Tabakanbau-Projekt in Friedrichstal

Tabakblätter fädeln

Beitragsbild: Ursula Heckmann

Pressemitteilung von Ursula Heckmann / Museumsverein Friedrichstal | 23.11.2017 14:11 | Keine Kommentare

Tabakblätter

Das von Ortsvorsteher Lutz Schönthal 2016 begonnene Projekt „Tabakanbau wie in alter Zeit“ wurde auch in diesem Jahr weitergeführt. Die Sorte Burley entwickelte sich prächtig, und so konnte das Team an zwei Terminen die Ernte einholen. Erich Borell und Edgar Herlan wussten noch aus ihrer Jugend, dass eine bestimmte gelbgrüne Färbung den Reifegrad der Blätter anzeigte. Beim Trennen dieser von der Pflanze war besondere Vorsicht geboten. Daher musste man das Blatt in die Hand nehmen und gleichzeitig mit dem Daumen nach unten wegbrechen.

Die geernteten und in Büscheln gesammelten Blätter wurden an die anderen Helfer weitergegeben. Da Sylvia Schönthal schon im letzten Jahr im Umgang mit Tabak Erfahrungen gemacht hatte, gelang das Zusammenspiel von Halten der Nadel und richtigem Einfädeln der Blattrippe mit Anleitung von Ilse Reich nach kurzer Zeit. Für dieses Erfolgserlebnis wurden auch die braunen und klebrigen Finger in Kauf genommen.

Getrocknete Tabakblätter

Auch beim zweiten Erntetermin gab es Unterstützung: Hans und Doris Böhm fädelten in raschem Tempo ein, so dass eine Reihe von fertigen Bandelieren zustande kam. An den Enden der ca. 90 cm langen Schnüre wurde jeweils eine Schlaufe gebunden und ein kleiner Zettel mit Angaben zu Sorte und Qualität (z. B. Burley-Sandblatt) befestigt. Diese konnten nun zweimal in der Mitte gefaltet und vorsichtig abtransportiert werden. Im alten Schuppen auf dem Anwesen von Erich Borell befinden sich unter dem Dach noch Balken mit Nägeln im Abstand von ca. 75 cm, an denen die Bandeliere nun sorgfältig aufgehängt wurden und anschließend beim Trockenvorgang beobachtet werden. Die Tabakblätter sollen langsam trocknen, da sie bis zu 90 Prozent aus Wasser bestehen. Daher muss zwischen ihnen auch genügend Abstand sein, um die Luft gut zirkulieren zu lassen. Ob alles gelingt und der in diesem Jahr geerntete Tabak weiterverarbeitet und für ein genüssliches Schmauchen an einer Zigarre bei Lutz Schönthal sorgen kann, wird der Friedrichstaler Heimatverein dann berichten.

Quelle: Ursula Heckmann / Museumsverein Friedrichstal

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