Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Das Ziel, 15 Minuten nach Eingang des Notrufes mit Rettungswagen bzw. Notarzt in 95 Prozent der Fälle vor Ort zu sein, wurde im Landkreis Karlsruhe im Jahr 2016 nicht erreicht. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Joachim Kößler (CDU) hervor. Danach wurde das 15-Minuten-Ziel bei Rettungswagen nur in 90,7 Prozent der Fälle erreicht, beim Notarzt nur in 88,5 Prozent. Es sei möglich, dass diese Werte im ländlichen Raum noch unterschritten werden.

Dabei ist auch zu beachten, dass die Zahl der Einsätze in Stadt- und Landkreis Karlsruhe im Vergleich zu den Vorjahren teils stark gestiegen sind. So gab es 2015 37.565 Einsätze mit dem Rettungswagen. 2013 waren es noch 28.516. Die Zahl der Notarzteinsätze lag 2015 bei 13.229, zwei Jahre vorher waren es 12.923.

Auf Grund dieser Zahlen wurden bereits einige Maßnahmen eingeleitet, die zur Verbesserung führen sollen. So sollen z.B. mehr Krankentransportfahrzeuge eingesetzt werden, außerdem sollen Notfallrettung und Krankentransport getrennt werden. Auch soll zusätzliches Personal vorgehalten werden. In der Rettungswache Bruchsal z.B. 9.812 zusätzliche Stunden.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich ein Fachkräftemangel abzeichnet. Derzeit sind 40 Stellen im Stadt- und Landkreis unbesetzt. Dabei handelt es sich zumeist um Stellen für Rettungssanitäterinnen bzw. Rettungssanitäter, so das Ministerium.

Die oben genannten Maßnahmen sind zum Jahresbeginn 2017 umgesetzt worden. Das Innenministerium will nun die Auswirkungen abwarten und überprüfen. Sollte die Hilfrist auch damit nicht eingehalten werden können, müssten weitere Hilfsfristverbesserungsmaßnahmen in Betracht gezogen werden. „Dabei ist die gesamte Rettungskette vom Eingang des Notrufs in der Leitstelle bis zur Übergabe des Patienten an das medizinische Personal im entsprechend geeigneten Krankenhaus in den Blick zu nehmen“, so das Ministerium.

Im Landkreis Karlsruhe ist zusätzlich ein „Helfer-vor-Ort-System“ etabliert. Die Alarmierung dieser Ersthelfer durch die Leitstelle soll jedoch nur erfolgen, wenn dadurch gegenüber dem gleichzeitig alarmierten organisierten Rettungsdienst ein medizinisch relevanter Zeitvorteil erreicht werden kann. In Stutensee gibt es solche „Helfer-vor-Ort-Gruppen“ in Blankenloch (vier Helfer), Friedrichstal (drei Helfer) und Spöck (12 Helfer). Alle Gruppen sind von den jeweiligen Ortsgruppen des Deutschen Roten Kreuzes organisiert.

Bildquellen

  • Symbolbild Rettungsdienst: Thomas Riedel
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