

Jetzt habe ich den Beitrag doch noch einmal hervorgeholt. Ich kann meinem Vorschreiber “Sark Asmus” :-) in Teilbereichen zustimmen. Natürlich ist die Feinstaubbelastung in den letzten Jahren stark angestiegen und man sollte etwas dagegen tun. Ob das einmalige Verbrennen der Christbäume so viel Schädliches dazu beigetragen hätte, wage ich zu bezweifeln. Das ist wie so häufig in der Politik und Verwaltung der “blinde Aktionismus” (Man erinnere sich an die Senkung der Alkoholgrenze für Autofahrer von 0,8 aiuf 0,5 Promille, da ja “dauernd” Unfälle in den Bereichen zwischen 0,5 und 0,8 festzustellen waren. Für mich nicht. Ich lese immer nur mit 1,5 Promille und höher). Publikumswirksam werden die einmaligen Brandaktionen (Christbaum oder in bestimmten Gegenden Fastnachtsfeuer) verboten und bei den o.g. Kaminöfen in den Häusern ist es egal.
Ich konnte heute Morgen im Haus nicht lüften, weil irgendwo in der Nachbarschaft wieder seit mehr als einer Stunde in der Holzheizung oder Kaminöfen irgend etwas so schlecht verbrannt wird, das es einem die Luft nimmt. Da wird wenn man Pech hat lackiertes Holz, lackiertes Papier und ähnlich chemisch belastetes Zeug verbrannt, oder die Zuluft wird aus Sparsamkeitsgründen so runtergeregelt, dass es mehr unter großem Schadstoffausstoß verglimmt als verbrennt, ohne dass es jemanden interessiert. Aber die Christbaumverbrennung musste verboten werden. So ein Blödsinn!


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