Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

In seiner letzten Sitzung hat der Stutenseer Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für ein neues Baugebiet gefasst. In seinem Umfang ist es sehr überschaubar, es handelt sich um acht zweistöckige Einfamilienhäuser entlang der Bahnhofstraße. Es handelt sich um die derzeit unstrukturierte Fläche entlang der Bahntrasse neben der Sozialstation. Ein Investor, der das Grundstück von der Deutschen Bahn erworben hat, war mit einem entsprechenden Konzept auf die Stadtverwaltung zugekommen.

Aufgrund des hohen Lärmpegels von den vorbeifahrenden Zügen soll eine 5,5 Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden. Zudem müssen schallisolierende Bauteile verwendet und erschütterungsmindernde Maßnahmen umgesetzt werden. Dennoch werden die Grenzwerte der Bundeslärmschutzverordnung laut Planung erheblich überschritten. Auch Erschütterungen können trotz aller Maßnahmen in geringem Maße noch spürbar sein.

Entsprechend zwiegespalten war die Meinung der Stadträte. Ansgar Mayr (CDU) freute sich über die optische Neugestaltung und begrüßte die Schaffung neuen Wohnraums, sieht aber die Nachteile der Lage direkt an der Bahnstrecke und Probleme bei der Parksituation. Für seine Fraktion würden jedoch die Vorteile überwiegen, weshalb er dem Projekt zustimme.

Manfred Beimel (Freie Wähler) lobte die sehr interessante Bauweise und zeigte sich gespannt auf den Verkauf. Heinrich Sickinger (SPD) fürchtete, dass die Bewohner irgendwann die Stadt verklagen würden wegen Nichteinhaltung der Grenzwerte, das müsse ausgeschlossen werden. Da jedoch nicht vorgesehen ist, dass die neuen Eigentümer einen Flächenbeitrag an die Stadt zahlen, lehnte er das Vorhaben ab.

Ludwig Streib (Grüne) betonte, dass er nichts gegen innerörtliche Verdichtung habe. Das Thema Lärmschutz sehe er jedoch mit Sorge. Den Käufern müsse das unbedingt deutlich gemacht werden.

„Das Projekt hat einen langen Vorlauf“, erläuterte Sylvia Duttlinger, Stadtteilausschussvorsitzende von Blankenloch und Büchig. Der Investor baue den Gehweg auf der Westseite auf eigene Kosten. Der Schallschutz sei genau definiert. „Viele Blankenlocher leben seit Jahrzehnten ohne Schallschutzmauer an der Bahn.“

Weniger erfreut zeigte sich ein Anwohner. Der Lärm eines Zuges sei nach zehn Sekunden vorbei. Die neue hohe Lärmschutzwand würde jedoch künftig verhindern, dass Wind in den Ort wehe. Vögel und Grillen seien dann vermutlich auch nicht mehr zu hören.

Oberbürgermeister Klaus Demal betonte, dass er das Projekt auch sehr kritisch sehe. „Aber die Wohnungsnot ist drastisch.“ Am 5. Oktober werde es eine Informationsveranstaltung für die Anwohner geben. Die Planungen werden sich noch bis mindestens Mitte 2018 hinziehen.

Dieses Vorgehen wurde bei einer Ablehnung und zwei Enthaltungen mehrheitlich beschlossen.

Bildquellen

  • Planung „Westlich Bahnhofstraße“: Stadt Stutensee
  • Bahnhofstraße Blankenloch: Philipp Franz
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