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“Krieg und Menschenrechte” – Ausstellung in Staffort

Ausstellungseröffnung

Bild: Marianne Lother

Pressemitteilung von Marianne Lother / BNN | 16.11.2017 20:23 | Keine Kommentare

„Krieg und Menschenrechte“ ist die neueste Ausstellung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge betitelt, die noch bis zum vergangenen Montag im Stafforter Rathaus zu sehen war.

Ortsvorsteher Ludwig Wilhelm fasst den Inhalt zusammen: Auf 16 Postertafeln werden unter anderem die Geschichte der Genfer Konventionen dargestellt, Kriegsverbrechen der Wehrmacht, Behandlung von Kriegsgefangenen, die sexuelle Gewalt wird als Kriegsverbrechen, die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener sowie Zwangsarbeit. Darüber hinaus zeigen exemplarische Biografien Menschen, die sich im Kampf um die Menschenrechte verdient gemacht haben.

Die Arbeit des Volksbundes umfasst in ihrer Arbeit um permanente Erinnerung auch die Erarbeitung solcher Ausstellungen. Pfarrer Martin Michel, Vorsitzender der evangelischen Stadtmission, hat die Wirkungsgeschichte der jüdischen und später christlichen Erkenntnis „Gott schuf den Menschen zu seinem Ebenbilde“ auf präzise Weise erläutert und ihre Auswirkungen aufgezeigt. Wann, wo, wie und warum entstanden die Menschenrechte? Zur Beantwortung dieser Frage bezieht sich Michel auf die sogenannte Priesterschrift aus der Mitte des sechsten Jahrhunderts (enthalten im ersten der fünf Bücher Moses), die bereits zu diesem Zeitpunkt Mann und Frau als gleichberechtigte Partner bezeichnet. In der Neuzeit wurden die Menschenrechte als „das Ergebnis eklatanten Unrechterlebens“ gesehen, formulierte Michel. Völkerbund, Genfer Abkommen, Menschenrechtserklärung und der Strafgerichtshof Den Haag sollten das Böse eingrenzen. Im Westfälischen Frieden nach dem Ende des 30-jährigen Krieges wurde Europa als Gemeinschaft prinzipiell gleichberechtigter, unabhängiger und souveräner Staaten festgelegt. Für die heutige Diskussion, ob es einer Religion wie dem Islam erlaubt sein darf, sich über zentrale Inhalte unserer staatlichen Grundordnungen zu stellen, gibt der Westfälische Frieden eine der wichtigsten Erkenntnisse aus Unrechtserfahrung wieder: Keine Religion und Kirche steht mehr über dem Staat.  Nach zahllosen Unrechtstaten und Unrechtserfahrungen, nach Kriegen und Kriegsverbrechen, hat sich Deutschland „im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“ ein Grundgesetz gegeben, das auf die Erkenntnis „Gott schuf den Menschen zu seinem Ebenbilde“ zurückgeht. In Artikel drei heißt es: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Michel beendete seinen Vortrag mit den Worten: „Was auch immer Du tust, handle klug und berücksichtige die Folgen.“

Quelle: Marianne Lother / BNN

Bildquellen

  • Ausstellung Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Marianne Lother

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