Pressemitteilung von Landratsamt Karlsruhe

Die Gemarkungen der Städte und Gemeinden sind voll von Zeugnissen menschlichen Schaffens. Während markante Bauwerke wie Kirchen, Schlösser, Wohn- oder Wirtschaftsgebäude sofort ins Auge fallen, sind Entfernungs- oder Grenzsteine, Wegekreuze, Brunnen, Ruhebänke oder Statuen oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Um die sogenannten Kleindenkmale im Landkreis Karlsruhe zu erfassen, startet die Kreisverwaltung in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg nun eine umfassende Aktion.

Da es hierzu tatkräftiger Mithilfe einer Vielzahl von Akteuren bedarf, hatte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel am vergangenen Dienstag Vertreter aus den Bürgermeisterämtern sowie Heimat- und Kulturvereinen ins Landratsamt eingeladen. „Kleindenkmale zeugen von unserer Geschichte und unserer Kultur und prägen unsere Heimat. Da sie aber dazu neigen in Vergessenheit zu geraten ist es wichtig, sie zu dokumentieren“, begründete der Landrat die Initiative.

In Baden-Württemberg geschieht dies planmäßig: Das Landesamt für Denkmalpflege hat in 21 Landkreisen bereits 75.000 dieser Kleinodien systematisch dokumentiert, wie die Projektleiterin beim Landesamt für Denkmalpflege Martina Blaschka berichtete. Ganz bei Null muss gleichwohl nicht angefangen werden: In einigen Gemeinden gibt es bereits Dokumentationen oder Ausstellungen, die sich diesem Thema gewidmet haben und auf denen man aufbauen kann. Dass Bereitschaft besteht das ehrgeizige Projekt umzusetzen, konnte an der sehr guten Resonanz abgelesen werden. Rund 100 Interessierte aus nahezu allen Städten und Gemeinden waren zu der Auftaktveranstaltung gekommen. Alle wollen sich persönlich einbringen, um eine flächendeckende Erfassung zu gewährleisten.

Wie die Systematik erfolgt, erläuterte Kreisarchivar Bernd Breitkopf, der vor Ort verantwortlich zeichnet und gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Lisa Maria Kremer für die Durchführung sorgt und von der Studentin Sabrina Kraus unterstützt wird, die das Projekt im Rahmen ihrer Magisterarbeit mitbetreut. Dreh- und Angelpunkt des Erfassungsvorgangs ist ein Datenblatt, das mit den wesentlichen Angaben über das Objekt bestückt werden muss. Fotos und die genauen Positionsdaten auf einer Karte ergänzen die Beschreibung, die dann im Landesdenkmalamt professionell katalogisiert wird. Sämtliche Daten erhält das Kreisarchiv wieder zurück und kann dann überlegen, wie mit den Dokumenten umgegangen werden soll. „Wir wollen den Datenschatz der Öffentlichkeit zugänglich machen“, kündigte Landrat Dr. Schnaudigel an. Im Zeitalter der Digitalisierung werde dies auf jeden Fall auch in elektronischer Form per Internet erfolgen. Mitarbeiter des Amtes für Vermessung, Geoinformation und Flurneuordnung gaben im Anschluss einen Einblick, wie das aussehen könnte: Über digitale Karten können die einzelnen Gemarkungen gezoomt werden. Dort sind die Kleindenkmale aufgeführt und können dann einzeln betrachtet werden, wobei sogar 3-D-Ansichten möglich sind. Wer sich heimatkundlich betätigen und bei der Erfassung von Kleindenkmalen mitmachen möchte kann sich gerne an das Kreisarchiv unter der Tel. Nr. 0721/936-59370 oder kreisarchiv@landratsamt-karlsruhe.de wenden. Informationen sind unter www.kleindenkmale-bw.de zu finden

In Stutensee wird sich der Heimat- und Kulturfreunde Spöck beteiligen und nennt als Beispiele für Kleindenkmale das Friedhofstor, die Kirchenmauer oder den Saubrunnen am Sauweg. Für den Zeitraum von etwa einem Jahr sucht der HUKS noch Helfer bei der Erfassung. Interessenten können sich bei Frank Bassler (frankbassler@t-online.de) melden.

Quelle: Landratsamt Karlsruhe

Bildquellen

  • Kleindenkmale Eröffnungsveranstaltung: Landratsamt Karlsruhe
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