Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

„Essbares Stutensee“ lautet der neue Projekttitel analog zu „Essbares Heidelberg“, da „Incredible Edible“ nicht für alle verständlich war. Christoph Thomsen aus Friedrichstal stellte das Projekt vergangenen Mittwoch dem Ortschaftsrat vor und warb um Unterstützung.

Die Idee hinter dem Projekt ist, dass an verschiedenen Stellen im Ort in Kübeln Obst, Gemüse, Kräuter etc. angebaut werden. Jeder Standort hat einen Verantwortlichen, der anpflanzt, gießt und pflegt. Jeder, der möchte, kann ernten und dadurch vielleicht auch Gewächse kennenlernen, die ihm bislang fremd waren, und darüber mit anderen ins Gespräch kommen. „Es soll die Lust am Gärtnern gefördert werden, ohne dass man einen großen Schrebergarten braucht“, so Thomsen. Die Vorteile sieht er im sozialen Kontakt, aber auch in der Entlastung des Bauhofs, wenn die Pflege von Pflanzkübeln von Bürgern übernommen werden.

Es soll zunächst klein angefangen werden. Dafür werde kein Geld benötigt. Der Umweltbeauftragte der Stadt, Reiner Dick, unterstützt das Projekt. Im Juni hat bereits ein Treffen mit zehn Interessierten stattgefunden. Dabei gebe es keine Mitgliedschaft, wer möchte kann die Betreuung eines Pflanzkübels übernehmen. In diesem Jahr sollen die Vorbereitungen laufen, 2018 erfolgt dann der Start, sofern sich genügend Interessierte finden.

Der Friedrichstaler Ortschaftsrat zeigte sich überwiegend skeptisch, ob dieses Konzept nach Friedrichstal passe. Im Gegensatz zu Heidelberg sei Friedrichstal ländlich geprägt, viele hätten einen Garten oder könnten bei Interesse auch auf ihrem Balkon einen Kübel bepflanzen. Luitgard Mitzel-Landbeck (Grüne) gefiel die Idee und die ehrenamtliche Tätigkeit. Sie fragte, wie das Ganze ohne Geld funktionieren könne. Wenigstens die Pflanzen würden ja etwas kosten. „Die Kosten sind sehr niedrig“, antwortete Christoph Thomsen. „An 5 EUR wird es nicht scheitern.“

Ortsvorsteher Lutz Schönthal zeigte sich ebenfalls zurückhaltend, wollte die Initiative der Bürger nicht bremsen. Die Stadt gehe schließlich kein Risiko ein. Der Ortschaftsrat stimmte einem Start des Projekts deshalb mehrheitlich zu, nur Marcel Konrad votierte dagegen, da es seiner Meinung nach nicht zu Friedrichstal passe.

Wer sich für das Projekt interessiert, kann Kontakt aufnehmen per E-Mail über transition-stutensee@web.de.

Bildquellen

  • Salat: maxmann/pixabay.com
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